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Tennenloher Forst

Tennenloher Forst
DMS
Lage: Mittelfranken, Bayern
Besonderheit: Wald
Nächste Stadt: Erlangen
Fläche: 934 ha
Gründung: 1994
Besucher: öffentlich zugänglich 
Lageplan

Der Tennenloher Forst ist ein östlich des Erlanger Stadtteils Tennenlohe gelegenes Naturschutzgebiet. Es erstreckt sich auf einer Fläche von 934 Hektar innerhalb des Nürnberger Reichswaldes. Das Naturschutzgebiet liegt im Bereich der gemeindefreien Gebiete Forst Tennenlohe, Buckenhofer Forst, Dormitzer Forst und Neunhofer Forst im Landkreis Erlangen-Höchstadt und ist ein wichtiger Bestandteil der Sandachse Franken.

Geschichte

1935 rodete die Reichswehr 195 ha Wald. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die US-Armee das Gelände bis zu deren Abzug 1993 militärisch. 1994 wurde der Tennenloher Forst Naturschutzgebiet. Der Aussichtshügel auf dem ehemaligen Kugelfangwall in der Mitte des Gebietes entwickelte sich mehr und mehr zu einem beliebten Ausflugsziel. Wegen des Einsatzes von Leuchtspurmunition während der militärischen Nutzung wurde zum Schutz vor Waldbränden der Kugelfangwall von Erik Badenheuer, dem damaligen Leiter der Bundesforstamtes Tennenlohe, errichtet. Mit dem Ende der militärischen Nutzung wurden Eingriffe des Menschen erforderlich, um die großen Freiflächen auf sandigen Böden zu erhalten. Dies geschah zunächst durch gelegentliche Beweidung mit Schafen. 2003 wurde ein 50 Hektar großes Pferdegehege neben dem Aussichtshügel gebaut. Schautafeln zeigen seit 2005 die vorhandenen seltenen Tiere und Pflanzen.

Naturschutz

Von den Kernbereichen des Sebalder Reichswaldes westlich von Tennenlohe wurden 1994 934 Hektar unter Naturschutz gestellt. Das Naturschutzgebiet "Tennenloher Forst" zählt zu den größten Sandökosystemen Süddeutschlands und beherbergt über 1600 Tier- und Pflanzenarten, viele davon stehen auf der Roten Liste. Kernbereich des Naturschutzgebietes wiederum sind ca. 100 Hektar Freifläche der ehemaligen Schießbahn Range 6. Sorgten bis 1994 noch amerikanische Panzer für die Offenhaltung der Fläche, setzte in den Folgejahren eine kontinuierliche Verbuschung mit Kiefern, Birken und Traubenkirschen ein. Das Ziel des Naturschutzes ist jedoch der Erhalt der Lebensräume auf den Freiflächen. Seltene und vom Aussterben bedrohte Arten, wie die Sandschrecke oder die Blauflügelige Ödlandschrecke, Grabwespen oder Silbergras sind an diese Standorte angepasst und verschwinden bei zunehmender Verbuschung.

Zur Offenhaltung der Freifläche beschreitet man deshalb zwei Wege: Einzäunung und Beweidung mit Przewalski-Pferden (ein Projekt des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken) und Zurückdrängung des Kiefern- und Birkenanfluges (Entbuschung). Nur diese kombinierte "Pflege" der Freiflächen stellt auch eine nachhaltige Sicherung der wertvollen Lebensräume dar.

7Koordinaten: 49° 33′ 33″ N, 11° 3′ 3″ O