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Parlay

Parlay ist eine Programmierschnittstelle für Telefonnetze.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Die Parlay Gruppe ist ein technisches Industrie-Konsortium welches 1998 gegründet wurde. Ziel dieses Konsortium ist die Spezifikation von Programmierschnittstellen (APIs) um den Zugriff und Steuerung von Telefonnetze zu vereinheitlichen bzw. zu vereinfachen und um portabler und unabhängiger von der zugrunde liegenden Hardware und Netz-Technologie zu sein. So wird zum Beispiel die Steuerung eines Anrufes im Festnetz sowie in einem Mobilfunknetz auf die gleichen Parlay-Funktionen abgebildet.

Ziel ist es, IN-Dienste leichter entwickeln zu können - und dass nicht nur von hochqualifizierten Telefonexperten des Netzbetreibers oder des Anbieters der IN-Installation, sondern auch durch außenstehenden Drittanbieter und Softwarehäuser. Die Netzbetreiber und Dienstanbieter versprechen sich davon, Mehrwertdienste in kürzeren Entwicklungszeiten (und damit verbunden geringeren Kosten) in Betrieb nehmen zu können.

Weiterhin sollen die APIs die beiden Welten - die des Internets und die der Telefonnetze - besser verbinden. Durch diese "Verschmelzung" des Telefonnetzes mit dem Internet sollen neuartige Dienste und Angebote das Geschäft mit den Mehrwertdiensten bereichern. Beispiele hierfür wären Click to Dial - ein Dienst, der bei einen Klick auf eine Telefonnummern in einer Webseite oder einem Eintrag in einem elektronisches Adressbuch automatisch eine Verbindung aufbaut. Ein anderes Beispiel wäre ein Dienst, der das verlorengegangen Handy eines Nutzers ortet und den momentanen Aufenthaltsort auf einer Karte in einer Webseite anzeigt. Dieses "Verschmelzen" wird in Fachkreisen als Konvergenz der Telefon- und IP-Netze bezeichnet.

Beziehung zu anderen Standards und Organisationen

Die Parlay-Gruppe arbeitet eng mit der ETSI und dem 3GPP zusammen. Die Parlay-Spezifikation wird von allen drei Organisation veröffentlicht. Innerhalb des 3GPP ist die Parlay-Spezifikation ein Teil der Open Service Access Architektur und wird daher auch als Parlay/OSA bezeichnet.

Technischer Hintergrund

Die Architektur, die durch die Parlay/OSA Spezifikation beschrieben wird, gliedert sich in drei große Gruppen:

Die Parlay/OSA Spezifikation beschreibt die Schnittstellen zwischen diesen Komponenten. Nicht in der Spezifikation näher beschrieben, aber als Bestandteile der Gesamtarchitektur mit vorgesehen, sind Werkzeuge und Schnittstellen für die Administration des Frameworks, der SCFs und der Anwendungen.

Alle Service Capabilty Features und das Framework eines Anbieters werden zusammengefasst als Parlay Gateway bezeichnet.

Alle Parlay/OSA Schnittstellen sind in der IDL für CORBA definiert. Dies ermöglicht eine sprachunabhängige Implementation der verschiedenen Teile. So können zum Beispiel einige SCFs in C++ programmiert worden sein, während die Anwendungen in Java implementiert worden sind.

ParlayX

Seit 2003 werden einige Schnittstellen in der Beschreibungssprache für Webservices (WSDL) spezifiziert und als ParlayX bezeichnet. ParlayX definiert eine Reihe von Funktionen, die es in den IDL-definierten Schnittstellen nicht gibt, wie zum Beispiel das Versenden einer SMS. Ebenfalls wurden Abbildungen der bisherigen Parlay/OSA Schnittstellen auf Webservices festgelegt.

ParlayX ist nicht als Nachfolger der IDL-Version der Parlay/OSA Definition anzusehen. Beide Zweige des Parlay Standards werden weiterentwickelt. So existiert zur Zeit die Parlay/OSA-API in Version 5.0, Version 6 existiert als Entwurf. ParlayX befindet sich zur Zeit in Version 2.1, die Nachfolgerversionen 2.2 sowie 3.0 sind in Planung.

Siehe auch