Heim

Nievenheim

Koordinaten: 51° 06' 51" N, 06° 46' 07" O

DMS
Nievenheim
Dormagen-Nievenheim

Nievenheim ist seit der kommunalen Neugliederung 1975 ein Stadtteil der Stadt Dormagen im Rhein-Kreis Neuss. Nievenheim ist der größte Stadtteil Dormagens. Zu Nievenheim gehört auch Ückerath. Nievenheim hat etwa 9550 Einwohner (Quelle: Statistik der Stadt Dormagen, Stand Juni 2006) und ist somit der Stadtteil mit der höchsten Einwohnerzahl.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Östlich von Nievenheim befindet sich die Bahnlinie Köln-Neuss und die Ortschaft Delrath. Im Süden grenzt der Ort an Felder und ein kleines Gewerbegebiet. Weiter südlich folgt die Ortschaft Dormagen-Horrem. Nach Westen schließt sich direkt an Nievenheim die Ortschaft Ückerath, die von einem Waldgebiet begrenzt wird. In nördlicher Richtung grenzt Nievenheim an Felder, der sich die Ortschaft Neuss-Allerheiligen anschließt.

Historie

Antike und Mittelalter

Nievenheim war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Das belegen Funde aus der Eisenzeit. 1973 wurde eine römische Villa ausgegraben und ferner wurden drei römische Weihesteine im früheren Amt Nievenheim gefunden. Im Jahre 476 nahmen germanische Franken den linken Niederrhein in Besitz. Nievenheim, damals noch Niuanhem, wurde Hauptort des Frankengaus. Eine andere Bezeichnung für Nievenheim ist Nievering, das bedeutet Nebenrhein.

Erst 790 wurde der Gau Nievenheim urkundlich erwähnt. 1262 wurde Nievenheim Pfarrort. Ückerath bestand seit 1197 und gehörte nach einer Urkunde aus dem Jahre 1319 zum Fronhof in Eppinghoven.

Neuzeit

1559 gelangte das Gnadenbild des göttlichen Salvator Mundi aus der Salvatorkirche Duisburg nach Nievenheim. 1741 wurde die Pfarrkirche St.Pankratius erbaut. Der Grundstein für die Kirche wurde schon am 20. März 1739 vom Pastor Krosch gelegt. Bis 1794 gehörte Nievenheim zum kurkölnischen Amt Hülchrath. 1815 wurde die Bürgermeisterei Nievenheim aus den Gemeinden Nievenheim - mit den Orten Ückerath und Delrath - und Straberg - mit den Ortschaften Straberg und Knechtstedten - gebildet. Im Jahre 1840 wurde der Turm der Pfarrkirche erhöht. 1911 wurde die Industriebahn Nievenheim-Zons gegründet. 1927 erfolgte die Umbenennung der Bürgermeisterei Nievenheim in das Amt Nievenheim. 1870 wechselte die Gemeinde Gohr von der Bürgermeisterei Nettesheim zur Bürgermeisterei Nievenheim. 1937 wurde die Gemeinde Broich, Amt Evinghoven in die Gemeinde Gohr eingemeindet. Im Mai 1955 wurde die Ev. Kreuzkirche an der Bismarckstraße in Dienst gestellt. Am 30. Juni 1974 hatte das Amt Nievenheim 11.669 Einwohner auf 37,02 km². In den frühen 1970er Jahren gab es Überlegungen, die Ämter Nievenheim und Norf zu einer Gemeinde zusammenzuschließen, um damit einer Eingemeindung nach Dormagen und Neuss zu entgehen, dieses scheiterte jedoch. Das Amt Nievenheim wurde aufgelöst. Seit 1975 gehört Nievenheim, das bis dahin selbständig war, im Zuge der kommunalen Neugliederung zu Dormagen

Bevölkerungsentwicklung

Wappen

In von Blau und Silber gespaltenem Schild im rechten Felde auf einer silbernen Kugel das Bild des Salvators im goldenen, rotgefütterten und mit blauen Leisten geschmückten Mantel und mit einer goldenen Krone und goldenem Nimbus mit Strahlenbündel. Die rechte Hand ist zum Segen erhoben, in der linken eine blaue mit Gold verzierte Weltkugel.

