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Gransee

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Gransee (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 53° 0′ N, 13° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Amt: Gransee und Gemeinden
Höhe: 55 m ü. NN
Fläche: 121,15 km²
Einwohner: 6391 (3. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16775
Vorwahl: 03306
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 100
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Baustraße 56
16775 Gransee
Webpräsenz:
www.gransee.de
Bürgermeister: Wilfried Hanke (SPD)
Lage der Stadt Gransee im Landkreis Oberhavel

Gransee [graˑn'ze:][1] ist eine Stadt im Landkreis Oberhavel in Brandenburg (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt zwischen der Prignitz und der Uckermark auf einer Grundmoränenplatte nördlich von Berlin und südlich der Sanderflächen der Mecklenburgisch-Brandenburgischen Seenplatte.

Nachbargemeinden

Fürstenberg/Havel, Zehdenick, Löwenberger Land, Sonnenberg, Schönermark, Großwoltersdorf

Stadtgliederung

Namensherkunft

Der Name Gransee kommt aus dem Althochdeutschen (Mittelniederdeutschen) von grans für Schnabel, Spitze, Horn, oder, was weniger wahrscheinlich ist grand/grantfür Kies, Sand. Der zweite Teil des Namens dürfte vom Mittelniederdeutschen oie oder Altniederdeutschen ouwie für Aue, Land am Wasser oder Insel stammen. Im Jahr 1262 schreibt sich Gransee Grasoyge, 1267 Gransoye, 1285 u. 1290 Granzoye, 1333 Granzowe und 1373 Gransoge. Im Jahr 1499/1500 erscheint dann Cransehe. [3]

Geschichte

Vermutlich ist die Stadt, die mit dem Recht der Altstadt Brandenburg ausgestattet wurde, um 1200 an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen entstanden. Gransee erlangte 1262 Stadtrecht und Zollfreiheit, 1319 wird Gransee an die Grafen von Lindow-Ruppin verpfändet. Im selben Jahr ist auch die erste Ratsverfassung nachgewiesen. Die Stadt wurde ab dieser Zeit als Grenzstadt zum nördlich gelegenen Mecklenburg und zu der Uckermark stark befestigt.

Im Jahr 1316 fand die Schlacht bei Schulzendorf – das Gemetzel bei Gransee statt, bei der sich Brandenburg auf der einen und Dänemark und Mecklenburg auf der anderen Seite gegenüberstanden, statt. Die Stadt bewohnten überwiegend Ackerbürger und Handwerker. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde ein Franziskanerkloster gegründet, welches sich 1541 im Zuge der Reformation auflöste. Mehrere Stadtbrände (1604, 1621) und der Dreißigjährige Krieg fügten der Stadt schwerste Schäden zu. Ein Stadtbrand am 19. Juni 1711 war so verheerend, dass Gransee mit neuem Stadtgrundriss neu aufgebaut wurde.

Von der Industrialisierung im 18./19. Jahrhundert blieb die Stadt weitestgehend unberührt, so dass das mittelalterliche Stadtbild trotz mehrerer Stadtbrände erhalten blieb.

Am 10. Juli 1877 wurde die Preußische Nordbahn eröffnet, wodurch Gransee eine schnelle und direkte Eisenbahnanbindung nach Berlin, Neustrelitz und Neubrandenburg erhielt. 1878 war die Fahrt mit der Eisenbahn bis nach Stralsund möglich und mit der Eröffnung der Lloydbahn 1886 auch bis Rostock.

Vom Bahnhof Gransee führte die Stechlinseebahn ab 1930 bis nach Neuglobsow. Anfang der 1950er Jahre fuhr die Bahn noch zwischen Gransee und Großwoltersdorf. 2006 wurde die Strecke komplett abgebaut.

Zwischen 1952 und 1993 war Gransee Verwaltungssitz des Landkreises Gransee und gehört seitdem zum Landkreis Oberhavel.

Am 14. August 1977 kommt es in einem nahe gelegenen Munitionslager der Roten Armee vermutlich aufgrund eines Blitzeinschlages zu einer Reihe von verhängnisvollen Explosionen. Die genaueren Umstände sind bis heute ungeklärt. Jedoch hat der Mitteldeutsche Rundfunk im Rahmen seiner Sendereihe "DDR Geheim" einiges dazu beigetragen um dieses Ereignis einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Gransee besteht aus 24 Stadtverordneten bei folgender Sitzverteilung:

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Wappen

Es zeigt im Schild ein rotes Stadttor mit drei Türmen auf weißem Grund mit offenen Toren.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Sport

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch Gransee führt die Bundesstraße 96. Die Stadt ist Haltepunkt für Regionalzüge an der Eisenbahnstrecke Berlin–Stralsund (Preußische Nordbahn). Östlich der Stadt liegt ein Flugplatz (IATA-Code: ODEG), der hauptsächlich für den Fallschirmsport genutzt wird.

Als erster Ort in den Neuen Bundesländern setzt der BürgerBusVerein Gransee e.V. die Idee vom Bürgerbus um. Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer ergänzen damit das Angebot des ÖPNV.

Öffentliche Einrichtungen

Schloss Meseberg ist Gäste- und Tagungshaus der deutschen Bundesregierung. In Gransee befinden sich die Zentrale Bußgeldstelle der Polizei des Landes Brandenburg, der Kommunale Versorgungsverband Brandenburg sowie der Sitz des Amtes Gransee und Gemeinden.

Medien

In Gransee erscheinen als Tageszeitungen die Gransee-Zeitung und eine Lokalausgabe der Märkischen Allgemeinen. Über das Kabelnetz informiert der lokale Fernsehsender OHV-TV aus der Region.

Bildung

Hilfseinrichtungen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

 Commons: Gransee – Bilder, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Aussprache: Mit langem "a". Die Betonung liegt korrekterweise auf der zweiten Silbe des Wortes und nicht etwa auf der ersten.
  2. Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 21. März 2006, S. 10
  3. Ernst Eichler:Städtenamenbuch der DDR, Leipzig 1988, S. 116