Heim

Friedrich Wilhelm Mader

Ernst Friedrich Wilhelm Mader (* 1. September 1866 in Nizza, † 30. April 1945 in Bönnigheim) war ein deutscher Schriftsteller von Zukunfts- und Abenteuerromanen, Theaterstücken, Märchen, Gedichten und Liedern. Er wird der schwäbische Karl May genannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Friedrich Wilhelm Mader wuchs im südfranzösischen Nizza im Pfarrhaus einer deutschen Gemeinde auf. Er war ein guter Schüler und beendete seine Schullaufbahn 1884 mit dem Abitur in Heilbronn. Danach studierte er Theologie an der Universität Tübingen und war von 1897 bis 1917 Pfarrer in Eschelbach und Kesselfeld in Hohenlohe.

In den Jahren im Hohenlohischen begann er, seine Jugendbücher zu veröffentlichen (bis 1942), die vor allem in anderen Kontinenten spielen. Mader war nebenbei für verschiedene Zeitungen, u.a. für die Münchner Fliegenden Blätter, tätig. Seine eigentliche Berufung war die Schriftstellerei. Seit 1917 verdingte er sich als freier Schriftsteller. Mader war von christlich-evangelisch Lebensvorstellungen und Moral durchdrungen und deutschnational eingestellt. 1929 baute er in Stuttgart, in der Otto-Reiniger-Straße 65, ein eigenes Haus.

Friedrich Wilhelm Mader starb am 30. April im Alter von 78 Jahren in Bönnigheim.

Im Kreisarchiv des Hohenlohekreises wird ein Teil des Nachlasses von Friedrich Wilhelm Mader aufbewahrt.

Werke

Abenteuerliteratur

Der Schwerpunkt seines Schaffens liegt im Bereich Abenteuerroman. Seine Werke waren Anfang des vorigen Jahrhunderts unter Erwachsenen und Jugendlichen, die sich für ferne Länder interessierten, überaus beliebt. In dieser Zeit war besonders der Mythos des Abenteuers in fremden unbekannten Welten, den daraus resultierenden Kämpfen und Gefahren, von großem Interesse.

Romane mit Schauplatz Afrika (Auswahl)

Romane mit Schauplatz Südamerika (Auswahl)

Romane mit Schauplatz Australien, Ozeanien und Südpol (Auswahl)

Märchen (Auswahl)

Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und den darauffolgenden politischen und sozialen Veränderungen, die auch Mader und seine Familie schmerzlich betrafen, flüchtete er sich in das Reich der Phantasie und verfasste Märchen.

Lieder (Auswahl)

Mader war zeit seines Lebens sehr mit der Heimat, dem Schwabenland verbunden. Dies drückt sich auch in seinen Liedern aus, die in Schwaben populär waren.

Zukunftsromane

Ein Werk von Wilhelm Mader fällt aus dem Rahmen seiner üblichen Abenteuerromane. Es ist das Buch „Wunderwelten“ (1911). Mit diesem Roman betritt er literarisches Neuland, es gehört zum Genre Zukunftsliteratur. Mader ist neben Kurd Lasswitz und Hans Dominik einer der ersten Schriftsteller dieses Genres in Deutschland. Neben „Wunderwelten“ schrieb er noch zwei weitere Romane, die eine zusammenhängende Geschichte bilden. Diese Romane, die in gewisser Weise der Zukunftsliteratur zuzuordnen sind, heißen „Die tote Stadt“ (Teil 1, 1923) und „Der letzte Atlantide“ (Teil 2, 1923). Beide Romane spielen am Südpol, wo ein Gebiet mit seltsamen Urtieren (Saurier) in einer eigentümlichen Urzeit existiert, eingepackt im Eis.

Neu aufgelegte Romane

Diese sind nach dem Zweiten Weltkrieg meist gekürzt erschienen. Vor allem religiöse und belehrende Passagen wurden gestrichen.

Siehe auch

Zukunftsliteratur

Literatur


Personendaten
Mader, Friedrich Wilhelm
Deutscher Schriftsteller von Zukunfts- und Abenteuerromanen, Gedichten, Liedern, Märchen und Theaterstücken
1. September 1866
Nizza
30. April 1945
Bönnigheim