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Hosianna

Hosianna oder Hosanna ist ein Jubelruf (hebr.: הושענות „Hilf doch!“), den Christen am Palmsonntag singen und der sich in der katholischen, orthodoxen und evangelischen Eucharistiefeier bzw. Abendmahlsliturgie auch im Sanctus findet.

Der Ausdruck erscheint in den Evangelien der Bibel in der Formel „Hosanna dem Sohne Davids, gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn“, im Zusammenhang mit dem Einzug Christi auf dem Esel nach Jerusalem. Auch im Sanctus der Messe ist er ein Willkommensgruß, nämlich an den sakramental gegenwärtig werdenden Christus.

Der aramäische Ausdruck hoscha’ na (davon die Form hosanna des griech. Neuen Testaments und katholischer Liturgie; hebräisch hoschia’ na; von dieser Form leitete Luther sein hosianna ab) ist mit der hebräischen Form des Namens „Jesus“, „Jehoschua“ (JHWH ist Hilfe), verwandt. Hebr. Wortwurzel ישע.

Ursprünglich stammt der Ausdruck aus dem 118. Psalm (Vers 25) nach hebräischer (entspricht der evang.) Zählung (so auch die Einheitsübersetzung) bzw. dem 117. (nach griechischer, entspricht der traditionellen kath. Zählung). Dort wird er in nichthebräischen Bibeln aber meist nicht stehengelassen, sondern übersetzt; deutsche Bibeln haben oft „Ach, Herr, hilf doch!“ oder ähnliches. Dieser Psalm ist im Judentum ein Höhepunkt der Pessach-Liturgie, die zur Zeit von Jesus noch im großen Stil im Tempel in Jerusalem gefeiert wurde. Da Jesus zum Pessachfest nach Jerusalem kam, bezog man offenbar diesen sehnlichen Gebetsruf auf ihn und erwartete durch ihn die Hilfe Gottes; aber wer darunter die gewaltsame Vertreibung der Römer verstand, wurde bekanntlich enttäuscht.

In der jüdischen Liturgie finden sich Gebete mit dem wiederholten Aufruf hoschia’ na zudem besonders am siebten Tag von Sukkot, der darum auch als „Großes Hosianna“ bezeichnet wird.