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Warenlehre

Warenlehre ist - im Unterschied zur Warenwirtschaftslehre (= Wirtschaftliche Warenlehre) - der naturwissenschaftliche Zugang zu den Waren und den Wirtschaftswissenschaften. Die Warenlehre geht von dem Verhältnis aus, das zwischen dem Menschen und seiner Umwelt besteht. Die Warenlehre ist eine Form angewandter Biologie, als wirtschaftsorientierte Humanökologie befindet sie sich an der Schnittstelle zwischen Natur- und Wirtschaftswissenschaften. In Österreich ist die Warenlehre an den kaufmännischen Schulen im Gegenstand „Biologie, Ökologie und Warenlehre“ ein Integrationsfach.

Inhaltsverzeichnis

Warenlehre und Warenkunde

Die Vorläuferin der Warenlehre ist die von der Naturgeschichte abgeleitete Warenkunde. Die Warenkunde baut auf den Naturwissenschaften auf und benutzt zur Beschreibung der Waren die in der Naturgeschichte üblichen Fachausdrücke. Da die Waren unmittelbar oder mittelbar den drei Naturreichen entstammen, pflegt die Warenkunde die Waren aus dem Pflanzenreich, dem Tierreich und dem Mineralreich zu unterscheiden. Die Warenlehre begreift die Ware als Mittel zur Bedürfnisbefriedigung und fasst die wichtigsten Warengruppen analog zur Biologie nach den Gesichtspunkten des Gebrauchswertes zu Warenkategorien zusammen: Warenart, Warengattung, Warenfamilie (als Unter- u. Obergruppen) und Warenordnung (Warenbereiche: Gebrauchs- und Verbrauchswaren). Die Warenlehre ist ganzheitlich angelegt, sie behandelt die Waren in deren „Life-Cycle“ von der Produktion über den Konsum bis hin zur Entsorgung. Die Technologie der Ware wird in ihren Wechselbezügen zu Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt erfasst. Wissenschaftstheoretisch befindet sich die Warenlehre - didaktisches Element der Warenwissenschaft - in der Tradition der Allgemeinen Technologie und Warenkunde des Johann Beckmann.

Zur biologischen Bedeutung von Ware und Wirtschaft

Unter Bioökonomie wird die Wirtschaft des Lebendigen verstanden. Der Mensch strebt danach, sein Lebensumfeld und seine Lebensbedingungen optimal zu gestalten und seine Lebensfunktionen zu erhalten. Der Gebrauchswert der Ware ist dessen bio-kultureller Zusammenhang zur Gesundheit. Waren sind die (biologischen) Mittel zur Bedürfnisbefriedigung, die als (kultureller) Gegenstand des Handels in Betracht kommen, insofern sind sie der (ökonomische) Gegenbegriff zu Geld.

In ökologischer Sicht ist alles menschliche Wirtschaften eine Erweiterung des menschlichen Stoffwechsels: Die biologische Leistung und kulturelle Aufgabe der Wirtschaft ist die Erhaltung und Verbesserung der Qualität menschlichen Lebens. Das ist das Sachziel der Wirtschaft; daran zu "verdienen" ein sekundäres Formalziel. Der ökonomische Zugang zur Warenlehre ist die Warenwirtschaftslehre (engl.: Trade & Commerce), die sich an der Ware (engl.: Commodity) als Gegenstand des Handels am Tauschwert und dem Bedarf orientiert.

Im Mittelpunkt der Wirtschaft steht der Mensch als Wirtschaftssubjekt, die Ware ist das Wirtschaftsobjekt. Die Gesellschaft ist ein Teil der Biosphäre. Wirtschaftsethisch ist die Funktion der Ware - Lebensmittel und Mittel zum Leben - die der sozioökonomischen Zukunftsfähigkeit und der biologischen Lebensfähigkeit. In der Dreiecksbeziehung Ökologie-Ökonomie-Gesellschaft ist die Warenlehre als Nachhaltigkeitslehre anzusehen.

Begriffe der Warenlehre

Die Begriffe Ware, Gut und Produkt sind nicht synonym. Deren Unterscheidung beruht auf:

Die ganzheitliche Bedeutung der Kategorie "Ware" hat als Begriff im Englischen keine Entsprechung.

Literatur