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Skaftá

Der Fluss Skaftá ist ein Gletscherfluss in Island. Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst 1300 km², seine durchschnittliche Wassermenge 100 m³/s, ihre Länge 115 km.

Zahlreiche kleinere Flüsse, münden in die Skaftá, darunter auch Quellflüsse und der Útfall, ein Fluss aus dem See Langisjór.

Er entspringt im Nordwesten des Vatnajökull und strömt in großem Bogen nach Süden, wo er nicht weit von Kirkjubæjarklaustur in den Nordatlantik mündet.

Der nördlichst gelegene Bauernhof am Fluss heißt Skaftárdalur, dort war vor dem Ausbau der Ringstraße eine Fährgelegenheit für die Reisenden.

Der Feuerfluss

Sein Ursprung liegt im Gebiet eines Vulkans, der etwas nordwestlich der Grímsvötn liegt und Gjálp genannt wird. Man kann etwa 10 km nordwestlich der Grímsvötn drei Senken im Eisfeld erkennen, der Durchmesser der größten beträgt etwa 2,5 - 3 km und sie ist 100 - 150 m tief. Darunter liegt ein ziemlich großes Hochtemperaturgebiet mit einer geschätztem Kapazität von 800 MW.

Dort bildet sich ähnlich wie bei den Grímsvötn nur noch regelmäßiger einmal jährlich ein See unter einer Gletscherdecke. Wenn der See eine gewisse Höhe erreicht hat, schwimmt das Gletschereis auf ihm auf und unter dem Gletscher Skaftárjökull hervor strömt ein Gletscherlauf, der allerdings im Fluss Skaftá in den letzten Jahren und Jahrhunderten nie katastrophale Ausmaße erreicht hat und meist zwischen 500 und 1500 m³/s umfasst. Bis 1954 gab es immer wieder kleinere Gletscherläufe, oft verbunden mit vulkanischer Aktivität unter dem Gletscher. Nach 1954 scheint sich diese verstärkt zu haben.

Gefährlich sind die Gase, die diese Gletscherläufe der Skaftá mit sich bringen und die in der Nähe des Gletschers des öfteren gesundheitsschädliche Grenzen im Schwefeldioxidgehalt überschreiten.

Der Fluss verzweigt sich in seinem unteren Lauf auf dem Mýrdalssandur, so dass der auf der Ringstraße nach Osten Reisende ihn dort dreimal überquert. Der westlichste Zweig mündet in den Kúðafljót, der vom Mýrdalsjökull herunterkommt. In der Mitte des Mýrdalssandur sind die sog. Árkvíslar, Flüsschen und Bäche, von denen manche auch unter den Lavadecken versickern und darunter zum Meer strömen. Der östlichste Zweig heißt Skaftá, strömt als solche an Kirkjubæjarklaustur vorbei und mündet zehn Kilometer südöstlich davon als Breiðbalakvísl ins Meer.

Diese Aufspaltung des Flusses datiert von einem der katastrophalsten Ereignisse der isländischen Geschichte, den Vulkanausbrüchen der Lakikrater 1783. Dabei flossen große Lavamengen das Flusstal hinab, der Fluss verdampfte teilweise geradezu, wie Augenzeugen berichten (der Feuerprediger und Pfarrer Jón Steingrímsson aus Kirkjubæjarklaustur). Auch andere Lavaströme haben Kursabweichungen des Flusses verursacht, wie z. B. der in der Eldgjá um 930 n. Chr. sowie etliche Vulkanausbrüche aus vorgeschichtlicher Zeit, in Island bedeutet das: vor mehr als 1100 Jahren. Denn im Hochland liegen nicht weit von Laki und der Eldgjá auch andere vulkanische Spaltensysteme wie die Kambagígar, die Lambavatnsgígar und die Lyngfellsgígar. Unter den riesigen Lavafeldern von 1783 liegen viele andere Schichten und die meiste Lava strömte offensichtlich dieses Flussbett hinunter.

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