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Friedrich Opferkuh

Friedrich Opferkuh (* 1. Mai 1923 in Mannersdorf am Leithagebirge, Niederösterreich; † 20. April 1993 in Eisenstadt, Burgenland) war ein österreichischer Steinmetzmeister und Bildhauer.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Turmbau zu Babel, anonyme Steinmetzen schaffen ein Bauwerk, niemand beachtet sie

Friedrich erlernte das Steinmetzhandwerk von 1937 bis 1940 bei der Firma Eduard Hauser, dem ältesten industriellen Steinmetzunternehmen in Wien mit Steinbrüchen in Mannersdorf. Schon sein Großvater und Vater hatten ebendort als Poliere gearbeitet. Als Geselle war er nach dem Zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau von Burgtheater und Staatsoper beteiligt.

Der erste Meister seiner Familie

Friedrich Opferkuh wurde der erste Meister seiner Familie und eröffnete 1951 seinen eigenen Steinmetz- und Steinbruchbetrieb in Mannersdorf. Er heiratete Theresia Rebsch, Sohn Friedrich und Tochter Marianne wurden geboren. Als Theresia 1970 verstarb, wurde Leopoldine Windholz seine zweite Ehefrau, mit der er bis zuletzt verbunden blieb. Der Auftragsradius seiner Firma erstreckte sich von Eisenstadt, Podersdorf, Illmitz, Neusiedl am See, Hainburg, Marchegg, Klosterneuburg, auch bis Wien. Zu den Wiener Großaufträgen gehörten Restaurierungen in der Schotten- und Michaelerkirche sowie in den Palais Daun-Kinsky und Liechtenstein.

Konsulent des Bundesdenkmalamtes

Elias Hügel, Hofsteinmetz unter Karl VI. und Kirchenbaumeister im kaiserlichen Steinbruch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, war und ist der bedeutendste Meister des Leithagebirges quer durch die Zeiten. 240 Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, wirkte in Mannersdorf am Leithagebirge mit Friedrich Opferkuh wieder ein Steinmetzmeister, der alle Begrenzungen eines Handwerkers sprengte, sich in seiner Vielfältigkeit zum Renaissancemenschen entwickelte, zum Lehrer künftiger Universitätsprofessoren wurde. Mit seinen außergewöhnlichen Kenntnissen und Fähigkeiten war er weit über die Region des Leithagebirges hinaus, vor allem beim Bundesdenkmalamt in Wien hochgeachtet und wurde besonders bei der geplanten Revitalisierung von Schloss Neugebäude als Konsulent herangezogen. Seine Bewunderer nennen ihn auch „Elias Hügel des 20. Jahrhunderts“.

Gründer des Mannersdorfer Museums

Als Obmann des Kultur- und Museumsvereines Mannersdorf gründete er 1979 ein Museum, in dem er 1987 eine Steinmetzabteilung einrichtete. Diese "Steintechnische Abteilung", die aus seiner Privatsammlung hervorgegangen ist, von ihm betreut und durch seinen steten Sammlereifer ständig vermehrt wurde, verwahrt eine Vielzahl von großteils originalen historischen Werkzeugen der Steinbearbeitung und ist eine bedeutende Sammlung für Freunde der Steinmetzkunst.

Anlässlich der 400-Jahr Feier von Kaisersteinbruch im Juni 1990 (damaliger Wissensstand) war ein Ortsmuseum geplant. Meister Opferkuh unterstützte die Bestrebungen des Lehrers Helmuth Furch, wurde einer der wesentlichen Initiatoren und legte den Grundstock für das künftige Steinmetzmuseum Kaisersteinbruch.

Als Krönung seines Lebenswerkes betrachtete er sein TRAKTAT ÜBER DIE STEINMETZKUNST, das in ungebundener Form im Steinmetzmuseum Kaisersteinbruch aufbewahrt wird.

Friedrich Opferkuh schrieb das Vorwort zum "Hügel-Buch" 1992, auszugsweise: Er war nicht nur ein praktischer Meister seines Faches, sondern auch ein Meister im Entwerfen und der Konstruktion. Sind doch verschiedene Kirchen von ihm entstanden .... Die Altäre in Kaisersteinbruch sind Zeugen. Die Harmonie des Aufbaues und der Geist der Profile zeigen ein Gefühl für Dimensionen. Eine uns heute unbekannte Welt. Denn nur wer selbst gearbeitet hat, kann mit Strukturen richtig umgehen. Bei den Kaisersteinbrucher Altären kann man jeden Hieb sehen. Eine heute nicht mehr oft erlebte Bearbeitungslandschaft. Dadurch ein Lehrbeispiel für die Steinbearbeitung.

"Friedrich Opferkuh-Symposium"

Der Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch gab nach seinem Tod dem Symposium 1993 in Dankbarkeit seinen Namen.

Literatur

Personendaten
Opferkuh, Friedrich
österreichischer Steinmetzmeister
1. Mai 1923
Mannersdorf am Leithagebirge
20. April 1993
Eisenstadt