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Safari

Dieser Artikel behandelt Jagdreisen; zu weiteren Bedeutungen siehe Safari (Begriffsklärung).

Unter Safari [zaˈfaːri] (Safari ist ein Kisuaheli-Wort für „Reise“, das wiederum aus dem Arabischen stammt: سفر , safar „Reise“) verstand man ursprünglich eine Jagdreise in Ostafrika, bei der gewöhnlich Großwild erlegt wurde. Später wurde der Begriff dann auch auf andere Teile Afrikas und der Welt ausgedehnt, etwa wildreiche Gebiete im südlichen Afrika oder in Indien. Ursprünglich waren Safaris das Privileg der reichen, meist englischen Oberschicht in Ostafrika. Aber auch andere Landsmänner, wie die beiden britischen Könige Georg VI. und Eduard VIII., sowie bereits vor ihnen der US-amerikanische Präsident Theodore Roosevelt gingen auf Großwildjagd.[1]

In den letzten Jahren hat sich der Begriff aber stark gewandelt und bezeichnet heute meist die unblutigen Ausflüge in die „Wildnis“, bei der hauptsächlich Tiere fotografiert werden (Fotojagd) und die auch für weniger betuchte Reisende erschwinglich sind. Dazu hat sich geradezu eine Safari-Industrie entwickelt, mit Lodges (Gästehäusern oder Hotels), festen Führern etc.

Bei beiden Formen spielten und spielen die sogenannten „Big Five“, Kaffernbüffel, Elefant, Löwe, Leopard und Nashorn, eine große Rolle.

Heutige Großwildjagd

Neben den Fotosafaris ist aber die alte Form der Safari im Sinne der Großwildjagd nicht ausgestorben. Bis heute kann man in vielen Teilen Afrikas, zum Teil gegen hohe Summen, Großwild erlegen. Auch diese Art der Safari kann zum Wirtschaftszweig werden und sogar nachhaltig betrieben werden. In manchen Teilen Afrikas stellten Farmer den Anbau von Pflanzenkulturen, die auf den immer unfruchtbarer werdenden Böden kaum noch Gewinn einbrachten, auf die Zucht von Großtieren um, die gegen sehr hohe Summen von Trophäen- und Prestige-Jägern „erlegt“ werden. Aus ökologischer Sicht kann diese Nutzung durchaus sinnvoll und nachhaltig sein und sogar, wenn sie gut geregelt und überwacht wird, auch zum Artenschutz beitragen, da die Landschaft, in der diese Safaris veranstaltet werden, möglichst natürlich sein soll. Besonders unmittelbar anschließend an zum Teil eingezäunte Wildreservate kann diese Art der Landnutzung zur Arterhaltung beitragen.

Es gibt aber auch in immer größerer Zahl „Jagdfarmen“, auf denen Wildtiere handzahm – also an Menschen gewöhnt – aufgezogen werden, damit sie von Trophäensammlern leicht erlegt werden können.

Einige europäische und indische Großwildarten überlebten nur in Jagd-Gebieten, die für die adlige Oberschicht reserviert waren, etwa der Alpensteinbock in Gran Paradiso oder das Wisent in Bialowieza, ebenso die indischen Löwen im Gir-Wald.

Rezeption

Das Thema Safari regte viele Schriftsteller und Regisseure zu Werken an, so beispielsweise den leidenschaftlichen Safari-Gänger Ernest Hemingway zu Die grünen Hügel Afrikas und Die Wahrheit im Morgenlicht.

Einzelnachweise

  1. Richard Leakey: Wildlife - Ein Leben für die Elefanten. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-10-043208-8, Seite 47