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Helioseismologie

Die Helioseismologie ist ein wissenschaftlicher Zweig der solaren Astrophysik und gleichzeitig ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das die Eigenschwingung der Sonne analysiert und daraus Erkenntnisse über deren inneren Aufbau gewinnt. Begründet wurde dieses neue Teilgebiet der Astronomie von dem amerikanischen Physiker Robert Leighton, der als erstes die Entdeckung der Fünf-Minuten-Oszillation 1960 offiziell bekannt gab. (Einige Monate zuvor wurde sie schon von Franz-Ludwig Deubner bemerkt, jedoch hielt dieser das rhythmische auf und ab auf der Sonnenoberfläche für einen Nachführfehler seines Teleskops.)[1]

Namentlich ist der Begriff der Helioseismologie sowohl an Helio (griechisch für Sonne) und Seismologie (Erdbebenkunde) angelehnt.

Die Grundperiode der Eigenschwingung unseres Zentralgestirns beträgt etwa fünf Minuten und konnte mittels verschiedener erdbasierter Beobachtungen und durch Raumsonden wie SOHO recht genau ermittelt werden.

Die detaillierte Analyse der Beobachtungs- bzw. Schwingungsdaten erlaubt genaue Rückschlüsse auf verschiedene physikalische Kenngrößen der Sonne, zum Beispiel die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schall im Inneren. Gleichzeitig ermöglicht sie, die Verteilung von Temperatur und magnetischen Feldern unter der Oberfläche der Sonne bildlich darzustellen.

Neuen Erkenntnissen zu Folge ist die Eigenschwingung auch für die erstmals 1877 entdeckten überschallschnellen Plasmajets an der Sonnenoberfläche verantwortlich. Im Regelfall werden die Schallwellen im Inneren der Sonne gebremst. Gelegentlich können diese Wellen jedoch auch die Oberfläche erreichen und sorgen für einen Materieauswurf. Das Plasma wird dabei mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80.000 km/h bis zu 5.000 km hoch geschleudert.

Quellen

  1. Sterne und Weltraum: SuW 8/2004, S. 22 (ISSN 0039-1263)