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Böhmertor (Freistadt)

Das Böhmertor ist ein mittelalterliches Stadttor in Freistadt, Oberösterreich. Es wurde im 13. Jahrhundert am nördlichen Zugang zur Stadt errichtet (im Süden steht das Linzertor) und ist somit eines der ältesten Tore der Stadtbefestigung. Hier liefen nach der Befestigung Freistadts die alte Handelsstraße von Enns nach Böhmen, die spätere Reichsstraße (Linz - Prag) und dann die Bundesstraße 125 durch.

Das Böhmertor ist ein gewaltiger Torturm und hieß früher Spitalstor, weil bis ins 15. Jahrhundert das Freistädter Spital vor dem Tor neben der Liebfrauenkirche stand. Weiters wurde es Frauentor bezeichnet, dieser Name entstand wegen der Liebfrauenkirche. Später änderte sich der Name in den Heutigen, da nördlich Böhmen liegt.

Das Böhmertor ist gänzlich anderes als das Linzertor gebaut, obwohl es um 1485 vom gleichen Baumeister Mathes Klayndl umgebaut wurde. Das Böhmertor ist so alt wie die Stadt selbst, die Grundmauern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Auf die Grundmauern wurden drei mächtige Mauern aufgesetzt, bis eine Höhe von rund 12 m erreicht war. Diese drei Außenmauern wurden dann mit dicken Trambalken und einer Holzkonstruktion für drei Stockwerke ausgebaut. Ganz oben auf der Schauseite wurde in der Barockzeit ein Dachreiter aufgesetzt. vor dem Böhmertor wurde um diese Zeit ein Bastei aufgeschüttet, heute steht das St. Leonhard Standbild dort.

Der Brand von 1880, von der Schlosskaserne ausgehend, vernichtete die Holzkonstruktion und zog auch die Mauern stark in Mitleidenschaft. Nach dem Brand war die Idee, das Tor abzutragen, dies konnte vom damaligen Freistädter Bürgermeister Pemberger verhindert werden. Lediglich die inneren Stadtmauer mit dem Stadttor wurde abgebrochen. Das Böhmertor wurde nicht rekonstruiert, daher sind heute nur die Außenmauern zu sehen.

Wie auf dem oberen Bild (rechts) zu sehen ist, besitzt das Böhmertor ein gotisches Spitzbogentor, über dem sich ein doppelköpfiger Adler mit den Wappen der Babenberger, gleichzeitig das Wappen der Stadt Freistadt, befindet. Die Sicherung der Stadt durch eine Zugbrücke ist an den Mauerschlitzen (für die Schwungbalken) zu sehen. Das Tor steht nicht in gleicher Linie mit der äußeren Stadtmauer, sondern ein wenig vorgerückt. Das untere Bild zeigt die vorhanden Schießscharten auf allen drei Stockwerken. DIe Sitznischen für die Torwächter sind ebenfalls noch zu erkennen, die beiden östlichen wurden 1975 für einen Fußgängerdurchgang umgebaut.

Literatur

 Commons: Freistadt – Bilder, Videos und Audiodateien

7Koordinaten: 48° 30′ 46″ N, 14° 30′ 20″ O