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Raumpatrouille

Filmdaten
Deutscher Titel: Raumpatrouille
Originaltitel: Raumpatrouille
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1966
Länge (PAL-DVD): Pro Episode ca. 60 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK ab 12
Stab
Regie: Michael Braun
Theo Mezger
Drehbuch: Michael Braun
Hans Gottschalk
Rolf Honold
Helmut Krapp
Theo Mezger
Oliver Storz
Produktion: Hans Gottschalk
Helmut Krapp
Musik: Peter Thomas
Kamera: Kurt Hasse
W. P. Hassenstein
Schnitt: Hannes Nikel
Anneliese Schönnenbeck
Besetzung

Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion (häufig auch als Raumschiff Orion, in neueren Videoausgaben auch als Raumpatrouille Orion bezeichnet) ist die erste deutsche Science-Fiction-Fernsehserie. Sie wurde vierzehntäglich immer samstagabends nach der Tagesschau ab dem 17. September 1966 von der ARD in sieben Teilen ausgestrahlt.

Die Schwarz-Weiß-Serie hat seit Jahrzehnten Kultcharakter. Bei der Erstausstrahlung in der ARD wurden Einschaltquoten von bis zu 56 % erreicht. In Deutschland wurde die Serie in der ARD 1968 und 1975 sowie von verschiedenen Regional-Sendern der ARD, so vom WDR 1973 und 1987, NDR, hr fernsehen und dem damaligen Südwest 3 sowie vom Privatsender Sat.1 bis 1999 insgesamt 20-mal wiederholt.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Unterhaltsam und mitunter ironisch wird die Geschichte des Commanders Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr) erzählt, der mit seiner Crew im sich entwickelnden Krieg gegen die fremdartigen „Frogs“ den schnellen Raumkreuzer Orion befehligt und sich immer wieder aufmüpfig gegenüber seinen Vorgesetzten zeigt. In der ersten Folge der Serie wird er prompt als Folge seines renitenten Verhaltens zur Raumpatrouille strafversetzt, weil er befehlswidrig die Landemöglichkeit auf dem Saturnmond Rhea bewies.

Wie in der Serie Star Trek ist auch die Stammbesatzung der Orion international zusammengesetzt. Cliff Allister McLane (Kommandant) ist Amerikaner. Mario de Monti (Armierungsoffizier) ist Italiener. Atan Shubashi (Astrogator) ist Japaner (auch wenn er nicht danach aussieht). Aus einem Interview mit Wolfgang Völz auf Bayern 1 geht hervor, dass Atan auch ein Türke oder Aserbeidschaner hätte sein können. Hasso Sigbjörnson (Bordingenieur) ist Schwede. Helga Legrelle (Leutnant für Raumüberwachung) ist Französin. Die Besatzung wird zwangsweise durch einen Sicherheitsoffizier des Galaktischen Sicherheitsdienstes GSD erweitert: Tamara Jagellovsk (Eva Pflug), die aus dem russischen Sprachraum stammen könnte, wenngleich ihr Nachname nach russischem Standard eigentlich Jagellovskaja heißen müsste. Sie soll McLane von weiteren Eskapaden abhalten.

Legendär ist auch der futuristische Gesellschaftstanz, der am Grund des Meeres im „Starlight Casino“ getanzt wird. Das Verhalten McLanes und die detailliert ausgearbeitete Zukunftswelt gelten als bahnbrechend für das moderne Fernsehen.

Programmatisch für den Inhalt ist auch der berühmte Text, der im Vorspann jeder Folge mit dramatischem Unterton von Claus Biederstaedt gesprochen wurde:

„Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die ORION, winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt. Begleiten wir die ORION und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit.“

Raumpatrouille im Spannungsfeld der Zeitgeschichte

Auch wenn Raumpatrouille heute eher kultig-komisch wirkt, sei an die Aussage von Dietmar Schönherr in einem Interview erinnert, dass Raumpatrouille seinerzeit durchaus ernst, wenn auch nicht humorlos gemeint war. So wurde die Serie Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre von der in der Kulturpolitik dominanten Sichtweise sehr negativ bewertet, bis hin zu dem Prädikat „faschistoid“.

Zum 40. Jubiläum der Serie bekamen alle noch lebenden Beteiligten die Gelegenheit, aus großer zeitlicher Distanz zu reflektieren. Der WDR strahlte am 17. September 2006 eine einstündige Sendung in seinem 5. Hörfunkprogramm aus (die Sendung wurde einige Monate später im Deutschlandradio Kultur wiederholt und liegt mittlerweile als Hörbuch vor): „Raumpatrouille – Die phantastische Geschichte des Raumschiffes Orion. Eine Fernsehlegende wird 40.“ Medienjournalist und Autor Robert H. Bales sprach mit Schauspielern wie Dietmar Schönherr, Eva Pflug, Wolfgang Völz oder Charlotte Kerr-Dürrenmatt, er interviewte aber auch die Menschen hinter der Kamera, etwa den Regisseur Theo Mezger, den damaligen Trickspezialisten und heutigen Produktions-Designer Götz Weidner oder den Komponisten Peter Thomas.

