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Eldingen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 52° 41′ N, 10° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Lachendorf
Höhe: 71 m ü. NN
Fläche: 56,71 km²
Einwohner: 2229 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29351
Vorwahl: 05148
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 008
Adresse der Verbandsverwaltung: Oppershäuser Str. 1
29331 Lachendorf
Webpräsenz:
www.lachendorf.de
Bürgermeister: Hans-Joachim Lübbe

Eldingen ist eine Gemeinde am östlichen Rand des Landkreises Celle (Niedersachsen). Diese ist an Fläche die größte und an Einwohnerzahl die zweitgrößte Gemeinde der Samtgemeinde Lachendorf, zu der sie gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Eldingen liegt am Südrand der Lüneburger Heide und innerhalb der Grenzen des Naturparks Südheide.

Die Gemeinde wird von der Lutter durchflossen, die im Ortsteil Bargfeld das Schmalwasser und die Köttelbeck aufnimmt. Im Südosten grenzt das Gemeindegebiet an die Lachte.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Eldingen besteht aus den Ortsteilen (in Klammern: Einwohnerzahlen 2005)

Geschichte

Die ursprüngliche Ersterwähnung aus dem Jahr 1245 ist durch die Entdeckung einer Urkunde (Originial, Staatsarchiv Wolfenbüttel 24, Urkunde 62) des Klosters Katlenburg vom 28. Oktober 1231 überholt. Die Urkunde mit Siegel dokumentiert, dass Propst Ludolf, Priorin Jutta und der Konvent des Klosters Katlenburg beziehungsweise Riddagshausen der Kirche zu Eldingen (Elthinge) für eine Mark braunschweigischer Münze eine Hufe zu Schapen (Scepen) verkaufte. Der Vertrag kam zustande durch die Vermittlung des Bruders Alradus (Alrad) von Eldingen einem Konversen zu Riddagshausen. Weitere Einzelheiten sind dem Sachsenspiegel 52, Cellesche Zeitung vom 30. Dezember 2006 zu entnehmen.

1543 wird das Dorf evangelisch. Als Sitz der Herren von Elding, aber auch mit mehreren freien Vollhöfen (später „Meierhöfen“) und als Kirchdorf übersteht es den Dreißigjährigen Krieg mit zahlreichen Kontributionen und Plünderungen ohne Zerstörung. Das Lehnsgut geht Mitte des 17. Jahrhunderts an die Herren von der Wense über. Im Streit der Realgemeinde um Holzrechte kommt es 1668 zum „Schweinekrieg“ mit dem östlichen Nachbardorf Steinhorst (ein Toter). 1849 kommt die Bauernbefreiung in Eldingen an, das Gut verliert seine Sonderrechte auf bäuerliche Dienste. 1890 brennt der Ortskern völlig ab.

Die konservative, nach der preußischen Inbesitznahme des Königreiches Hannover von 1866 noch lange welfentreue Bevölkerung (Reichtagswahl 1928: 40,1 Prozent für die Deutsch-Hannoversche Partei) wählt schon 1930 überwiegend nationalsozialistisch (43,2 Prozent). 1933 kommen der Kleinbahnanschluss und bescheidenes Wirtschaftswachstum. 1943 werden zahlreiche Hamburger Bombenopfer einquartiert. Im Zweiten Weltkrieg bleiben 46 Dörfler. 1945 verhindert Friedrich Knoop die vom Volkssturm befohlene Sprengung der schmalen Brücke über die Lutter. Der starke Flüchtlingszustrom 1945 stellt hohe Anforderungen an die Gemeinde. Sie verliert seit 1970 durch starken Gewerberückgang ihre bisherige Funktion als zentraler Ort an Lachendorf und Celle.

Sie wird durch das „Celle-Gesetz“ zum 1. Januar 1973 mit den Dörfern (jetzt Ortsteilen) Bargfeld, Grebshorn, Heese, Hohnhorst, Luttern, Metzingen und Wohlenrode zur politischen Gemeinde Eldingen vereinigt und zur Samtgemeinde Lachendorf geschlagen.

Das an Handwerksbetrieben, Geschäften und Gastwirtschaften 1973 immer noch recht differenzierte örtliche Gewerbe ist in allen Ortsteilen seither stark zurück gegangen, ebenso die Zahl der als Vollerwerbswirtschaft betriebenen Höfe. Jedoch ist der OT Bargfeld jetzt Sitz vierer Kleinverlage.

