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Benedetto Buglioni

Benedetto Buglioni (* zwischen dem 20. Dezember 1459 und dem 21. März 1460 in Florenz; † 7. März 1521 in Florenz) war ein italienischer Bildhauer und Terrakottabildner.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Benedetto Buglioni war ein Sohn des Steinschneiders Giovanni di Bernardo d’Antonio und Bruder des ebenfalls als Bildhauer tätigen Francesco Buglioni. Er wuchs in der Nähe der Werkstatt von Luca und Andrea della Robbia auf und wurde dadurch wahrscheinlich inspiriert, es ihnen nachzutun. Laut Vasari verschaffte ihm eine in der Werkstatt des Andrea della Robbia tätige Frau das Geheimnis der glasierten Terrakotten, die er daraufhin erfolgreich nachahmte. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass er in der Della Robbia-Werkstatt, die der Werkstatt seines Vaters benachbart war, in der Bildhauerei und damit auch in der Glasurtechnik ausgebildet wurde. Da seine späteren Werke auch starke Einflüsse von Antonio Rossellino aufweisen, kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass er auch dort in Lehre gegangen ist. Tatsache ist jedenfalls, dass er im Stil der Della Robbia arbeitetet und dafür verantwortlich ist, dass deren Glasurtechnik auch außerhalb von Florenz große Verbreitung fand.

Für das Jahr 1484 ist das frühestes eigenständiges Werk von Benedetto dokumentiert, ein heute verschollener „Christus in der Vorhölle“, den er für die Kirche SS. Annunziata ausführte. Zwischen 1487 und 1490 führte er in Stein, zusammen mit seinem Bruder Francesco, die Cappella del Santo Anello im Dom San Pietro in Perugio aus, von der sich lediglich zwei Büsten der Propheten „David“ und „Jesaia“ erhalten haben. Noch während dieser Arbeiten, oder gleich im Anschluss, führte er für den Altar von San Jacopo in Perugi ein Relief mit der „Auferstehung Christi“ aus, für das er 1490 bezahlt wurde. Noch im gleichen Jahr, spätestens aber 1491, eröffnete er in Florenz eine eigene Werkstatt und übernahm, zusammen mit seinem Bruder, im Auftrag des Kardinals Giovanni de’ Medici die Fassadengestaltung am Santuario di Santa Cristina in Bolsena. Die dabei ausgeführten plastischen Arbeiten, insbesondere die „Grabfigur der heiligen Christina“ gelten heute als seine bedeutendsten Werke. Im Anschluss an diesen Arbeiten war Benedetto in zahlreichen weiteren Städten, vor allem in der Toskana tätig. Im Jahr 1504 gehörte er der Kommission an, die über den künftigen Standort von Michelangelos „David“ entschied. Gegen 1508 nahm er den Sohn der Cousine seines Schwiegervaters, Santi Tommaso di Michele, der sich später Santi Buglioni nannte, bei sich auf, lehrte ihn sein Handwerk und unterwies ihn in seiner Technik.

Stil

Benedetto Buglioni hat ein reichhaltiges Œuvre an weitgehend unbestrittenen Werken hinterlassen, denen man heute noch eine große Menge von überwiegend anerkannten Zuschreibungen zur Seite stellt. Er steht in unmittelbarer Nachfolge der Della Robbia und kommt in seiner Kunst dem Giovanni della Robbia, mit dem er vielleicht zusammen lernte, sehr nahe. Stilistisch steht er auch Antonio Rossellino nahe, orientierte sich darüber hinaus aber auch sichtbar an Benedetto da Maiano, Desiderio da Settignano und Francesco di Simone Ferrucci. Nach der Übernahme der Glasurtechnik, begann er schon bald mit dieser zu experimentieren. Im Gegensatz zu den Della Robbia-Arbeiten ist seine Glasur oft dünner und ungleichmäßiger aufgetragen und wirkt im ganzen heller und ist außerdem weniger durchscheinend.

Werke (Auswahl)

Literatur

Personendaten
Buglioni, Benedetto
italienischer Bildhauer und Terrakottabildner
um 1459 und 1460
Florenz
7. März 1521
Florenz