Episoden

1: Angriff aus dem All

(it.: Aggressione dal cosmo, fr.: L'attaque de l'espace, sv.:Hotet från rymden) – Regie: Michael Braun, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des WDR, Erstausstrahlung am Samstag, dem 17. September 1966, 20:15 bis 21:15 Uhr, Einschaltquote 37 %.
Trotz Alphaorder landet McLane auf dem Saturnmond Rhea. Da er schon in der Vergangenheit mehrfach disziplinarisch wegen Befehlsverweigerung belangt wurde, wird er nun mit der kompletten Mannschaft zur Raumpatrouille strafversetzt. Zusätzlich erhält er eine „Aufpasserin“ in Person von Tamara Jagellovsk zur Seite, die ihn an weiteren Eskapaden hindern soll.
Auf ihrem ersten Routineflug am nächsten Tag soll die Mannschaft Bewegungen in einem Raumsektor überwachen. Die vorgeschobene Außenbasis MZ-4 antwortet auf Anfragen jedoch nicht, vielmehr erhält die Orion einen unbekannten Code, sogenannte Dreiergruppen. Als McLane auf der Basis nach dem Rechten schauen will, kommt es zum ersten Krach mit Jagellovsk. McLane setzt sich jedoch mit einem Trick durch und schickt Sigbjörnson und Shubashi zur Station. Sie bemerken, dass es dort keinerlei Sauerstoff mehr gibt und die Besatzung mitten in der Bewegung gestorben ist. In den Gängen bemerken sie plötzlich schemenhafte Wesen, die gegen die Strahlen aus ihren Laserwaffen immun sind – sie gehen einfach durch sie hindurch. Zur gleichen Zeit wird die Orion von fremden Raumschiffen angegriffen. Jetzt ist klar, dass es sich um feindliche Außerirdische handelt. Jagellovsk befiehlt die Basis zu zerstören, auch wenn Atan und Hasso dabei sterben würden. Als McLane die Basis zerstören will, stellt man fest, dass die Energie der Energiewerfer blockiert wird. Man entschließt sich zum Rücksturz zur Erde, um die Raumbehörden zu warnen. Dort entscheidet der Generalstab, MZ-4 durch Aufprall des automatischen Laborkreuzers Challenger zerstören zu lassen, der aufgrund der defekten Funkanlage keine Kurskorrektur erhält.
In der Zwischenzeit versuchen die beiden Crewmitglieder in der Basis mit ihrem Beiboot vom Typ Lancet zu fliehen, müssen aber feststellen, dass dessen Elektronik von den Außerirdischen ebenfalls zerstört wurde. Sie müssen mitansehen, wie die Außerirdischen sich der Basis nähern. Da hat Sigbjörnson die rettende Idee: Da Sauerstoff auf die Außerirdischen offenbar giftig wirkt, wollen die beiden sie mit Sauerstoff töten. Da aber alle Sauerstoffvorräte in der Lancet und der Station vernichtet sind, bleibt nur noch der Vorrat an den Gürteln der beiden übrig. Eine Patrone wird im Vorraum der Basis deponiert und mit der anderen versorgen sich die beiden. Als alle Außerirdischen im Vorraum versammelt sind, wird die Patrone mit einem Schuss aus der Laserwaffe zur Explosion gebracht. Der Laborkreuzer zerschellt schließlich an einem Magnetschirm der Außerirdischen.
Zum Ende der Folge tauft Atan die Wesen auf den Namen Frogs: „Wir hatten sie ‚Frösche‘ getauft, aber das klang uns dann zu vertraut – zu irdisch. Darum haben wir sie Frogs genannt.“ Ironisch resümieren Hasso und Atan dann am Schluss: „Sag’ einmal Atan, das Ganze war doch wohl nur ’n böser Traum, was?“ „Viel schlimmer – das war Science Fiction!“

2: Planet außer Kurs

(it.: Il pianeta fuori orbita, fr.: Planète en dérive, sv.:Planet ur kurs) – Regie: Theo Mezger, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des Südfunks Stuttgart, Erstausstrahlung am Samstag, dem 1. Oktober 1966 um 20:15 Uhr, Einschaltquote 43 %.
Der Raumkreuzer Hydra unter General van Dyke ist in einem Magnetsturm geraten und dadurch nicht mehr steuerbar. Die Besatzung hat eine Supernova entdeckt, die mit 146.000 km pro Sekunde auf die Erde zurast. Zufällig empfängt die Hydra unbekannte Impulswellen, auf der Astroscheibe sieht man ein Gebäude mit Frogs, die die Nova auf die Erde steuern, um diese zu vernichten. Van Dyke gelingt es noch, dies aufzuzeichnen und zur Erde zu schicken. McLane und Jagellovsk werden vom GSD über die Lage informiert. In einer sehr emotionalen Diskussion im GSD wird über eine Evakuierung der Erde diskutiert, denn die Lage scheint aussichtslos.
McLane macht sich Sorgen um den General. Da die Orion 7 das schnellste Schiff ist, wird er geschickt, den General zu retten. Sie erreichen die Hydra nicht, können aber mit ihr Kontakt aufnehmen und erhalten von der Hydra die von ihr zwischenzeitlich erhaltenen Koordinaten der Leitstation der Frogs, die sich auf einem Planetoiden innerhalb der Vesta-Gruppe befindet. McLane will zuerst General van Dyke und die Hydra-Crew retten, sieht nach einem heftigen Streit mit Jagellovsk aber ein, dass es wichtiger ist, die Erde zu retten als den General. Er schafft es, die Leitstelle zu vernichten, aber die Nova rast weiterhin auf die Erde zu. Dort wird die Diskussion immer heftiger, denn man sieht keine Lösung und es bleiben nur noch vier Tage Zeit bis zur finalen Katastrophe. McLane hat eine weitere, lebensgefährliche Idee: Er will mit der Orion in die Flugbahn der Nova fliegen und sie mit Antimateriebomben aus der Bahn werfen. Der Plan misslingt jedoch, und die Orion ist durch dieses Manöver schwer beschädigt.
McLane hat nun einen letzten Plan: Er lässt die Orion mit kontraterrener Energie vollladen und steuert das Schiff direkt auf die Nova zu. Die Mannschaft flüchtet in den beiden Lancets. Die Orion explodiert und zerstört auch die Nova. Auf der Erde herrscht große Freude über das Ende der Bedrohung, doch gleichzeitig trauert man um McLane, seine Besatzung und um den General, denn man weiß, dass es die Orion war, die die Erde gerettet hat und glaubt, dass dies keiner überlebt hat. McLane jedoch findet die Hydra, rettet deren Mannschaft und fliegt zurück zur Erde. Am Ende erhält McLane eines neues Raumschiff, die Orion 8. Die Schlussszene der Folge ist eine ironische Anspielung auf die beim Militär auch heute noch allgegenwärtige Bürokratie: Man sieht McLane auf einem futuristisch anmutenden Schreibtablett Dutzende von Verlustmeldungen unterschreiben.

