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Poem (Musik)

Die Bezeichnung Poem für ein Musikstück impliziert keineswegs eine bestimmte musikalische Form, sondern ist eine Indikation inhaltlicher Art. Musikalische Poeme sind Instrumentalstücke in beliebiger Besetzung. Die Musik an sich dient als Träger des poetischen Ausdrucks und kommt ohne Gedichte, also ohne Sprache aus.

In der romantischen Periode der Musikgeschichte wurde die Rolle des Komponisten neu definiert. Robert Schumann drückte es so aus: "Der Komponist als Dichter." Bis einschließlich der Wiener Klassik bestand die Rolle des Komponisten hauptsächlich darin, die Menschen zu unterhalten. W.A. Mozart (in seinen Spätwerken) und Ludwig van Beethoven gingen jedoch weit über dieses Ziel hinaus und ihr Werk bildet schon deshalb die Brücke zur Romantik.

Die poetische Qualität vieler romantischer Musik (Frédéric Chopin war der erste Komponist, der diese neue Inhaltlichkeit voll benützt hat) legt den Titel Poem für eine musikalische Komposition nahe. Es dauerte jedoch bis in die Spätromantik, bevor dieser Titel tatsächlich erschien, zunächst bei einigen französischen Komponisten wie etwa Gabriel Fauré und kurz darauf beim wichtigsten Vertreter des Genres, dem russischen Komponisten Alexander Skrjabin.