Heim

Diskussion:Niederfränkische Sprachen

Zu Einordnung des Niederfränkischen eine Bemerkung

.........Auch in Deutschland nimmt die Zahl der Sprecher ab, wegen des großen Unterschieds zwischen hochdeutscher Schriftsprache und "fränkischem Platt" ist die Gefahr der "Verfälschung" oder "Verwässerung" der Dialekte jedoch, anders als in den Niederlanden, kaum gegeben.

Sprecher des "Niederfränkischem Platt" z.b. [Mölmsch] fallen immer mehr ins [Kölsche]. Die Worte sind großteils änlich, aus Chud wird dann Jut.


Dazu einige Bemerkungen:

  1. . 'Niederfränkisch' ist eigentlich das selbe als Altniederländisch, das leider nur sehr beschrankt belegt ist, trotz Jahrhunderten Frankenherschaft (oder vielleicht deshalb? Sie waren ja fruh katholisch und bestanden auf Latein)
  2. . Es ist fraglich ob es je eine Niederdeutsche Sprache gegeben hat aus der sich das spätere Niederdeutsch, Niederländisch und Afrikaans entwikkelt hat, sicher nicht eine Standardsprache. Man kann natürlich auf die Lautverschiebung des Südens hinweisen und sagen: die drei haben das nicht mitgemacht, aber das ist ja auch war für Frisisch oder Englisch. Ich denke das das Wort Niederdeutsch besser für die spatere Standardsprache reserviert wird. Wie unterschieden die dialekte der Franken und Sachsen und sag mal 900 herum waren wissen wir nicht, obwohl sie naturlich Jahrhundertelang in Feindschaft gelebt haben.
  3. Die Niedersächsische Dialekten in Groningen usw sind sicher nicht so ausgestorben wie angegeben. Das gilt schon fur die Stadt Groningen aber die nicht fuer die Doerfer


Es gab früher eine sehr bedeutende niederdeutsche Schriftsprache. Sie war die Verkehrssprache der Hanse und lange Zeit die "lingua franca" des Nord- und Ostseeraumes. Unter Sprachforschern bezeichnet man sie generell als "Mittelniederdeutsch", obwohl der Begriff eigentlich für eine sprachgeschichtliche Entwicklungsperiode steht (ungefähr 1200-1600). Unter "Mittelniederdeutsch" versteht man also nicht nur die Schriftsprache, sondern auch die vielfältigen Dialekte der damaligen Zeit (die sich heute jedoch nur schwer rekonstruieren lassen). In der mittelniederdeutschen Schriftsprache hingegen liegen zahllose, bis in die Neuzeit hinein verfasste schriftliche Dokumente, Bücher und Urkunden vor. Sprachzentrum der damaligen Zeit war die Hansemetropole Lübeck; nach dem Zusammenbruch des Städtebundes wurde das Niederdeutsche auf regionaler Ebene lange weiterverwendet, auch in Amsterdam, Brügge und Utrecht, wo sie zur Grundlage der niederländischen Standardsprache wurde. Die Niederländer haben nämlich nach dem Westfälischen Frieden den kulturellen Anschluss ans deutsche Reich verloren und die niederdeutsche Schriftsprache weiterentwickelt (bzw. die Sprache hat sich weiterentwickelt, vor allem vereinfacht). In Norddeutschland hingegen wurde das Niederdeutsche als Schriftsprache immer mehr vom Hochdeutschen verdrängt und sank auf Dialektniveau herab. In Hamburg und Bremen gab es bis in die letzten Jahrzehnte eine "vornehme" plattdeutsche Umgangssprache, die sich von den ländlichen Mundarten deutlich abhob. Sie ist das letzte Relikt der gehobenen Schriftsprache früherer Zeiten. Die heute verwendete Transkription des gesprochenen Plattdeutschen, wie sie unter anderem in der "plattdütschen Wikipedia" verwendet wird, ist leider wenig einheitlich und inkonsequent.


Niederfränkisch ist nicht gleich Niederdeutsch oder Niedersächsische. Viel mehr handelt es sich um eine eigene Sprache. Der kulturellen Anschluss ging auch nicht mit dem Westfälischen Frieden verloren. Viel mehr wurde der Niederrhein erst unter Preußen Eingedeutscht. Der Begriff Preußisch-Fandern dürfte bekannt sein.

