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Chamer Kultur

Die „Chamer Gruppe“ wurde erst 1951 von Hans Jürgen Hundt als eigenständig erkannt und anhand von seinerzeit nur sechs Fundstellen, darunter der Fundort Cham (Oberpfalz) definiert. Vergleichsmaterialien aus Westböhmen, dem nördlichen Niederösterreich und Oberösterreich wurden später der Kulturgruppe zugeordnet. Für Funde aus Nordtirol wird eine Zuordnung erwogen. Nachdem I. Burger eine Untergliederung in verschiedene „Regionen“ und Phasen begründete und der Quellendatenbestand auf rund 140 Fundstellen anwuchs, wurde die Gruppe in Chamer Kultur umbenannt.

Es handelt sich um eine endneolithische Kultur (3.500 – 2.700 v. Chr.), die in Bayern der Altheimer Kultur nachfolgt. Bei der Mehrzahl der Fundstellen in Bayern handelt es sich um Lesefundkomplexe, die nach dem Charakter der gemachten Funde offenbar Siedlungen anzeigen. Hervorzuheben ist eine ausgesprochene Siedlungskeramik, sowie Spinnwirtel und Silexabfall. Hinzu kommen Funde in Siedlungsgruben und in Grabenwerken. Darunter befinden sich die Erdwerke von Dobl, auf dem Galgenberg bei Kopfham, Hadersbach, Piesenkofen und Riekhofen. Im Donautal liegen die Siedlungen bevorzugt an Terrassenkanten und Bachläufen. Ansonsten konstant auf Kuppen und Geländespornen, doch sind auch Hanglagen und Talauen belegt. In den letztgenannten Lagen und speziell in Dietfurt blieb organisches Material teilweise erhalten. Die Menschen verließen die fruchtbaren Lößböden und erschlossen die Fränkische Alb, den Bayerischen Wald und das Alpenvorland.

Literatur