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Russische Avantgarde

Mit dem Begriff Russischer Avantgarde wird die künstlerische Epoche in Russland zwischen 1910 und der Machtübernahme durch Josef Stalin bezeichnet. Sie war von einem Prozess der Erneuerung in der Malerei geprägt, der sehr schnell ablief, und ist die Epoche, in der die russische Kunst mit an der Spitze des Weltkunstprozesses stand.

Kunst

Charakteristisch ist für die Kunst die Weiterentwicklung der russischen Malerei und Plastik hin zur Abstraktion und zur internationalen Moderne.

Als Beginn dieser Kunstentwicklung wird die Ausstellung "Karo-Bube" im Jahre 1911 definiert. Die Ausstellung kam durch die Künstler Aristarch Lentulow, Michail Larionow, Kasimir Malewitsch und Natalia Gontscharowa zustande.

Von der bolschewistischen Kulturpolitik wurde diese Entwicklung anfangs gefördert. Der Suprematismus, den Malewitsch entwickelte, war für eine kurze Zeit nach der Oktoberrevolution von 1917 sogar eine Art Massenagitationsmittel. Malewitsch und El Lissitzky wurden auf Lehrstühle der Moskauer Kunsthochschule berufen. Die Russischen Avantgardisten verstanden die neue kommunistische Herrschaft dabei als Förderer und Wegbereiter avantgardistischer Kunst.

Nach 1921, als in Russland die "Neue Ökonomische Politik" ausgerufen wurde, ließ sich der theoretische Ansatz der Avantgardisten mit den politischen Forderungen nach einer Funktionalen Kunst nicht mehr vereinbaren. Malewitsch erhielt Ausstellungs- und Publikationsverbot; andere Künstler wanderten in den Westen ab. In Russland folgte eine zentral gesteuerte Agitationskunst, die auch als Sozialistischer Realismus bezeichnet wird.

Bedeutende Sammlungen

Literatur