3: Hüter des Gesetzes

(it.: I guardiani della legge, fr.: Les gardiens de la loi, sv.:Robotarnas uppror) – Regie: Theo Mezger, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des WDR, Erstausstrahlung am Samstag, dem 15. Oktober 1966 um 20:15 Uhr, Einschaltquote 53 %.
Während eines Fortbildungskurses über die neuen Arbeitsroboter der Alpha CO-Serie wird die komplette Mannschaft zur TRAV abkommandiert. Sie sollen im Raumsektor 12M8 16 Raumsonden kontrollieren. Am Einsatzort angekommen, verlassen Helga Legrelle und Atan Shubashi mit einer Lancet die Orion und fliegen zu den jeweiligen Sonden. Zwischenzeitlich erhält McLane in der Orion Kontakt mit Commodore Ruyther, Kommandant des Raumfrachters Sikh 12. Er erzählt McLane, dass auf dem Planetoiden Pallas, dessen Erz er normalerweise transportiert, etwas nicht stimme. Er erhielt in letzter Zeit immer nur Abraum anstelle von Erz. McLane beschließt, nach Pallas zu fliegen. Damit seine Landung unbemerkt bleibt, bittet er Shubashi, mit der Lancet ein Energiefeld in der Größe der Orion aufzubauen – ein alter Raumfahrertrick („Laurin lässt grüßen“, eine Anspielung auf Laurins Tarnkappe).
Die restliche Crew landet auf Pallas und lässt das Schiff entgegen den Vorschriften unbeaufsichtigt zurück. In den unterirdischen Schächten werden sie von zwei bewaffneten Arbeitsrobotern des Types Alpha Ce Fe empfangen, entwaffnet und in die Stollen gesperrt. Dort finden sie auch die Bergarbeiter. Während man unten auf Pallas unter Kontrolle der Roboter steht, geht oben in der Lancet Atan und Helga langsam die Energie aus, denn der „Laurin“ verbraucht sehr viel davon. Auf Pallas erkennt man, dass die Roboter durch einen Widerspruch in den Robotergesetzen „umprogrammiert“ wurden.
Durch eine List gelingt es Jagellovsk und McLane, zwei Roboter wieder umzuprogrammieren und zu entwaffnen. Mit den Waffen werden danach die restlichen Roboter ausgeschaltet und die Mannschaft fliegt wieder zurück zur Lancet.
Dort hat sich zwischenzeitlich die Situation extrem verschärft, denn die Energie ist fast aufgebraucht, der Schutzschild zusammengebrochen und die Lancet aufgeheizt. Legrelle und Shubashi werden in letzter Minute gerettet und die Orion fliegt zurück zur Erde. Dort hatte man zwischenzeitlich eine umfangreiche Suche nach der Orion eingeleitet, da der ursprüngliche Einsatzbefehl falsch war. General Wamsler ahnt, was in Wirklichkeit geschehen ist, und durchschaut den Trick mit dem Laurin; die neue Einsatzorder für die Orion lautet daher in der Schlussszene: Transport von Arbeitsrobotern zur Venus-Kolonie.

4: Deserteure

(it.: I disertori, fr.: Les déserteurs, sv.:Dödsstrålen) – Regie: Theo Mezger, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des WDR, Erstausstrahlung am Samstag, dem 29. Oktober 1966 um 20:15 Uhr, Einschaltquote 56 %.
Die Orionmannschaft testet die von Prof. Rott neu entwickelte Superwaffe Overkill an dem Mondkrater Harpalus. Gleichzeitig wird auf der Erde Commander Alonzo Pietro vorgeworfen, dass er zu den Frogs im Raum AC 1000 desertieren wollte. Er war mit seinem Raumschiff schon dorthin unterwegs, wurde aber rechtzeitig abgefangen. Commander Pietro kann sich an diesen Vorgang überhaupt nicht erinnern. Die Orion erhält Befehl, in den Vesta-Abschnitt zu fliegen, um dort Overkill zu installieren.
Es begleitet sie der Gehirnspezialist Prof. Sherkoff, denn er soll untersuchen, warum es gerade im Vesta-Abschnitt in der Vergangenheit immer häufiger zu Raumkoller bei den Mannschaften der Lichtwerferbatterien gekommen ist. Aus diesem Grunde wurden die Mannschaften schon gegen Roboter ausgetauscht. Auf der Raumstation M8/8-12 baut die Mannschaft Overkill ein und wird dabei von Prof. Sherkoff beobachtet. Hasso Sigbjörnson bleibt als Wache auf dem Schiff. Er wird plötzlich müde und schläft ein, wird aber durch McLane per Funkspruch geweckt und aufgefordert, den Kurs zu einer neuen Raumstation zu programmieren. Kurz vor dem Start kontrolliert McLane den neuen Kurs und muss feststellen, dass jemand die Koordinaten von AC 1000, der Frog-Basis, programmiert hat.
Tamara Jagellovsk übernimmt das Kommando und verdächtigt Sigbjörnson des Hochverrates. In der Zwischenzeit geht Mario de Monti unbemerkt an den Computer und gibt dort ebenfalls den Kurs nach AC 1000 ein. Auch er kann sich danach an nichts mehr erinnern. Prof. Sherkoff greift nun in die Diskussion ein und bittet Jagellovsk, sich ebenfalls vor den Computer zu stellen. Auch sie programmiert den Kurs nach AC 1000 ein.
Damit steht für Prof. Sherkoff fest, dass die Frogs per Telenose-Strahlen die Menschen fernsteuern können. McLane kommt nun auf die Idee, dass die Mannschaft vortäuschen solle, zu den Frogs desertieren zu wollen, um deren Stützpunkt zu finden und per Overkill dann zu zerstören. Die scheinbare Flucht wird auf der Erde bemerkt und General von Dyke erhält den Auftrag, die Orion von der Flucht abzuhalten und zu zerstören. Kurz bevor die Hydra die Orion erreicht, wird diese von Frog-Raumschiffen abgefangen. General van Dyke entschließt sich zum Rücksturz zur Erde, um einen aussichtslosen Kampf gegen die Frogs zu vermeiden. Die Orion kann ungehindert AC 1000 erreichen und diese mit Overkill zerstören.

