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Polytechnischer Unterricht

Der polytechnische Unterricht war eines der Hauptmerkmale des Schulsystems der DDR. Nach ihm wurde der verbreitetste Schultyp, die Polytechnische Oberschule (POS), benannt, der den Schülern der DDR eine zehnjährige Ausbildung mit praktisch orientierten Unterrichtsanteilen vermittelte.

Historischer Hintergrund

Die „Polytechnisierung“, welche ab Ende der 1950er Jahre in der DDR einsetzte, beeinflusste nicht nur die Schulbildung. So war es vielmehr Ziel der Regierung, eine „sozialistische Persönlichkeit“ zu formen, welche bereits im Kindesalter mit den Prinzipien der Arbeit und der Lebensweise der arbeitenden Bevölkerung vertraut werden sollte. „Achtung vor der Arbeit“ war eines der Hauptprinzipien zur Ausformung der sozialistischen Persönlichkeit. Patenbrigaden betreuten bereits Kindergarten-Gruppen.

1965 wurde die Polytechnische Oberschule gesetzlich als Pflichtschule der Klassen 1-10 festgeschrieben. Bis zum Ende des Staates 1989 existierte sie ohne große Änderungen in ihrer Struktur.

Inhalte

Der polytechnische Unterricht umfasste alle Klassenstufen. In der Unterstufe (Klasse 1 bis 6) zeichnete er sich durch den Werk- und Schulgarten-Unterricht aus. Ziel war es, den Schülern die theoretischen, aber auch praktischen Aspekte der produktiven Arbeit nahezubringen.

In der Oberstufe kam es dann zu einer aktiven Teilnahme an der DDR-Produktion. Folgende Unterrichtsfächer standen auf dem Plan: