Heim

Feldpostnummer

Die deutsche Feldpostnummer war eine Art Postleitzahl für Sendungen der Feldpost bzw. Luftfeldpost. Jeder militärischen Einheit war eine bestimmte Feldpostnummer zugeordnet. Während des Zweiten Weltkriegs war die Feldpostnummer in der Regel fünfstellig. Das Nummernsystem begann mit 00 001 und endete mit der Vergabe von 80 000er-Nummern. Sechsstellige Nummern finden sich vor Kriegsbeginn als "Übungspostnummern" bzw. während des Zweiten Weltkrieges als "Sammel-Feldpostnummern" großer Truppenkonzentrationen (Bsp. Festung Posen: 123 321).

Angehängte Buchstaben bezeichneten untergeordnete Einheiten (Führungsstäbe, Kompanien). Vorangestellte Buchstaben bedeuteten:

Sinn des Feldpostnummern-Systems war die Tarnung des Aufenthaltsortes entsprechender Truppeneinheiten und -verbände. Angehörige von Wehrmachtssoldaten erhielten durch sogenannte "Benachrichtigungskarten" die jeweilige Feldpostnummer des Soldaten mitgeteilt, um ihm schreiben zu können. Schrieb der Soldat während einer Standortverlagerung seiner Einheit nach Hause, ist auf Feldpostbriefen anstatt der Feldpostnummer auch nur die Bemerkung "in Marsch" zu finden, da ihm während dieser Zeit keine Post zugestellt werden konnte. Grundsätzlich behielt jede Einheit die ihr vergebene Feldpostnummer. Eine Vergabe der Nummer erfolgte jedoch dann zwei-/mehrfach, wenn z. B. Einheiten aufgelöst wurden oder - bedingt durch Kampfhandlungen - in Verlust gingen.

Das Nummernsystem wurde sowohl für Wehrmachtsteile (Heer, Marine, Luftwaffe) als auch für Waffen-SS-Verbände, Einheiten der Organisation Todt, Einheiten des Reichsarbeitsdienstes (RAD) bzw. der Technischen Nothilfe verwandt. Ebenso sind Feldpostnummern für die tschechischen Regierungstruppen unter "Wehrmachtsaufsicht" und - gegen Kriegsende - für internierte italienische Truppenteile bekannt.

Die Feldpostnummern wurden nach einem Zufallsprinzip vergeben. Ein Rückschluss auf einen Truppenverband aus dieser Nummer heraus war nicht möglich. Eine typische Anschrift in getarnter Form lautete: Dienstgrad, Name, Feldpostnummer. Halboffene Anschriften enthalten zusätzlich noch Angaben zu Leit- oder Abholpostämtern.

Die Beförderungswege unter Nutzung von Feldpostnummern konnten sein: a) Front-Heimat, b) Heimat-Front, c) Front-Front.

Feldpostnummern-Bedeutung heute

Dem genannten System kommt selbst heute noch bei der Suche nach vermissten Soldaten des Zweiten Weltkrieges Bedeutung zu. Über die Kenntnis von Feldpostnummern/Truppenstandorten ist eine örtliche Eingrenzung des Suchgebietes möglich, um ggf. menschliche Überreste von Soldaten bergen und identifizieren zu können (vgl. Tätigkeit von WASt/Deutsche Dienststelle und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.).

Vergleichbares im Ausland

Ein System vergleichbar der deutschen Feldpostnummer verwendeten auch die Streitkräfte der UdSSR. Hier wurden ebenfalls fünfstellige Nummern sehr weitgehend zur verdeckten Bezeichnung des Truppenteils ("woinskaja tschast'"; alle Regimenter, selbständigen Bataillone bzw. Kompanien und Schiffe) verwendet. Die Nummern waren etwa auf Dienstsiegeln oder bei Gebäudebeschilderungen etc. anzutreffen ("Truppenteil 48240", "Stab des Truppenteils 55301" usw.).

Literaturempfehlungen