5: Kampf um die Sonne

(it.: Battaglia per il Sole, fr.: La lutte pour le soleil, sv.:Striden om solen) – Regie: Michael Braun, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des NDR und des SWF, Erstausstrahlung am Samstag, dem 12. November 1966 um 20:15 Uhr, Einschaltquote 40 %.
Auf dem Planetoiden N 116a entdeckt die Mannschaft unerwartet eine hohe Temperatur sowie niedere Vegetation, was für den bis dato felsigen, unfruchtbaren Himmelskörper absolut untypisch ist. Auf der Erde steigen parallel dazu die Temperaturen, die Pole und Gletscher schmelzen, die Erde droht zu versteppen. Man vermutet, dass die Sonne künstlich angeheizt wird. Die Orion erhält den Befehl, den gesamten N-Planetoidengürtel zu untersuchen.
Auf N108 stößt man auf eine fremdartige Lancet, sowie auf zwei bewaffnete Männer, die sich als Wissenschaftler ausgeben. Diese werden zur Erde gebracht und verhört. Es stellt sich heraus, dass auf dem fernen Planeten Chroma eine menschliche Rasse lebt. Diese Nachkommen ehemaliger Rebellen aus den galaktischen Kriegen haben dort eine eigene Gesellschaft mit eigenen Gesetzen erschaffen. Sie sind in der Lage, die Sonneneruptionen künstlich zu steigern. Dies tun sie, da ihr eigene Sonne langsam erkaltet und somit auch ihre Lebensgrundlage verschwindet.
Für die Erdregierung gibt es nur einen Weg: den Präventivschlag gegen Chroma, denn für sie leben dort nur Verbrecher. McLane versucht dies zu verhindern und fliegt in eigener Verantwortung, aber mit Billigung des GSD-Chefs Villa, mit den beiden Wissenschaftlern nach Chroma. Auf Chroma ist ein Matriarchat errichtet worden und McLane lernt SIE – die Regentin – kennen. Er bittet diese, mit den Versuchen sofort aufzuhören und anstelle der Sonne als Energieträger die Planetoiden einzusetzen, da deren Gestein solare Materie beinhaltet. SIE lehnt das jedoch ab und will erst die Ergebnisse der Gesteinsuntersuchungen abwarten.
Zwischenzeitlich wird auf der Erde der Präventivschlag vorbereitet. Tamara Jagellovsk wird darüber informiert. Um McLane zu warnen, gelangt sie mit einem der Wissenschaftler ins Regierungsgebäude, wird dort festgenommen und mit McLane in eine Zelle gesperrt. Dort erklärt sie ihm die Situation. In der Annahme, dass jetzt alles vorbei sei, gesteht sie McLane ihre Liebe und küsst ihn. SIE kommt in die Zelle und erklärt, dass die Sonnenversuche eingestellt wurden und die Erde per Lichtspruch darüber informiert worden sei. Die Besatzung der Orion darf zur Erde zurückkehren; SIE besteht jedoch darauf, dass McLane für eine unbestimmte Zeit als „Sonderbotschafter“ der Erde auf Chroma bleibt, was zuhause im Starlight-Casino für erhebliche Erheiterung sorgt.