Im linken Feld ein schwarzer Balken, darüber ein nach rechts gerückter schwarzer Roßkamm.

Kultur und Freizeit

Sehenswürdigkeiten

Eine besondere Bedeutung hat die Pfarrkirche St. Pankratius in Nievenheim. Es handelt sich hierbei um eine dreischiffige Backstein-Hallenkirche. Hermann von Alffter, im 15. Jahrhundert Glockengießer aus Alfter bei Bonn, schuf 1478 für die Pfarrkirche in Nievenheim eine Glocke. [1] In der Kirche befinden sich drei kunstvolle Barockaltäre, die von Johann Conrad Schlaun entworfen wurden. Die Schnitzarbeiten führte Christoph Mannskirchen aus Münster aus, die Tischlerarbeiten Ägidius Rheindorf aus Köln. Der rechte Seitenaltar wurde von Johann Conrad Schlaun und seiner Frau gestiftet. Vor der Kirche steht eine achtseitige Kapelle, die im Jahre 1805 erbaut wurde. Der Kirchplatz wird von einer Mauer, die Stationen des Kreuzwegs beinhaltet, umschlossen. Die Stationen wurden vom Pfarrer Rumpens gestiftet und 891 geweiht.

Erholung

Im Sommer besteht auch die Möglichkeit, im Nievenheimer/Straberger- See (zwischen Nievenheim und Straberg) zu schwimmen. Der See erlangte am 10. Juli 1994 überregionale Berühmtheit, als einem Badegast sein Kaiman namens "Sammy", ein wenige Monate altes Jungtier, entkommen war, nachdem es sich von seiner Hundeleine befreit hatte. Tagelang wurde versucht, das Tier aus dem See zu holen, was schließlich am 10. Juli 1994 einem Staraufgebot von erfahrenen Großwildjägern mit Hilfe eines Fischköchers auch gelang. Im Kölner Aquarium, wo Sammy zunächst untergebracht wurde, drängelten sich die Besucher. Sammy erholt sich heute in einem Zoo nahe der tschechischen Grenze.

Sport

Es gibt eine sehr schöne Anlage an der Gesamtschule, die außerhalb der Schulzeit auch privat genutzt werden kann (Basketball, Fußball, Laufen). Zur Entspannung kann man ins Hallenbad gehen, das eine kleine Außenanlage hat, oder in die Sauna, die unter dem Schwimmbad ist. Außerdem gibt es einen Sportplatz an der Südstraße, der einen Ascheplatz und einen Kunstrasenplatz besitzt, wo der VdS Nievenheim seine Spiele bestreitet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Neben einige gewerblichen Betrieben bestehen immer noch einige landwirtschaftliche Betriebe, die auch einen Hofladen besitzen. Des weiteren gibt es mehrere Ärzte, Apotheken, Einkaufsmärkte sowie einen gut sortierten Einzelhandel.

Verkehr

Nievenheim hat einen eigenen Bahnhof. Mit der S11 erreicht man innerhalb von 30 Minuten Düsseldorf und Köln. Die Bahnen fahren alle 20 Minuten in Richtung Neuss- Düsseldorf und alle 20 Minuten Richtung Dormagen- Köln.

Bildung

In Nievenheim gibt es sieben Kindergärten, zwei Grundschulen, eine davon Montessorischule, sowie eine Gesamtschule (Bertha-von-Suttner-Gesamtschule). Sportlich kann man sich auch sehr gut betätigen.

Medien

Vereinsleben

Nievenheim und Ückerath haben mehrere Vereine:

Literatur

Quellenangaben

  1. Thieme-Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1999, Band 16, S. 488
 Commons: Dormagen und Umgebung – Bilder, Videos und Audiodateien