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Ernst Friedrich von Schlotheim

Ernst Friedrich von Schlotheim (* 2. April 1764 in Allmenhausen bei Sondershausen, † 28. März 1832 in Gotha) war ein deutscher Geologe und Paläontologe, herzoglich sachsen-coburg-gothaischer Oberhofmarschall, Mitglied des Illuminatenordens. Schlotheim wurde weit über Deutschland hinaus bekannt als ein bedeutender Paläontologe und als Begründer der wissenschaftlichen Paläobotanik. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Schloth.“.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Schlotheim studierte ab 1782 Rechtswissenschaften und Kameralwissenschaft sowie Naturwissenschaften (unter anderem bei Johann Friedrich Blumenbach) an der Universität Göttingen. Hier findet er Aufnahme in die Freimaurerloge „Augusta zu den drei Flammen“. Im Jahre 1784 kehrte er nach Gräfentonna zurück, wo er privat Mineralogie studierte. 1791 bis 1792 studierte er Oryctognosie (heute: Mineralogie) und Eisenhüttenkunde bei Abraham Gottlob Werner und ab 1792 Bergmaschinenwesen an der Bergakademie Freiberg, gemeinsam mit Alexander von Humboldt, Johann Carl Freiesleben und Leopold von Buch.

Nachdem er dann im Harz praktischen Beschäftigungen im Bergbau und in der Hüttenkunde nachgegangen war, trat er 1793 in Gotha als Beisitzer ins Kammerkollegium ein. Er wurde 1805 Kammerrat, 1817 Kammerpräsident und 1822 Oberaufseher des neugebildeten Museums schließlich 1828 koburg-gothaischer Oberhofmarschall.

Im Jahr 1804 erschien in Gotha sein Werk Beschreibung merkwürdiger Kräuter-Abdrücke und Pflanzen-Versteinerungen. Mit diesem erzielte er eine Wende im Hinblick auf die Naturgeschichte des Lebens. In diesem Werk vergleicht Schlotheim die morphologische Ähnlichkeit fossiler Pflanzenabdrücke mit rezenten Formen. Später unternahm er eine geognostische Analyse im Hinblick auf das Vorkommen fossiler Pflanzen, die er in seiner Schrift Beyträge zur Naturgeschichte der Versteinerungen in geognostischer Hinsicht mitteilte.

Schlotheim wurde weit über Deutschland hinaus bekannt als ein bedeutender Paläontologe und als Begründer der wissenschaftlichen Paläobotanik. Von Schlotheim schuf die Grundlagen der Leitfossilkunde in Deutschland und seine Veröffentlichungen wirkten grundlegend für die entstehende Paläontologie. Schlotheims größte Leistung ist die Anwendung des aktualistischen Prinzips in den Geowissenschaften. Er verglich die Versteinerungen mit heutigen Lebewesen und gliederte in das binäre System Linnes ein. Aus den Vergleichen konnte er Rückschlüsse auf die damalige Umwelt ziehen.

Am 15. August 1811 wurde er Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.

Am 28. April 1817 trägt Goethe in sein Tagebuch ein: „(Jena) Herr Kammerpräsident von Schlotheim, besonders über Fossilien gesprochen“.

1823 ernennt ihn die Königlich dänische Gesellschaft der Wissenschaften zu ihrem Mitglied. Die Leopoldina nimmt ihn am 28. November 1823 auf.

Seine Privatsammlung an Fossilien, Mineralen und Meteoriten wuchs Jahr für Jahr zu einer der bedeutendsten seiner Zeit. Nach seinem Tod 1832 wurde die paläontologische Sammlung an den preußischen Staat verkauft und befindet sich heute noch im Museum für Naturkunde in Berlin.

Seine kleine aber dennoch bedeutende Kollektion von Meteoriten verkaufte Schlotheim an die Herzogliche Sammlung in Gotha, wo sie noch heute einen besonderen Platz einnimmt.

Schriften

Quellen

PND: Datensatz zu Ernst Friedrich von Schlotheim bei der DNB
Keine Treffer im DDB-OPAC, 23.04.2006
Personendaten
Schlotheim, Ernst Friedrich Freiherr von
deutscher Geologe und Paläontologe
2. April 1764
Allmenhausen bei Sondershausen
28. März 1832
Gotha