6: Die Raumfalle

(it.: La trappola spaziale, fr.: Le piège de l'espace, sv.:Rymdkaparna) – Regie: Theo Mezger, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des NDR und des SWF, Erstausstrahlung am Samstag, dem 26. November 1966 um 20:15 Uhr, Einschaltquote 51 %.
Die Orionmannschaft erhält den Auftrag, Sporen im All zu sammeln, um die Panspermia-Theorie zu untermauern. Gleichzeitig kommt als Gast der Science-Fiction-Autor Peter Paul Ibsen, zukünftiger Schwiegersohn des Ministers für interplanetarische Angelegenheiten, mit an Bord. Er möchte für zukünftige Romane Stoff durch direkten Kontakt im All sammeln.
Im Zielgebiet nahe von Umbriel beginnt die Mannschaft, ihren Auftrag auszuführen. Ibsen bittet McLane, ihn einmal alleine eine Lancet fliegen zu lassen. McLane erlaubt dies nach langem Zögern. Ibsen fliegt auf einem Leitstrahl, den er aber eigenmächtig abschaltet. Prompt landet er auf einem Planetoiden, von dem er aber nicht mehr starten kann. Bei dem Kontrollgang auf dem Planetoiden (es ist der Exilplanet Mura, auf den Straftäter zur lebenslangen Verbannung geschickt werden) wird Ibsen von bewaffneten Männern überwältigt. Er wird in einer Halle auf einen Stuhl gefesselt und zwischen zwei Omikron-Strahler gesetzt. Ibsen wird dadurch gezwungen, die Mannschaft zur Landung zu überreden, um ihn zu retten.
Nach der Landung wird die komplette Mannschaft ebenfalls überwältigt. McLane wird anstelle von Ibsen auf den Stuhl gefesselt und Tourenne, ein ehemaliger Wissenschaftler, verhört ihn. Tourenne wurde verbannt, weil er „Lähmungsstrahlen“ erfunden hatte. Um mit der Orion zu den Frogs fliehen und ihnen diese Technik anbieten zu können, will er die komplette Orion-Mannschaft töten. McLane kann Tourenne aber überzeugen, dass ohne Einweisung keiner die hochmoderne Orion fliegen könne. Deshalb bringt Tourenne mit einigen Begleitern die Orion-Mannschaft ins Raumschiff. Um eine Flucht von Mura zu verhindern, wurde über der Orion ein Magnetschild installiert. Bei einem Startversuch gelingt es der Orion-Mannschaft, das Raumschiff durch die Magnetglocke, die kurz vorher mit einer Lancet zerstört wird, zu manövrieren. Dadurch wird die Orion kräftig durchgeschüttelt, was die Mannschaft ausnutzt, um die Verbrecher zu überwältigen.

7: Invasion

(it.: Invasione, fr.: L'invasion, sv.:Invasion utifrån) – Regie: Michael Braun, produziert von der Bavaria Atelier GmbH im Auftrage des Südfunks Stuttgart, Erstausstrahlung am Samstag, dem 10. Dezember 1966 um 20:15 Uhr, Einschaltquote 39 %.
Während eines Gespräches mit General Wamsler erfährt McLane durch einen Notruf, dass das Raumschiff Tau, auf dem sich auch Oberst Villa und acht wichtige Mitglieder des GSD befinden, laut Erklärung von Villa in schnell wechselnde gravitionelle Felder geraten ist. Per Lancet wollen sie versuchen, die Station auf Gordon zu erreichen. Villa vermutet einen exoterrestrischen Angriff. Die Verbindung bricht ab. Man vermutet, dass Villa tot ist.
Er und die ihn begleitenden GSD-Angehörigen haben es aber als Einzige geschafft, Gordon zu erreichen, und kehren nach einigen Tagen zur Erde zurück. Nun will Villa allerdings nichts mehr von schnell wechselnden gravitionellen Feldern wissen. Für ihn war es plötzlich ein Lichtsturm, was wiederum McLane und Wamsler sehr stutzig macht. Zudem werden plötzlich Raumschiffstarts vom GSD untersagt, und die Überwachung der Startbasen wird ebenfalls vom GSD übernommen. McLane sieht sich in seinen Zweifeln bestätigt und befürchtet einen Putsch von Villa. Er bittet Tamara, für ihn eine Starterlaubnis nach Gordon zu beschaffen und gleichzeitig sich im GSD-Zentralbüro umzuschauen. Überraschenderweise erhält McLane die Starterlaubnis. Die Orion wird sogar zusätzlich mit einem neu entwickelten Eigenkraftfeld zum Schutz gegen die Frogs ausgerüstet. Der Chefingenieur Kranz begleitet diesen Flug.
Tamara entdeckt in einem Raum auf einem Monitor die Invasionspläne, wird aber von Villas Gefolgsleuten festgenommen. Als die Orion bei Gordon ankommt, entdecken sie Frog-Raumschiffe aus allen Richtungen. Sofort wird Kranz entwaffnet und McLane versucht, den GSD von der drohenden Invasion zu unterrichten. Oberst Villa zwingt McLane, Kranz wieder zu bewaffnen, da er ansonsten Tamara töten lasse. McLane gibt Kranz die Waffe zurück und dieser setzt Kurs direkt auf Gordon, um den Frogs die Orion mit der Overkill-Anlage zu übergeben. Technisch unversiert, hat Kranz jedoch kein Gegenargument, als Ingenieur Sigbjörnson behauptet, dass ein Teilausfall des Hyperantriebs vorliege, und die Orion bis zur Reparatur nur mit halber Geschwindigkeit beschleunigen könne.
Auf der Erde gelingt es Tamara, die direkte Verbindung vom Büro Villa zu TRAV herzustellen. Erst jetzt bemerken die TRAV-Mitarbeiter, was Villa vorhat. Sofort werden alle entsprechenden Gegenmaßnahmen eingeleitet. Die Invasionsverbände der Frogs können jedoch nur über einen Leitstrahl, der von Gordon gesteuert wird, die Erde anfliegen. Um McLane die Möglichkeit zu geben, Kranz zu entwaffnen, wird die Hydra zur Orion geschickt, die sie dank Sigbjörnsons Verzögerungstaktik auch noch rechtzeitig erreichen kann. Sie soll einen Scheinangriff auf die Orion starten. Dieses Manöver wird auch durchgeführt und McLane schafft es, Kranz zu entwaffnen, Gordon mit voller Beschleunigung anzusteuern und mit Overkill zu zerstören. Am Ende wird McLane zum Oberst befördert und vom Raumpatrouillen-Dienst zurück zu seiner alten Einheit versetzt. McLane und Tamara küssen sich in der Schlussszene im Büro der obersten Raumaufsichtsbehörde (womit Mario de Monti eine Wette gegen Helga Legrelle verliert) und es wird angedeutet, dass sie im Privatleben ein Paar bilden werden.

