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Kernseife

Kernseifen zählen zu den Seifen und sind in der Regel Natriumsalze von Fettsäuren. Sie sind geruchlos, haben eine weiße bis bräunliche Farbe und einen Fettsäuregehalt von 72-75 %. Sie werden meist aus Fetten geringerer Qualität gewonnen. Kernseifen bilden die Grundlage für Zubereitungen, die oft Feinseifen genannt werden und mit pflegenden Zusätzen, Parfümen und Farbstoffen versetzt sind.

Inhaltsverzeichnis

Namensgebung

Der Name „Kernseife“ basiert auf dem Herstellungsverfahren von Seifen, bei dem aus einer in viel Wasser kochenden Seifenmasse durch Zusatz von Kochsalz (Natriumchlorid) der Seifenkern abgeschieden wird, der als oben schwimmende Masse fester, also „kerniger“ wird.

Herstellung

Durch Verseifung werden Fette in einer alkalischen Lösung in Fettsäuren und Glycerin zerlegt. Die dabei entstehende Seifenmasse wird Seifenleim oder Leimseife genannt und ist die Vorstufe zur Gewinnung der Kernseife. Nach Zusatz von Natriumchlorid (Aussalzen) schwimmt der Seifenkern auf und wird abgetrennt. Das wasserlösliche Glycerin und unerwünschte Begleitstoffe aus den Fetten bleiben in der Lösung zurück. (Siehe dazu auch Seife.)

Eigenschaften und Verwendung

Die bei der Herstellung entstehenden Salze der Fettsäuren sind die eigentliche Seife und verfügen über eine reinigende Wirkung, da sie die Eigenschaften eines Tensids besitzen. Mit Hilfe der Seife können somit viele, eigentlich nicht in Wasser lösliche Stoffe, wie Fette und mineralische Öle mit Wasser abgespült werden. Praktisch werden Kernseifen bzw. Zubereitungen auf der Basis von Kernseifen nur noch zum Reinigen der Hände verwendet, da sie zu einer Entfettung der Haut führen und alkalisch reagieren. In Waschmitteln spielen Seifen wegen der Bildung von Kalkseifen nur noch die untergeordnete Rolle als Entschäumer. Mitunter werden wässrige Seifenlösungen zur Schädlingsbekämpfung, z.B. gegen Thripsen und Blattläusen für Nutzpflanzen eingesetzt. Kernseife wird außerdem zur Formung und Schaffung von Dreadlocks genutzt.

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* Herstellungsprozess