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Schiffskatastrophe bei Honda Point

Die Schiffskatastrophe bei Honda Point war der größte Schiffsverlust der US Navy im Frieden. Am Abend des 8. September 1923 liefen neun Zerstörer bei einer Geschwindigkeit von 20 Knoten (etwa 37 km/h) auf Grund. Nur zwei von ihnen konnten sich wieder freimanövrieren. 23 Seeleute starben.

Inhaltsverzeichnis

Unglücksumstände

Geplanter und tatsächlicher Weg des Verbandes und Unglücksort

Die Schiffe des 11. Zerstörergeschwaders (Destroyer Squadron 11/DESRONN 11) unter der Führung des Geschwaderkommandeurs, Captain Edward H. Watson, waren auf dem Weg von San Francisco nach San Diego in Kalifornien. Das Geschwader bestand aus 14 Schiffen, die alle der Clemson-Klasse angehörten und jünger als fünf Jahre waren. Watson befand sich auf dem Zerstörer USS Delphy (DD-261), der die Linie anführte.

Um 21.00 Uhr drehten die Schiffe nach Osten auf einen Kurs von 095°, um den Santa Barbara Channel anzusteuern. Die Navigation beruhte auf Kopplung, d. h. eine Berechnung auf der Grundlage von Kurs und Geschwindigkeit. Zwar verfügte die Delphy über eine Funkpeileinrichtung, jedoch vertraute man dieser neuen Technik nicht und hielt die Peilungen für fehlerhaft. Auch verzichtete man auf Lotungen der Wassertiefe, weil man dafür die Geschwindigkeit hätte reduzieren müssen. Darauf wurde verzichtet, weil die Schiffe Übungen unter Kriegsbedingungen durchführten.

Das Gebiet um Honda Point (auch Pedernales Point genannt) am Eingang des Santa Barbara Channel gilt seit den Zeiten der spanischen Besiedlung Kaliforniens als besonders gefährlich. Vor dem Kap liegen einige gefährliche Felsen, von denen einer seither Destroyer's Rock genannt wird. Auf Grund der geographischen Bedingungen entwickeln sich in diesem Gebiet häufig starke Winde und hoher Seegang. In den Sommermonaten kann sich zudem dichter Nebel bilden. Das war auch am Tag des Unglücks der Fall. Vor den Zerstörern war an diesem Tage bereits das Postschiff Cuba in der Nähe auf Grund gelaufen.

Verlauf des Unglücks

(Die Namen der verlorengegangenen Schiffe sind fett markiert)

Rettungsmaßnahmen

Weil die Schiffe direkt in Ufernähe lagen, gelang es alle Besatzungsmitglieder zu retten, die nicht unmittelbar bei der Strandung oder dem Kentern ihres Schiffes zu Tode gekommen waren. Die Rettung wurde allerdings durch die starke Brandung erschwert.

Konsequenzen

Im Rahmen eines Kriegsgerichtsverfahren und weiterer Ermittlungen wurde festgestellt, dass fehlerhafte Navigation die alleinige Ursache des Unglücks gewesen sei. Die Funkpeilanlagen und ihre Ergebnisse seien nicht fehlerhaft gewesen.[1] Captain Watson übernahm die volle Verantwortung. Er verblieb bis zu seiner Pensionierung im November 1929 im gleichen Dienstgrad in der Marine. Diverse Offiziere und Seeleute wurden wegen ihres umsichtigen und mutigen Verhaltens während der Rettungsmaßnahmen belobigt.[2]

Bei Honda Point erinnert ein Denkmal an das Unglück. Es befindet sich auf dem Gelände der Vandenberg Air Force Base.[3]

Verweise

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bericht des Court of Inquiry 1931
  2. Offizielle Liste der belobigten Soldaten
  3. Honda Memorial