Weitere Darsteller

Herstellung

Die 1965 in schwarz-weiß gedrehte Serie wurde mit großer Kreativität und mit viel Aufwand verfilmt. Einige Aufnahmen wurden im Bluescreen-Verfahren erstellt und mussten deshalb in Farbe gedreht werden. Da für den WDR, der anfangs als Hauptproduzent im Gespräch war, die geplanten Kosten von bis zu 360.000 DM pro Folge zu hoch waren, suchte Bavaria-Boss Helmut Jedele nach einem Co-Produzenten. Dieser fand sich im französischen ORTF. Da sich der ORTF mit ca. 20 % an den Produktionskosten beteiligte, wurden auch einige Szenen speziell für das französische Publikum parallel erstellt. So wurde z.B. in Folge 5 die Rolle der „SIE/ELLE“ (in der deutschen Version gespielt von Margot Trooger) in der französischen Version von Christiane Minazzoli gespielt. Die französische Raumpatrouille hieß „Commando spatial – Les aventures fantastiques du vaisseau d'espace ORION“.

Die seinerzeit für eine Fernsehverfilmung spektakulären Effekte besitzen heute einen ganz eigenen Charme. So wurden etwa verfremdete Bügeleisen und Bleistiftanspitzer als Armaturen und Plastikbecher als Deckenleuchten verwendet. Bei den Rangabzeichen an den Uniformen handelte es sich um Fragmente von Lochkarten für EDV-Systeme. Auf den Kopf gestellte Uhrpendel, bei denen eine Metallkugel auf einem zylindrischen Stiel saß, stellten die Fahrhebel dar. Auch Garnrollen und Wasserhähne kamen als Dekoelemente zum Einsatz. Die spektakulären Kunststoffkulissen in der Kommandokanzel der Orion wurden mit dem damals ganz neu erfundenen Tiefziehverfahren erstellt. Die Aufnahmen wurden größtenteils in den Bavaria Film- und Fernsehstudios in Geiselgasteig gemacht. Außendrehorte waren:

Die „ORION“ gab es als Modell in drei Größen von 60 cm bis 1,60 m Durchmesser. Das Set des Kommandostandes hatte einen Durchmesser von 28 Metern. Es wurden 3200 Glühlampen und 10.000 Meter Kabel für elektrische Schaltungen eingebaut. Hier und da erscheinen die Ventile einer Mischbatterie. Neben anderen Kuriositäten, die man eher im Baumarkt vermuten würde, taucht auch ein für die 1960er Jahre typischer großer, klobiger Thermostat auf.

Tricktechniken

Für die Spezialeffekte verwendete man zum Teil optische Printer, um unterschiedliche Szenen zusammenzusetzen, zum Teil wurden auch Zeichentrickelemente eingesetzt (bei den Strahlen der Waffen und den Magnetstürmen). Es wurden auch Modelltrickaufnahmen und Matte-Aufnahmen verwendet, bei denen ein Teil des ursprünglichen Hintergrundes durch ein anderes Bild ersetzt wurde. So ist z.B. der Boden der Unterwasser-Landebasis 104 für die Orion eigentlich der Königsplatz in München. Diese Szene besteht aus 13 verschiedenen Filmteilen, die bei der Nachbearbeitung dann zusammengefügt wurden. Allein das Raumschiff Orion bestand aus fünf verschiedenen Teilen.

Astroscheibe

Die Astroscheibe, auf der unterschiedliche Filmsequenzen (u.a. ein Countdown, der Overkill-Test) zu sehen sind, bestand aus einer weißen Platte mit einem Durchmesser von 1,20 Meter. Über dieser Platte war in der Dekoration ein Loch ausgeschnitten, in dem ein Spiegel hing. Über diesen Spiegel wurden mit einem Filmprojektor die zuvor aufgenommenen Filmsequenzen abgespielt. Um den Hot Spot zu vermeiden, wurde auf die Linsenmitte eine sternförmige und lichtundurchlässige Pappschablone geklebt.

Fischtrick

In den Filmsequenzen unter Wasser (z.B. „Starlight-Casino“) sieht man Fische an den Fensterscheiben vorbeischwimmen. Die Fische wurden im Aquarium des Berliner Zoos aufgenommen. Diese Aufnahmen wurden dann im Bluescreen-Verfahren in die Szene eingefügt. Dazu hängte man blau eingefärbte Tücher an die entsprechenden Stellen im Casino. Zusätzlich wurden noch helle, runde Kreisausschnitte in den Film einkopiert. So entstand der Eindruck eines riesigen gewölbten Glasdaches. Diese gesamten Szenen wurden in Farbe hergestellt.

Frogs

Die Frogs waren Schauspieler in enganliegenden, blauen Anzügen, die mittels Cinemascope-Linse in die Länge gezogen aufgenommen wurden. Für den Glitzereffekt wurde eine Holzrolle mit Glimmer (glitzernde Partikel) beklebt, in langsame Drehung (zweimal: einmal links- und einmal rechtsherum) versetzt und unscharf gefilmt. Diese beiden Aufnahmen wurden dann übereinanderkopiert. Diese Trickaufnahme wurde dann wiederum mit Hilfe des Bluescreen-Verfahrens auf die langgezogenen Umrisse der Schauspieler kopiert.

Laserstrahl

In den Folgen 1, 3, 4 und 5 wird mit der Handlaserpistole HM-4 geschossen. Die Erzeugung des Laserstrahls geschah mit einem sehr aufwendigen Verfahren. Auf einen Leuchtkasten klebte man schwarze Pappe, in die ein dünner Schlitz geschnitten war. Unter dem Leuchtkasten war eine zweite Scheibe aus Milchglas, die man drehen konnte. Nun wurde im Stop-Motion-Verfahren der Schlitz mit einer weiteren schwarzen Pappe Stück für Stück vergrößert. Gleichzeitig drehte man die Milchglasscheibe bei jeder Aufnahme ein Stückchen weiter. So entstand nach und nach der Laserstrahl mit unterschiedlichen Konturen. Dieser Laserstrahl wurde dann in die entsprechenden Aufnahmen einkopiert.

