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Diskussion:Zahnkaries

Die Passage "Dies geschieht nicht (wie bei anderen Infektionen), um neue Nahrungsquellen zu erschließen, sondern um den überschüssigen Zucker loszuwerden. Zu viel Zucker führt nämlich zum "Ersticken" der Bakterien in ihren eigenen Stoffwechselprodukten, hauptsächlich Säuren." ist irreführend. Was soll "überschüssigen Zucker" sein? An Zucker ersticken Bakterien auch nicht.

Antwort: Ich habe den Artikel nicht geschrieben, kenne aber folgende Zusammenhänge. Schon meine Oma hat ihre Marmelade mit viel Zucker gemacht, da Marmelade die Früchte Konserviert. Das Überangebot an Zucker ist Gift für gewöhnlich Bakterien - es schadet ihrem Stoffwechsel. Das ist auch bei Zucker im Mund so. ABER es gibt einige angepaßte Bakterienarten, die sich auf die Verstoffwechselung von Zucker spezialisiert haben. Die Bakterien wandeln den Zucker in Säuren um. Diese Säuren erreichen aber keine ausreichende Konzentration um die Bakterien zu schädigen.

Das ist nur bei der industriellen Alkoholproduktion der Fall, wo die Bakterien ab einem gewissen Alkohohlgrad absterben (oder war es die Essigpoduktion?).

Wahrscheinlich beides aber Akc auf jeden fall Sind Streptokokken nicht anaerob? von wegen ersticken...

Tag,

Konservierung durch Zucker basiert darauf, dass Zucker stark wasseranziehend ist und dadurch das Wasser aus den Bakterien heraussaugt. Zucker eignet sich deshalb nicht als Nährboden für Bakterien. Für Karies spielt das aber keine Rolle, weil selten derart hohe Zuckerkonzentrationen im Mund aufrechterhalten werden. Der Zucker befindet sich ja meistens schon in gelöster Form. Zucker ist jedenfalls per se kein Gift für Bakterien. Ersticken ist auch schlecht ausgedrückt, gemeint war wahrscheinlich nicht Ersticken im Sinne von "An Sauerstoffunterversorgung sterben", sondern in der metaphorischen Bedeutung: "Im eigenen Dreck ersticken". Es ist jedenfalls irrelevant, ob Streptokokken aerob oder anaerob sind. Spontan würde ich sagen: Je nach Art. Zur Alkohol- und Essigsäureproduktion: Bei beidem der Fall. Alkohol führt zu Proteinfällung und dadurch zum Tod, Essigsäure erniedrigt den pH-Wert ab einer bestimmten Konzentration unter die Toleranzschwelle der jeweiligen Bakterien. Deshalb hören die Bakterien ab einer gewissen Konzentration auf, Essigsäure oder Alkohol zu produzieren, entweder weil sie sterben, oder wegen Feedbackhemmung. Die Behauptung, dieses Phänomen wäre ausschließlich auf Alkohol und Essigsäure beschränkt, ist falsch. Milchsäurebakterien reagieren empfindlich auf zu viel Milchsäure. Obligatorisch Aerobe Lebewesen wie der Mensch sterben, wenn sie zu viel Kohlenstoffdioxid produzieren und der Sauerstoffpartialdruck in der Luft in dieser Folge zu weit absinkt. Solche Beispiele lassen sich zur Genüge finden.

Das Problem ist, dass all das höchstwahrscheinlich gar nichts mit Karies zu tun hat. Im Mund werden derart hohe Konzentrationen von Milchsäure und Zucker gar nicht erreicht, weil der Speichel ständig zu einer Konzentrationserniederigung führt und die entsprechenden Stoffe abtransportiert. 84.188.223.112 21:14, 15. Jan. 2008 (CET)

Inhaltsverzeichnis

Amalgam

"Früher häufig verwendetes Füllungmaterial: Amalgam." - Quatsch und falsch. Amalgam ist auch heute noch das Standardfüllungmaterial im Seitenzahnbereich für Kassenpatienten.

Die Amalgamgegner und Befürworter sollen sich die Köpfe im Artikel "Amalgam" einschlagen - hoffentlich in getrennten Abschnitten für pro und contra --stefan 18:43, 11. Nov 2005 (CET)


Ansiedlung alternativer Bakterien im Mundraum

Ich vermisse in dem Artikel (und auch in allen sonstigen Medien) schmerzlich folgende Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Zahnmedizin: http://www.wissenschaft.de/wissen/news/150472.html Dort wird die Ansiedlung eines alternativen Bakterium zu Streptococcus mutans beschrieben, welches statt Milchsäure eine andere Substanz produziert, welche die Zähne nicht angreift. Das alternative Bakterium ernährt sich dabei von den selben Stoffen, die das schädliche Streptococcus mutans zehrt.

Davon wurde hier schon öfter geschrieben aber anscheinend wieder gelöscht.

Das Bild

Entschuldigung, aber lieber kein Bild als dieses. Lustig ist das aber schon. Haha!

Dort finden sich noch viele weitere Forschungsergebnisse, die die Zahnmedizin grundlegend verändern könnten. Die Klinischen Studien zu finanzieren, die für die Zulassung erforderlich sind dürfte allerdings schwierg werden. "Firmen, die Zahnpflegemittel herstellen, zeigten wenig Interesse an Impfstoffen, während Pharmafirmen in Karies kein Problem sähen." nicht nur Oral-B und Co dürften Einwände gegen solche Inovationen haben auch die Zahnärzte werden lieber weiter die Methoden aus dem letzten Jahrhundert anwenden wollen - sichern sie doch, daß die Patienten wiederkommen.