Über die Anwendbarkeit des Begriffs "Deutsch" lässt sich trefflich streiten. Klar ist, dass sich das Attribut "Deutsch" im Mittelalter auf alles bezog, was innerhalb der Grenzen des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation lag, also auch die heutigen Niederlande und Flandern. "Deutsch" galt als Bezeichnung für die wenig einheitlichen westgermanischen Dialekte innerhalb der Reichsgrenzen, aus denen sich später großräumige Ausgleichsmundarten bzw. Schrift- und Kanzleisprachen entwickelten. Aus den hoch- (mittel- und oberdeutschen) Idiomen entstand die moderne Deutsche Sprache, aus dem Niederdeutschen bekanntlich das Niederländische. Es gibt keinen mir bekannten Sprachwissenschaftler, der dies anzweifelt.

Es steht sprachwissenschaftlich sehr zu bezweifeln, daß Niederländisch aus der mittelniederdeutschen Schriftsprache hervorgegangen ist. Das Neuniederländische hat sich aus der mittelniederländischen Sprache entwickelt, die sehr eng mit der mittelniederdeutschen verwandt war. Dabei spielen die Eigenbezeichnungen der Sprachen keine Rolle, es gab damals bereits definitiv Unterschiede, so z. B. oude - olde, en - un(de). Es lassen sich bei den Seebüchern (nautisches Hilfsmittel in Nordeuropa) dieser Zeit sehr wohl diese Unterschiede ausmachen, es wurden sogar niederländische ins Niederdeutsche übertragen. --89.53.12.19 16:41, 17. Mär. 2007 (CET)

Wenn jemand nichts weiß, so kann er auch alles bezweifeln. Der Begriff Deutsch aber wird seit dem 8.Jh. verwendet als Sammelbezeichnung für die germanischen Hauptstämme und ihrer Sprache (germanische Mundarten). Im Übrigen werden im Englischen (aus dem Altsächsischen/ Niedersächsischen) noch heute die Niederländer als Deutsche (duch) bezeichnet (seltener als netherland), die Deutschen dagegen als Germanen (Germans).
„Ob es sich hierbei noch um niederfränkische oder bereits um mittelfränkische Mundarten handelt, ist in der heutigen Sprachwissenschaft umstritten.” Vielleicht sollte der eine oder andere sich noch einmal bewußt machen, was ein Dialektkontinuum ist, da gibt es keine Dialektgrenzen und von daher kann auch nichts strittig sein. Das ist so wie mit Farben, die von einer in die andere Farbe kontinuierlich übergehen.

Kein Durchblick mehr

Leute, ich wollte mich über die Dialekt- und Sprachverhältnisse im Norden (ich komme aus Bayern) informieren, aber wegen den ständigen Änderungen, wegen dem ganzen Hickhack, wegen dem Bezeichnungswirrwarr, wegen den sich widersprechenden Aussagen wissenschaftlicher- und sonstigerseits, da blickt kein Mensch mehr durch, damit gehen die Artikel allmählich in Richtung Nutzlosigkeit.

Wenn ich mir Niederfränkisch#Gliederung anschaue: Auch die niederfränkischen Dialekte in Deutschland gehören jetzt zum Standardniederländischen ("... und dessen Dialekte")? Wurde denn nicht ständig eine Trennung von niederländischen und niederdeutschen Dialekten propagiert? Wenn sich das Standardniederländische vom Niederfränkischen ableitet, dann heißt das doch nicht, dass alle niederfränkischen Dialekte in Deutschland niederländisch sind, oder? Und das heißt doch auch nicht, dass alle niedersächsischen Dialekte im Nordosten der Niederlande Niederfränkisch sind bzw. nicht Niedersächsisch sein können? Und werden da nicht eh fortgesetzt die Standardsprachen mit den Dialektgruppen verwechselt, heutige Staaten und deren Grenzen mit sprachhistorischen Gebieten, und Sprachwissenschaft mit Politik? -- Sinnierer 20:10, 8. Dez. 2007 (CET)