Religionen

Die meisten Einwohner sind evangelisch. Sie gehören zum Pfarramt Eldingen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover mit Kirchengebäuden in Eldingen und Hohnhorst, Gemeindehaus und Kirchhof in Eldingen.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat Eldingen setzt sich aus 13 gewählten Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: 4. Juni 2007)

Wappen

Blasonierung: „Gespalten und rechts halbgeteilt, oben in Grün eine silberne Pflugschar, unten in Blau ein halbes rechtes silbernes Mühlrad, links in Rot ein aufrechter Löwe über einem abgesenkten Wellenbalken, beide silbern.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Im Ortsteil Bargfeld befinden sich das Arno-Schmidt-Museum der dort domizilierenden Arno-Schmidt-Stiftung und die Dauerausstellung der Photoinstallation „Ende des Schweinekrieges zwischen Eldingen und Steinhorst“ der Fotografin Marion Gülzow (im Rahmen der Aktion „Magische Orte in der Südheide“) im Gasthof Bangemann.

Musik

In der Marienkirche werden zuweilen Konzerte gegeben.

Bauwerke

Die Marienkirche mit ihrem gesondert stehenden Glockenturm und einem Taufstein des 13. Jahrhunderts stammt aus dem frühen 14. Jh. und weist einen Altar aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. auf.

Als Denkmal steht in Ortsmitte ein großer Findling mit der Inschrift „750 Jahre Eldingen 1995“. Durch die erste urkundliche Erwähnung vom 31. Oktober 1231 (s. Geschichte) sind "750 Jahre Eldingen" auf 1981 vorzudatieren.

Naturdenkmäler

Große Teile der Gemarkung fallen in das „Naturschutzprojekt Lutter“ des Landkreises Celle.

Sport

Eldingen weist einen Sportplatz und eine Turnhalle auf, in Eldingen wirken die Sportgemeinschaft Eldingen von 1957 und die Schützengesellschaft Eldingen von 1862. Außerdem weist Eldingen einen etwa 70 m² großen Privatskatepark auf.

Im Ortsteil Metzingen liegt der Flugplatz „Segelfluggelände – Berliner Heide“. Der Flugtechnische Verein Metzingen e. V. betreut ihn und bildet auch Jugendliche und Erwachsene im Segelflug aus.

Regelmäßige Veranstaltungen

Osterfeuer sind noch allgemein üblich.

Der 1891 gegründete Club Einigkeit Bargfeld veranstaltet alljährlich im Februar seinen mehrtägigen Faslam mit kostümiertem Festzug durch das Dorf und geselligen Veranstaltungen. Jährlich im Spätherbst veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Bargfeld ihren Bargfelder Fackel- und Laternenumzug mit Musik für Kinder und Eltern.

Seit über 25 Jahren richtet die Sportgemeinschaft Eldingen jeweils vom dritten bis zum vierten Juliwochenende ihre Sportwoche aus, die ihren Höhepunkt in der "Blau-Weißen Nacht" zum Abschluss der Woche findet.

Einen großen Besucherandrang und überregionale Bekanntheit hat in den letzten Jahren der "Bohnencup" gewonnen. Die Freizeitfußballmannschaft "Schluck die Bohne" Bargfeld veranstaltet dieses Hobbyturnier jedes Jahr Ende Juni auf dem Eldinger Sportplatz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Eine Linie der Osthannoverschen Eisenbahn mit Bahnhof in Eldingen führt von Celle nach Wittingen, hat aber bis auf eine Museumsbahn den Personenverkehr eingestellt. Die B 244 von Celle durchquert die Ortsteile Luttern und Eldingen und führt östlich – wobei sie bald die B 4 kreuzt – weiter nach Wittingen.

Ansässige Unternehmen

Im Ortsteil Eldingen befinden sich eine Filiale der Sparkasse Celle und eine Postagentur.

Öffentliche Einrichtungen

Eine Verwaltungsstelle der Samtgemeindeverwaltung Lachendorf amtet in der Schulstraße 11.

Die Freiwilligen Feuerwehren Bargfeld, Eldingen, Hohnhorst und Metzingen sind in die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Celle eingebunden.

Bildung

Im Ortsteil Eldingen liegen die Grundschule (seit vor 1765 nachgewiesen, Einzugsbereich die Ortsteile Bargfeld, Eldingen, Grebshorn, Heese, Hohnhorst), die Gerd-Wilhelm-Rotermund-Gemeindebücherei und der Kindergarten. Die anderen Ortsteile werden von der Fahrbibliothek des Landkreises Celle 14-tägig angefahren.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Im damals als politische Gemeinde noch selbständigen Bargfeld lebten der Bildhauer Gotthelf Schlotter und der Schriftsteller Arno Schmidt. In Metzigen (OT Ziegelei) lebte und wirkte zeitweilig der Berliner Maler Kurt Mühlenhaupt.

Literatur