Gibt da aber noch die "Gegenseite", welche die entstehenden Kosten trägt und an Verbesserung der Zahngesundheit Interesse hat: die Krankenkassen. z.B.: http://www.tk-online.de/centaurus/generator/tk-online.de/06__zaehne/02__vorsorge-bei-kindern/02__uebertragung-von-karies/uebertragung__von__karies__nav.html

Hat es einen bestimmten Grund, warum nur eine Grafik und kein echtes Bild von Karies in dem Artikel vorhanden ist? In der englischen Wikipedia gibt es ja einige, aber es dürfte eigentlich auch kein Problem sein ein eigenes zu besorgen. 87.168.106.220 20:42, 25. Apr. 2007 (CEST)

Flourid remineralisiert?

Per Wikipedia besteht der Zahnschmelz aus Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Carbonat, Eiweißen und Fetten, also keinerlei Fluor. Fluorid also Fluor ähnliche Stoffe sollen nun dazu beitragen den Zahn zu remineralisieren. Mir stellt sich nun die Frage, wie Fluor mineralisieren soll, Stoffe einbringen soll, welche mit Fluor nichts zu tun haben? Fluor wird als das elektronegativste und reaktivste aller chemischen Elemente bezeichnet. Bei vielen Metallen führt die Reaktion mit elementarem Fluor zur Bildung einer Passivierungsschicht auf der Metalloberfläche, die das Metall vor dem weiteren Angriff des Gases schützt. Doch ist die Passivierungsschicht bei einigen Metallen nicht dicht genug. Bei hoher Fluorkonzentration – bei hohem Fluorpartialdruck – kann es dabei deshalb trotzdem zu starker Reaktion mit Fluor kommen, das zum Aufschmelzen des Metalls führen kann. Da beim Aufschmelzen ständig frisches Metall freigelegt wird, das dann wieder zur Reaktion mit Fluor bereit steht, kann es letztlich sogar zu einem unkontrollierten Reaktionverlauf kommen (so genanntes Fluorfeuer). Durch Unterbrechen der Fluorzufuhr lassen sich Fluorfeuer jedoch sofort löschen. Ein andersartiges Löschen ist kaum möglich. (Quelle, Wikipedia, Fluor) Wenn jemand "Fit for Life", oder "Aloe - Kaiserin der Heilpflanzen" von Michael Peuser gelesen hat, findet er dort Studien, das nachweislich fluoriertes Trinkwasser zu einer Verschlechterung der Zähne geführt hat, was Fluor tatsächlich tun kann. Ich wäre also sehr vorsichtig mit der Aussage, dass Fluoride schützen. Es ist mir etwas rätselhaft, wieso die Zähne Stoffe ausgesetzt werden, die im eigentlichen Aufbau des Zahnes nicht zu finden sind, oder damit im Zusammenhang stehen. 89.15.184.246 19:14, 27. Jun. 2007 (CEST) Wolfgang

Tag, Wolfgang,

die gängige Erklärung dazu ist, dass die einfach negativ geladenen Hydroxidionen im Apatit des Zahns gegen ebenso geladene Fluoridionen ausgetauscht werden. Den entstehenden Stoff nennt man dann "Fluorapatit". Fluorapatit hat eine höhere Ritzhärte als gewöhnlicher Apatit. Außerdem neigen Fluoridionen im Gegensatz zu Hydroxidionen nicht dazu, im sauren Millieu mit Wasserstoffionen zum Fluorwasserstoff (Flourid) respektive Wasser (Hydroxid) zu reagieren. Die Folge ist, dass der fluoridierte Zahnschmelz von Säuren nicht so stark angegriffen werden kann.

Übrigens: Fluor wird nicht als elektronegativstes Element bezeichnet, Fluor ist das elektronegativste Element, da gibt es gar keinen Zweifel. Ob es das reaktivste ist, will ich nicht mutmaßen, Alkalimetalle sind jedenfalls auch sehr reaktiv. Es ist aber ohne Frage das am stärksten oxidierende Element. Das ganze hat mit Fluorid aber nichts zu tun. Wenn du über Metalloxide redest, dann behauptest du schließlich auch nicht, dass es sich dabei um Gase handelt, nur weil Sauerstoff ein Gas ist. Gerade weil Fluor derart reaktiv ist, sind Fluoride sehr, sehr inert. Ich vermute, irgendjemand hat dir Schauermärchen erzählen wollen und hat probiert, die Gefährlichkeit von Fluorid mit der Gefährlichkeit von Fluor zu begründen. Ich musste darüber lachen. Ionen verhalten sich gänzlich anders als ihre jeweiligen Elemente. Anderes Beispiel wäre: Xenon ist als Edelgas extrem beständig. Wenn Xenon aber ersteinmal reagiert hat, ist die entstehende Verbindung ein sehr starkes Oxidationsmittel.

Was deine Bücher angeht: Aloe ist ebenfalls umstritten. Gerade wenn man versucht, es als Allheilmittel zu verkaufen. Wenn in deinem Buch steht, dass Aloe gegen Krebs hilft, wirf es weg, an solchen Behauptungen kann man immer wunderbar erkennen, ob Alternativmedizin einigermaßen seriös betrieben wird. Ob deine Quelle jedenfalls taugt, um die Sinnhaftigkeit von Fluorid ernsthaft in Frage zu stellen, möchte ich bezweifeln. Dazu wird auch seriöse Forschung betrieben und es gibt einen eigenen Artikel zur Trinkwasserfluoridierung. 84.188.221.195 20:56, 15. Jan. 2008 (CET)