Lichtsturm

Für den Lichtsturm (Folge 1) wurde die Orion im Bluescreen-Verfahren gefilmt. Geworfene Reiskörner, die im Highspeed-Verfahren aufgenommen und mit normaler Filmgeschwindigkeit wiedergegeben wurden, waren der Lichtsturm.

Omikronstrahlen

Für die Strahlen des „Omikronstrahlers“ (Folge 6) wurde im nachhinein Bild für Bild mit einer Rasierklinge bearbeitet. Jeder einzelne Strahl wurde damit in den fertigen Film eingeritzt.

Overkill

Für den „Overkill“ (Folge 4) wurde eine Gipskugel an einer Stelle ausgehöhlt und mit Reis, Rosinen, Kaffeemehl und Mehl gefüllt. Diese Füllung wurde dann mit Pressluft weggeblasen. Das Ganze wurde dann mit einer Highspeed-Kamera aufgenommen und später mit der normalen Filmgeschwindigkeit (25 Bilder pro Sekunde, da es sich um eine TV-Produktion handelte) wieder abgespielt.

Roboter

Für die Roboter (Folgen 3 und 4) wurden u. a. einfache Papp- und Holzattrappen eingesetzt, die im Maßstab 1:1 entweder an dünnen Wolframfäden aufgehängt (diese wurden dann in der Postproduktion wieder „entfernt“) oder als Holzattrappen – von hinten abgestützt und für die Kamera nicht sichtbar – hingestellt wurden. Da die Roboter logischerweise nicht stehen konnten, man aber bei gewissen Aufnahmen (z. B. in Folge 4, in der Cliff McLane von einem Roboter angegriffen wird) Roboter in Aktion benötigte, gab es ein Modell, in das von der Rückseite ein Mann hineinkletterte und dann die Roboterarme betätigte. Der rechte Arm war ein normaler Eisportionierer, und der linke war ein Teil einer Geburtszange. Es gab insgesamt nur zwei „originalgroße“ Robotermodelle, kunstvoll aus Holz gearbeitet. Und es wurden ebenso 30 Zentimeter kleine Modelle mittels Stop Motion animiert und im richtigen Verhältnis zu den Kulissen und agierenden Personen in einige Szenen hineinkopiert. Dadurch wurde der Eindruck vermittelt, die Roboter würden schweben. Dem aufmerksamen Betrachter der Episoden 3 und 4 wird nicht entgangen sein, dass die nachträglich einkopierten Robotermodelle keinen Schatten auf Kulissen und Boden werfen. In der Szene mit dem Roboterspezialisten Rott (Folge „Hüter des Gesetzes“) ist der auf der lähmenden Impulsplatte stehende Alpha-C-Roboter RX2714 teilweise leicht transparent, während Rott ihn umschreitet.

Supernova

Für die Supernova (Folge 2) wurde eine Holzkugel mit Brandmasse eingeschmiert und einfach an einem Seil aufgehängt. Für den Feuerschweif wurde ein Blechstreifen ebenfalls mit Brandmasse eingeschmiert und abgefilmt. Beide Aufnahmen wurden dann später zusammenkopiert.

Tiefseebasis 104

Die Aufnahmen für die Tiefseebasis 104 waren die aufwändigsten Trickaufnahmen.
Der Boden, auf dem Mitarbeiter die Raumschiffe beluden, war in Wirklichkeit der leergeräumte Königsplatz in München, der 1965 noch anders aussah als heute. Damals war der komplette Platz noch mit großen Granitplatten belegt. Dort wurden aus erhöhter Position die Mitarbeiter gefilmt, die die Raumschiffe beluden. Dann wurden aus 13 Filmbändern (sie enthielten u.a. die Dame im Vordergrund, den beleuchteten Hintergrund, die Aufnahmen vom Königsplatz, die Orion nebst Landeschacht sowie einige Masken und Gegenmasken, siehe Schema, Bild rechts) mit einem optischen Printer ein neues Bild kombiniert.

Wasserstart (Unterwasseraufnahme)

Ein ausgeschnittenes Foto der Orion wurde auf eine Glasplatte geklebt. Hinter dem Bild wurden auf einem kleinen Brett dann drei Alka-Seltzer-Tabletten montiert. Nun wurde das komplette Gestell kopfüber in eine Küvette getaucht. Aufgenommen wurde dies dann mit einer auf dem Kopf stehenden Kamera. So entstand der Eindruck, dass die aufsteigenden Luftblasen der Tabletten nach unten gingen. Um den Eindruck der startenden Orion zu verstärken, wurde hinter dem wassergefüllten Glasbehältnis ein gemalter Hintergrund bewegt.

Wasserstart (ins Weltall)

Hier wurde ein Wasserstrudel (erzeugt in der Versuchsanlage für Wasserdynamik der Technischen Hochschule München) mit einer Cinemascope-Linse verzerrt und mit 120 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Bei der Wiedergabe in normaler Filmgeschwindigkeit entstand so der Eindruck eines riesigen, über 200 Meter breiten Strudels im Meer. Damit das Wasser mehr nach Meer aussah, wurde es eingefärbt und dann mit starken Scheinwerfern angestrahlt. Die Kräuselung erhielt das „Meer“, indem Ventilatoren über die Wasseroberfläche bliesen. Die Orion wurde dann später über verschiedene Techniken in diese Aufnahmen hineinkopiert.

