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Lampedusa

Dieser Artikel befasst sich mit der Insel Lampedusa im Mittelmeer, für den gleichnamigen Schriftsteller siehe Giuseppe Tomasi di Lampedusa, für den gleichnamigen Film siehe Lampedusa (Film).

Lampedusa ist die größte der drei Pelagischen Inseln zwischen Tunesien und Sizilien. Die Insel gehört zur Gemeinde Lampedusa e Linosa in der italienischen Provinz Agrigent.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Daten

Nordküste von Lampedusa

Lampedusa ist etwa 20 km² groß, der höchste Punkt ist Albero Sole mit 113 m über NN.

Die bis zu 9 km lange und bis zu 3 km breite Insel erstreckt sich in Ost-West-Richtung. Die Nordküste ist geprägt von steilen Klippen, an der Südküste befinden sich mehrere Buchten mit Sandstränden. 45 km nordöstlich von Lampedusa liegt die bewohnte Insel Linosa, 17 km nordwestlich die unbewohnte Insel Lampione.

Der Hauptort an der Ostküste heißt ebenfalls Lampedusa. Zur Zeit (Stand 2005) wohnen etwa 4.500 Menschen dauerhaft auf Lampedusa, in der Hauptreisezeit allerdings zeitweilig bis zu 10.000. Die Bewohner leben vom Tourismus, vom Fischfang und von der Produktion von Fischkonserven.

Geographie

Lampedusa gehört geographisch zum afrikanischen Kontinent. Das Klima ist heiß, die jährliche Niederschlagsmenge von 300 mm sehr gering. Durch fehlende Quellflüsse, falsch betriebenen Ackerbau und Rodungen ist das Inselinnere verödet.

Vor der Südküste liegt die kleine Insel Isola dei Conigli. Hier und in den Buchten von Lampedusa suchen die vom Aussterben bedrohten Karettschildkröten ihre Plätze zur Eiablage. Um den Bestand der Schildkröten zu wahren, wurden 2002 Teile Lampedusas und die Isola dei Conigli unter Naturschutz gestellt.

Klima

Lampedusa hat typisches Mittelmeerklima. Dank ihrer Positition, sehr südlich und weit weg vom Kontinent, hat die Insel eine der höchsten Durchschnittstemperaturen am Mittelmeer (22,3 °C). Sogar im Februar erreicht Lampedusa eine Durchschnittstemperatur von 15 °C.

Geschichte

Küste von Lampedusa

Auf Lampedusa befinden sich Spuren griechischer, römischer und arabischer Siedlungen. Damals diente die Insel den Seefahrern im Mittelmeer als Stützpunkt.

1834 ging der Kapitän Bernardo Maria Sanvisente, ein Gesandter von Ferdinand II., mit 120 Männern und Frauen an Land, um die Insel dauerhaft zu besiedeln. Von Sanvisente stammt auch der vorher wechselnde Inselname Lampedusa.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Insel als strategisch wichtiger Punkt Ziel von Bombenangriffen. Im Jahr 1986 schlugen auf Lampedusa zwei Scud-Raketen ein, angeblich abgefeuert von Libyen als Antwort auf US-amerikanische Angriffe in Tripolis und Bengasi. Es gab keine Verletzten. Neuere Quellen bezweifeln einen Angriff Libyens.

Politik

In den letzten Jahren verstärkte sich der Zustrom afrikanischer Flüchtlinge, die versuchten, von Tunesien und Libyen aus über Lampedusa und Sizilien den europäischen Kontinent zu erreichen. Immer wieder kam es dabei zu Schiffsunglücken mit Todesopfern.

Lampedusa gilt als Vorposten der italienischen Behörden, illegale Einwanderer und Schmuggler auf ihrem Weg nach Europa abzufangen. 2003 wurden 8.000 Flüchtlinge registriert, 2004 schon 13.000 und 2005 verzeichnete man über 20.000 illegale Einwanderer auf der Insel. Im Oktober 2005 berichtete ein eingeschleuster Reporter über inhumane Verhältnisse in den Auffanglagern.

Verkehr

Von und nach Palermo und Catania gibt es eine tägliche Flugverbindung. Während der Hauptreisezeit wird der Inselflughafen, der im Osten nahe dem Hauptort liegt, mehrmals täglich und auch von anderen italienischen Großstädten aus angeflogen.

Von und nach Porto Empedocle bei Agrigent verkehrt täglich eine Fähre. Zur Nachbarinsel Linosa pendeln mehrmals täglich Tragflügelboote. Der Inselbus entlang der Küstenstraßen Lampedusas fährt in den Sommermonaten stündlich.

Kultur

Bedeutendstes Bauwerk ist eine Kirche an der Südküste mit einer Statue der Madonna di Porto Salvo, die Schutzheilige der Insel ist.

Traditionelles Fest auf Lampedusa ist das Festa di San Bartolo am 24. August jeden Jahres.

Erster Fürst der Insel war Giulio Tomasi, der 1630 von Karl II. den Titel di Lampedusa erhielt. Einer seiner Nachfahren, Giuseppe Tomasi di Lampedusa, schrieb den weltberühmten Roman Der Leopard.

Der 2002 produzierte Spielfilm Lampedusa mit Valeria Golino in der Hauptrolle porträtiert das alltägliche Leben und die Traditionen der Inselbewohner. Er wurde mit dem Europäischen Filmpreis und dem César ausgezeichnet.

Literatur

Koordinaten: 35°  30'  35" N, 12°  36'  0" O