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Buchenspringrüssler

Buchenspringrüssler
Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Coleoptera)
Familie: Rüsselkäfer (Curculionidae)
Gattung: Rhynchaenus
Art: Buchenspringrüssler
Wissenschaftlicher Name
Rhynchaenus fagi

Der Buchenspringrüssler (Orchestes fagi) ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Er gehört zur Unterfamilie der Langrüssler (Phanerognathi). Der Käfer neigt in Buchengebieten zu Massenvermehrungen, die in der Forstwirtschaft Schäden verursachen.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die adulten Käfer sind 2 bis 2,5 mm lang, von schwarzbrauner Farbe, fein grau behaart. Beine und Fühler sind rot gefärbt, letztere in der Rüsselmitte eingelenkt. Die Hinterschenkel sind verdickt (Sprungvermögen!). Die Larve ist weiß, beinlos, augenlos und bauchwärts gekrümmt.[1]

Ökologie

Der Buchenspringrüssler lebt an Buchen. Seine Flugzeit dauert von April bis September, die Generationen sind einjährig.

Nach der Überwinterung unter der Rinde einer Buche oder im Boden zeigt sich der Löcherfraß des Käfers an den noch jungen Buchenblättern. Auch Blattstiele werden angefressen, die Blätter fallen kurze Zeit später ab. Die Eier werden später einzeln an der Unterseite des Blattes an der Mittelrippe abgelegt. Zwischen Mai und Juni frisst die Larve einen Kanal in die Mittelrippe, von dem aus dann eine Gangmine zwischen zwei Seitenrippen angelegt wird, die sich nach Erreichen des Blattrandes in eine Platzmine verwandelt, wo sich die Larve Ende Mai/ Anfang Juni in einem kugeligen Kokon verpuppt. Bei starkem Befall verfärben sich die Blätter braun, das Schadbild erinnert dann an Frostschäden. Es kommt zudem zu Kronenverlichtungen.[2]

Forstwirtschaftlich relevanter Schaden entsteht durch die Vernichtung von Assimiliationsmasse, es kommt zu messbaren Zuwachsverlusten. Auch die Fortpflanzung von Buchen kann darunter leiden, da das Anbohren der Fruchtknoten die Buchckern unfruchtbar werden lässt. [3]

Gegenmaßnahmen sind aufgrund der Widerstandskraft der Käfer aufwendig und sind nur in Buchenverjüngungen und Obstbaumkulturen (die bisweilen auch befallen werden) sinnvoll.

Einzelnachweise

  1. Schwenke, Wolfgang Leitfaden der Forstzoologie und des Forstschutzes gegen Tiere. Parey, Hamburg, 1981. S. 86
  2. Günter Hartmann, Franz Nienhaus und Heinz Butin: Farbatlas Waldschäden. Diagnose von Baumkrankheiten. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Ulmer, Stuttgart 1995, ISBN 3-8001-3351-2 S. 207
  3. Ebner, Stefan und Scherer, Andreas: Die wichtigsten Forstschädlinge. Insekten, Pilze, Kleinsäuger. 3. Aufl., Stocker, Graz, 2007. S. 110f.

Literatur