Wie umfangreich die Trickszenen für die damalige Zeit waren, zeigt der Zeitraum von der letzten Klappe (Samstag, der 10. Juli 1965, es war der 80. Drehtag) bis zum Termin der ersten Ausstrahlung am 17. September 1966. Die Postproduktion dauerte fast ein Jahr.

Dekoration

Hauptverantwortlicher für die Dekorationen war Rolf Zehetbauer, einer der bekanntesten Filmarchitekten Deutschlands. Der größte Teil der Kulisse war aus Kunststoff. Hier wiederum wurde das damals neue Tiefziehverfahren eingesetzt. Der Kunststoff Accuplan wurde mit der Tiefziehanlage Kiefer K7 in die gewünschten Formen gepresst.

In die Kommandostation der Orion wurden insgesamt 22 Minenspitzer vom Typ 322 der Firma Dahle als Bedienelemente eingebaut.

Die Overkill-Anlage (Folge 4) bestand aus tiefgezogenen Wandteilen, einer großen Anzahl an Bananensteckern mit teilweise angeschraubten Kabelstücken, verchromten Kugeln sowie vielen Nähgarnrollenbehältern. Die Projektoren der Omikronstrahler bestanden ebenfalls aus Bananensteckern, die aufgebogen waren. Interessant ist die Liste der ausnahmslos hochwertigen Designermöbel, -lampen und -gläser, die eingesetzt wurden. Von Ludwig Mies van der Rohe wurde die Liege Model 258 (Jahrgang 1930), von Harry Bertoia der Sessel Model Diamond (Jahrgang 1950), von Yrjö Kukkaparo der Sessel Typ Karusseli (Jahrgang 1964), von Charles Eames der Stuhl Modell Aluminium group Nr. EA105 (Jahrgang 1958), von George Nelson der Stuhl Modell DAF Chair sowie von Eero Saarinen Tisch und Stuhl Modell Tulpe (Jahrgang 1957) als Möbelinventar eingesetzt. Als Trinkglas kam das berühmte Model Smoke (Jahrgang 1964) von Joe Colombo in Einsatz.

Kommandokanzel der Orion

Die Dekoration der Kommandozentrale war mit 2,50 Meter Höhe und einem Innenmaß von fast 10 Metern und einem Außenmaß von 28 Metern die größte Dekoration. Sie stand auf einer 60 cm hohen Metallrohrkonstruktion, um die benötigte Verkabelung (ca. 10.000 Meter!) zu verstecken. Damit die 3.200 Glühlampen ständig blinkten, wurde eine etwa 40 kg schwere Metallwalze benötigt, die durch einen Elektromotor in Gang gesetzt wurde. Die Crew saß auf fünf Designerstühlen des Typs Karusseli, die aber noch zusätzlich mit verchromten Metallteilen erhöht wurden. Die Kabinen waren aus unterschiedlichen tiefgezogenen Kunststoffen. Für die Wände wurden zusätzlich durchsichtige Abdeckungen für Frühbeete eingesetzt.

Musik

Der Soundtrack wurde von Peter Thomas komponiert. Die erste Ausgabe auf Langspielplatte (PHILIPS TON GmbH, 843 796 PY), die schon 1966 herausgegeben wurde, war von der Aufmachung her sehr aufwendig. Sie besaß ein aufklappbares Plattencover mit Szenenfotos auf den Innen- und Außenseiten. Innen war noch eine weitere Seite mit Zusatzinformationen eingearbeitet. Diese Erstausgabe enthielt 18 Musikstücke. In den folgenden Jahren wurden die Single und die LP mehrfach neu aufgelegt. Zwischenzeitlich wurde der Soundtrack auch mehrfach auf CD herausgegeben, wobei die letzte Veröffentlichung aus dem Jahre 2003 (bung 112, Bungalow Records) mit dem Untertitel „The Complete Music“ bis dato unveröffentlichte Stücke (u.a. „Mars Menuett“, „Enter The Crew“, „Attention Frogs!“) enthält.

Folgeprodukte

Romane

Die sieben Original-Episoden und weitere erdachte Abenteuer erschienen zunächst als Taschenbücher, ab 1972 wurden die Taschenbücher in Heftform nachgedruckt und fortgesetzt. Von den insgesamt 145 Folgen erschienen lediglich die Bände 46 bis 81 exklusiv in einer eigenständigen Heftreihe, der Rest wurde in die Heftserie Terra Astra integriert.

Die Autoren stammten aus dem Umfeld der Perry Rhodan-Serie, ein großer Teil der Romane wurde von Hans Kneifel verfasst, der die ersten 41 Titel im Alleingang produzierte. Dabei nahm er sich die Freiheit, Handlungselemente und Details hinzuzufügen, die in der Fernsehserie nicht vorkommen. Er veränderte auch Ränge, Schreibweisen und Dienstbezeichnungen. Wamsler und Kublai-Krim tauschten beispielsweise die Ränge, aus Cliff Allister McLane wurde Cliff Allistair McLane.

Photoroman

In der von Rolf Kauka herausgegebenen Heftreihe TipTop erschienen die ersten 4 Episoden als mit Photos bebilderte Fortsetzungsgeschichten. Nach Einstellung von TipTop erschienen die restlichen Episoden in Fix und Foxi – Super TipTop, Band 6, unter dem Titel Raumpatrouille Orion. Damaliger Verkaufspreis: 1,50 DM.

Kino

Im Jahr 2003 wurde für das Kino ein Zusammenschnitt mehrerer Folgen unter dem Titel Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino veröffentlicht.

Kurioses

Abkürzungen und spezielle Bezeichnungen

Sekundärliteratur

Siehe auch