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Rıfat Yıldız

Rıfat Yıldız (* 4. Januar 1965) ist ein ehemaliger deutscher Ringer, zweifacher Weltmeister und Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1992 im griechisch-römischen Stil im Bantamgewicht.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Rıfat Yıldız wuchs als Sohn türkischer Eltern in Deutschland auf. In Aschaffenburg begann er 1982 beim Sportverein „Einigkeit“ mit dem Ringen und wurde von Franz Schmitt (Ringer) zu einem Weltklasseathleten geformt. Rıfat Yıldız wurde 1987 eingebürgert und machte ab diesem Datum als Weltklasseringer für den Deutschen Ringer Bund Furore. Er belegte gleich bei seinem ersten internationalen Turnier 1987, dem Großen Preis der Bundesrepublik Deutschland in Aschaffenburg, den 1. Platz und ließ dabei schon sein außergewöhnliches Potential für den griechisch-römischen Stil erkennen. Dieses Potential zeigte sich dann schon bei der Weltmeisterschaft 1987 in Clermont-Ferrand, wo Rifat auf Anhieb Vizeweltmeister nach einer knappen Punktniederlage gegen Patrice Mourier aus Frankreich wurde.

In den folgenden Jahren 1988 und 1989 zeigte Rifat bei den großen internationalen Meisterschaften aber einige Schwächen im taktischen Bereich. Ein 4. Platz bei der Europameisterschaft in Kolbotn/Norwegen war deshalb das beste Ergebnis jener Jahre. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul erreichte er den 8. Platz im Bantamgewicht.

Es folgten dann von 1990 bis 1992 die erfolgreichsten Jahre in der Karriere von Rıfat Yıldız. Ohne Zweifel war er in jenen Jahren des beste Bantamgewichtsringer der Welt im griechisch-römischen Stil. Er wurde sowohl 1990 in Rom als auch 1991 in Warna Weltmeister und 1992 auch Europameister in Kopenhagen, nachdem er 1990 und 1991 bei den Europameisterschaten in Posen und Aschaffenburg jeweils den 3. Platz belegt hatte.

Als Favorit fuhr Rifat deshalb zu den Olympischen Spielen 1992 nach Barcelona. Rifat war bestens vorbereitet und kämpfte sich durch überlegene Siege über die Weltklasseringer William Lara aus Kuba, Alexander Ignatenko aus der GUS, Andras Sike aus Ungarn und Patrice Mourier in das Finale. Dort traf er auf den Koreaner An Bong-Han und ging gleich zu Beginn des Kampfes mit 5:2 Punkten in Führung. Die Goldmedaille winkte schon, als Rifat zu passiv wurde, weil er offensichtlich seinen Vorsprung über die Zeit retten wollte. Das Kampfgericht machte dabei aber nicht mit und schickte Rifat mehrmals in die Bodenlage, wo der Koreaner die für einen knappen Sieg notwendigen Punkte erzielte.

Nach dieser, für Rifat außerordentlich enttäuschenden Niederlage, konnte er bei den großen internationalen Meisterschaften die Leistungen der Jahre von 1990 bis 1992 nicht mehr wiederholen. Zu welch außerordentlich vereinzelten Leistungen innerhalb eines Turnieres er aber immer noch fähig war, zeigte er bei der Europameisterschaft 1994, bei der er im Federgewicht startete, als er den amtierenden Weltmeister Sergej Martynow aus Russland auf die Schultern legte. Er gewann auch 1996 bei der Europameisterschaft in Budapest und 2000 bei Europameisterschaft in Moskau noch einmal Bronzemedaillen im Bantamgewicht mit sehr guten Leistungen. Auch der 5. Platz bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta ist aller Ehren wert. Sehr nahe an einer weiteren olympischen Medaille war Rıfat Yıldız auch 2000 in Sydney. Er war bereits 35 Jahre alt, hatte sich aber bestens auf dieses Turnier vorbereitet, scheiterte nach drei Siegen im Halbfinale aber an dem überragenden Armenier Armen Nazarian, der für Bulgarien startete und hatte im Kampf um die Bronzemedaille gegen den Chinesen Sheng Zetiang nicht mehr die Kraft einen 0:2 Punkterückstand, in den er gleich zu Beginn des Kampfes geraten war, aufzuholen. Er musste sich mit dem 4. Platz begnügen.

Rifat, dessen Zwillingsbruder Fuat und dessen jüngerer Bruder Harun ebenfalls ausgezeichnete Ringer waren, und der in seiner langen Karriere immer alles gegeben hat und über lange Jahre für den SV „Einigkeit“ Aschaffenburg-Damm, den KSV Hösbach, den AC Goldbach, dem AV Markneukirchen und den KSV „Germania“ Aalen in der deutschen Bundesliga rang, ist heute als Trainer im hessischen Raum tätig. Durch seine Internationalen Erfolge gilt er ohne Zweifel zu den besten deutschen Ringern aller Zeiten.

Internationale Erfolge

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, GR = griechisch-römischer Stil, Ba = Bantamgewicht, bis 1996 bis 57 kg Körpergewicht, ab 1998 bis 58 kg Körpergewicht, Fe = Federgewicht, bis 62 kg Körpergewicht)

Deutsche Meisterschaften

Quellen

Personendaten
Yildiz, Rifat
deutscher Ringer
4. Januar 1965