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Die Vormundschaftsakte

Die Vormundschaftsakte ist ein 1996 erschienenes Sachbuch von Irene Eckler über die Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Irene Eckler zeichnet dabei die Geschichte ihrer eigenen Familie anhand von Zeitdokumenten nach.

Inhalt

Der im Jahr 1910 geborene „Arier“ August Landmesser verlobte sich im Jahre 1935 mit der 1913 geborenen „Jüdin“ Irma Eckler. Das Aufgebot zur Eheschließung wurde im August 1935 nicht mehr angenommen. Aus der Beziehung entstanden zwei Kinder mit dem Namen Ingrid und Irene. Noch während der zweiten Schwangerschaft wurde August Landmesser im Juli 1937 wegen Rassenschande verklagt und wurde zur Untersuchungshaft in das Zuchthaus Fühlsbüttel (Hamburg) inhaftiert. Zu Prozessende wurde August jedoch freigesprochen. Trotz des Verbotes den Kontakt zu Irma Eckler herzustellen, traf August seine Verlobte erneut und zeigte sich mit ihr auch in der Öffentlichkeit. Daraufhin wurde Landmesser erneut festgenommen und im anschließenden Verfahren zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.

Irma Eckler wurde 1938 von der Gestapo festgenommen und in das Zuchthaus Fuhlsbüttel eingeliefert. Von dort aus wurde Irma in das Frauenkonzentrationlager Lichtenburg verlegt und später in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Die Kinder Ingrid und Irene wurden vom Vormundschaftsgericht getrennt. Während Ingrid bei ihrer Großmutter leben durfte, kam Irene zunächst in ein Waisenhaus und später zu fremden Pflegeeltern. Von der Mutter Irma kamen aus dem KZ noch einige wenige Briefe bis zum Januar 1942. Im April wird der Totenschein für Irma Eckler ausgestellt.

Der Vater August Landmesser wurde 1941 aus der Haft entlassen und drei Jahre später einberufen. Dort verliert sich die Spur des Vaters. Er wird lange nach Kriegsende 1951 vom Amtsgericht für tot erklärt. Im Sommer 1951 wurde die Ehe von August Landmesser und Irma Eckler vom Hamburger Senat anerkannt. Im Herbst des selben Jahres erhalten Ingrid und Irene den Nachnamen des Vaters.

Das Sachbuch wird durch zahlreiche Dokumente aus der Zeit begleitet, angefangen von privaten Briefen der Mutter bis hin zu Dokumenten von staatlichen Einrichtungen.

Literatur