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Saimaa

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den nach dem hier beschriebenen See benannten Asteroid siehe Saimaa (Asteroid).

Der Saimaa [ˈsɑi̯mɑː] (schwedisch Saimen) liegt im Südosten Finnlands und ist der größte See des Landes. Er ist rund 4.370 Quadratkilometer groß und entwässert nach Osten über den Fluss Vuoksi (schwedisch Vuoksen und russisch Vuoksa) in den Ladogasee in Russland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Saimaa stellt ein System zahlreicher miteinander verbunder Teilseen dar, das rund 4.370 Quadratkilometer Fläche bedeckt. Als Gesamtheit betrachtet ist er somit der viertgrößte See in Europa. Seine Küstenlänge misst 14.850 km. Im Saimaa finden sich insgesamt 13.710 Inseln mit einer Gesamtfläche von 1850 km². An seiner tiefsten Stelle erreicht der Saimaa eine Tiefe von 85 Metern, im Durchschnitt ist er jedoch nur 7 m tief und fasst somit auch insgesamt weniger Wasser als der flächenmäßig kleinere Päijänne.[1]

Der Saimaa entstand wie die anderen Seen der Finnischen Seenplatte durch das Abtauen der Gletscher der Weichseleiszeit. Im Süden verhinderte die Salpausselkä-Endmoräne, im Norden die postglaziale Landhebung einen Abfluss des Schmelz- und Regenwassers, so dass es sich bis vor rund 5.000 Jahren im Saimaabecken staute, und sich ein ein mehr als 400 km langer See vom heutigen Iisalmi im Norden bis zum Salpausselkä bildete. Erst durch den Durchbruch des Vuoksi an der Stelle des Imatrafalls vor rund 5.000 Jahren fand er einen natürlichen Abfluss, so dass sich der Wasserspiegel senkte und sich die heutige Topographie herauszubilden begann.

Der 1850 eröffnete Saimaakanal, dessen Länge 42,9 km beträgt (davon 19,6 km auf russischer Seite), verbindet den Saimaasee mit dem Finnischen Meerbusen. Die Höhendifferenz beträgt 76 m und wird mit 8 Schleusen erreicht. Seit 1991 steht er auch Bootstouristen zur Benutzung frei. Über weitere Kanäle wurde der Saimaa mit den anderen großen Seen der Finnischen Seenplatte verbunden, so dass er in der Vergangenheit vor allem für die Flößerei, heute für die industrielle wie für die touristische Binnenschifffahrt eine erhebliche Bedeutung hat.

Kartografie

Die Eröffnung des Saimaakanals brachte auch eine detaillierte Vermessung der Wasserwege des Sees. Eine erste Tiefenkarte, Karta öfver Saimens wattensystem, wurde 1859 angefertigt und verzeichnete nur Details zu den Haupwasserstraßen von Lappeenranta nach Mikkeli, Iisalmi und Joensuu. Ab 1857 erstellte dann der ehemalige Marineoffizzier Johan Bartram im Auftrag des finnischen Senats eine detaillierte Tiefenkarte des gesamten Seenssystems. Diese Arbeit wurde 1940 mit Aaro Hellaakoskis Arbeit Zur Tiefenkarte des Saimaa-Sees fortgeführt.[2]

Ökologie

Im Saimaa lebt die Saimaa-Ringelrobbe (Pusa hispida saimensis), eine Unterart der Ringelrobbe (Phoca hispida). Sie ist eine von zwei Unterarten der Ringelrobbe, die im Süßwasser leben. Es soll noch 250 dieser Tiere geben. Der Saimaa zeichnet sich ferner durch seinen Fischreichtum aus. Hier ist vorrangig der Lachs zu nennen.

Aussicht von einer Insel im Saimaa-Seensystem

Anmerkungen

  1. Esko Kuusisto: Lake District in Finland. In: Matti Seppälä (Hg.): The Physical Geography of Fennoscandia. Oxford University Press 2005. S. 283-296.
  2. Kuusisto, S. 295

Koordinaten: 61° 20' 28" N, 28° 00' 39" O