Heim

Palais des Prinzen Heinrich

Das Palais des Prinzen Heinrich ist ein ehemaliges Prinzenpalais in Berlin in der Straße Unter den Linden Nummer 6. Heute ist es das Hauptgebäude der Humboldt-Universität.

Errichtet wurde das Gebäude ab 1748 für den jüngeren Bruder des preußischen Königs Friedrich II., Prinz Heinrich von Preußen. Die Pläne für das spätbarocke Gebäude stammten von Johann Boumann, der sich auf erste Entwürfe von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff gestützt haben soll, der an dieser Stelle ursprünglich eine Residenz für Friedrich II. errichten sollte, als Teil eines größeren Bauensembles, des so genannten Forum Fridericianum. Die Bauleitung übernahm zuerst Boumann selbst, später Carl Ludwig Hildebrandt. Nach einer Unterbrechung der Bauarbeiten während des Siebenjährigen Krieges konnte das Gebäude schließlich 1765/66 fertig gestellt werden.

Als 1809 die Berliner Universität gegründet wurde, stiftete der damalige preußische König Friedrich Wilhelm III. das Gebäude der neuen Universität. In den Jahren 1836 bis 1846 und 1892 wurde das Innere des Palais an die Erfordernisse der Universität angepasst. Zwischen 1913 und 1920 erweiterte Stadtbaurat Ludwig Hoffmann das Gebäude durch die Verlängerung der beiden Seitenflügel in Richtung Norden und seitlichen Anbauten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde große Teile des Gebäudes zerstört, hauptsächlich während Bombenangriffen zwischen dem 24. November 1943 und dem 19. Juli 1944. Der Lehrbetrieb wurde 1945 zunächst in einigen provisorisch instand gesetzten Räumen im Westflügel wieder aufgenommen. Anschließend wurde das Gebäude in zwei Bauphasen von 1947 bis 1954 und von 1958 bis 1962 nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Nur wenige Gebäudeteile wie ein Treppenhaus im östlichen Kopfbau blieben original erhalten.

Koordinaten: 52° 31′ 5" N, 13° 23′ 36" O