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Eder

Dieser Artikel behandelt den Fluss Eder, weitere Bedeutungen siehe unter Eder (Begriffsklärung).

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Eder

Ederquelle am Ederkopf während der Schneeschmelze (27. März 2005)

Daten
Lage Nordrhein-Westfalen, Hessen
Länge 177 kmdep1
Quelle Am Ederkopf
50° 56′ 7″ N, 8° 12′ 34″ O
Quellhöhe 621 m ü. NN [1]
Mündung Bei Edermünde-Grifte in die FuldaKoordinaten: 51° 13′ 0″ N, 9° 27′ 18″ O
51° 13′ 0″ N, 9° 27′ 18″ O
Mündungshöhe 143 m ü. NN [1]
Höhenunterschied 478 mdep1
Flusssystem Weser
Einzugsgebiet 3.362 km²dep1
Kleinstädte Battenberg, Frankenberg, Waldeck, Fritzlar, Felsberg
Rechte Nebenflüsse Nemphe
Linke Nebenflüsse Schwalm
Durchflossene Stauseen Edersee
Radwege: Ederauenradweg, R6, R8

Die Eder (bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch Edder genannt) ist mit 177 km Fließstrecke der längste und größte sowie ein linker bzw. westlicher Zufluss der Fulda in Nordrhein-Westfalen und Hessen, Deutschland.

Sie entspringt am Ederkopf bei Benfe im Rothaargebirge, fließt überwiegend in nordöstlicher Richtung unter anderem durch den Edersee und mündet in Edermünde-Grifte in die Fulda. Dabei durchfließt sie den Kreis Siegen-Wittgenstein, den Landkreis Waldeck-Frankenberg und den Schwalm-Eder-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Quelle: Der Fluss Eder entspringt im Südosten von Nordrhein-Westfalen im Kreis Siegen-Wittgenstein. Ihre Quelle befindet sich im südöstlichen Teil des Rothaargebirges am Ederkopf (648,8 m ü. NN) auf rund 621 m Höhe. Fortan durchfließt die Eder ländliche Gegenden und diverse Kleinstädte in meist nordöstlicher Richtung:

Oberlauf: Die Eder verläuft anfangs in Nordrhein-Westfalen durch das Wittgensteiner Land, wo sie Erndtebrück und Raumland (Ortsteil von Bad Berleburg), durchfließt. Anschließend erreicht der Fluss Hessen, wo er in den Landkreis Waldeck-Frankenberg einfließt. Dort verläuft er durch Hatzfeld und nördlich vorbei an der Sackpfeife im Forst Hatzfeld und in nordöstlicher Richtung hinab nach Battenberg.

Mittellauf: Unterhalb von Battenberg, wo sie den südöstlichen Ausläufern des Rothaargebirges entfließt, tritt die Eder in das Tal zwischen Breiter Struth im Westen sowie Burgwald und Kellerwald im Osten ein. In dieser Gegend verläuft sie über Allendorf und Frankenberg zu ihrem Einfluss in das westliche Ende des Edersees. Am Anfang dieses Stausees macht sie einen Rechtsknick um den nördlichen Kellerwald und fließt in allgemein östlicher Richtung durch den 28,5 km langen Edersee, über dessen östlichem Ende das Schloss Waldeck thront. Südlich des Stausees befindet sich der Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Unterlauf: Unterhalb bzw. östlich der Staumauer des Edersees durchfließt die Eder in östlicher Richtung eine weitläufige Flussniederung, in der sich unter anderen der Affolderner See und die Gemeinde Edertal befinden. Nach dem Durchfließen der „Hessischen Pforte“, dem engen Taleinschnitt zwischen dem südlichsten Ausläufer des Langen Walds im Norden und dem Büraberg (ehemaliger Standort der Büraburg) im Süden, erweitert sich das Edertal im Schwalm-Eder-Kreis zur Niederhessischen Senke. In dieser weitläufigen Flussniederungslandschaft befinden sich an der Eder unter anderem die Städte und Gemeinden Fritzlar, Wabern und Felsberg. Nordöstlich von Wabern, zwischen den Felsberger Ortsteilen Altenburg und Rhünda, mündet die von Süden kommende Schwalm, der größte bzw. längste Ederzufluss, ein. Ab Felsberg wendet sich die Eder in Richtung Norden und erreicht die Gemeinde Edermünde.

Mündung: Bei Edermünde-Grifte – unweit westlich von Guxhagen und nur wenige Kilometer südlich von Kassel – mündet die Eder auf 143 m ü. NN in die Fulda. Damit überwindet das Ederwasser von der Quelle bis zur Mündung 477 m Höhe.

Einzugsgebiet und Hydrologie

Das Einzugsgebiet (das oberirdisch entwässerte Gebiet der Eder) umfasst 3.362 km², bis zur Mündung ist es sogar etwas größer als das der längeren Fulda (in welche die Eder mündet) von deren Quelle bis zum Eder-Mündungsort Edermünde-Grifte.

Der Mittelwasserabfluss am Eder-Pegel Fritzlar wird bei dem AEO (oberirdisches Einzugsgebiet bis zur Mess-Stelle) von 1.804 km² mit Mq (mittlere Abflussmenge) = 24,1 m³/s − entsprechend einer Mittelwasserabflussspende von MQ = 13,4 l/(s • km²) − angegeben.

Geschichte

Die Eder wird erstmalig vom römischen Historiker Tacitus für das Jahr 15 n. Chr. als die im Gebiet der Chatten gelegene Ardana erwähnt. Sie ist spätestens seit der Goldbach-Einmündung bei Frankenberg-Röddenau ein goldführender Fluss. Ein Großteil des Goldes wird der Eder über die Itter vom Eisenberg bei Korbach, Mitteleuropas größter Goldlagerstätte, zugeführt. Die historischen Hauptabbauplätze liegen flussabwärts unterhalb der Edertalsperre zwischen dem Dorf Affoldern und der Domstadt Fritzlar. Der Deutsche Orden betrieb im 14. Jahrhundert eine Goldwäsche an der Eder bei Fritzlar. Im 18. Jahrhundert wurden Dukaten aus Edergold geprägt, die heute eine Rarität unter Sammlern darstellen. Auch heute sind noch Goldfunde von rund 1 mm Größe möglich.

Zuflüsse

Zu den Zuflüssen der Eder gehören flussabwärts betrachtet:

In den Oberlauf der Eder münden:

In den Mittellauf der Eder münden:

In den Unterlauf der Eder münden:

Ortschaften

Zu den Ortschaften an der Eder gehören flussabwärts betrachtet:

Andere Flüsse

Einzelnachweise

  1. a b Topografische Karte 1:25.000