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Michael Phelps

Michael Fred Phelps II (* 30. Juni 1985 in Baltimore, Maryland) ist ein US-amerikanischer Schwimmer, welcher seit Anfang des 21. Jahrhunderts auf den Freistil-, Schmetterling-, Rücken- und Lagenwettbewerben zur Weltspitze gehört.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Mit 15 Jahren nahm Michael Phelps bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney als der jüngste männliche Schwimmer im US-Team seit 68 Jahren teil. Konnte er bei diesem Wettkampf noch keine olympische Medaille gewinnen, sorgte Phelps jedoch fünf Monate später erstmals für Aufsehen, als er über 200 m Schmetterling den Weltrekord von Olympiasieger Tom Malchow brach und als erster Schwimmer unter 1:55 Minuten blieb. Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2001 im japanischen Fukuoka gewann Phelps vor Malchow die Goldmedaille und verbesserte seinen eigenen Rekord nochmals um 34 Hundertstel Sekunden auf 1:54.58 Minuten. Aufgrund der ungewöhnlichen Begabung, alle vier Schwimmstile exzellent zu beherrschen, galt Phelps auch auf den Lagenstrecken als der kommende Mann. Erstmalig beweisen konnte Michael Phelps dies bei den nationalen Meisterschaften 2002 in Fort Lauderdale, als er einen Weltrekord über 400 m Lagen aufstellte. Ein Jahr später holte sich Phelps den Weltrekord auf der halben Distanz.

Bei den Welttitelkämpfen 2003 in Barcelona konnte Phelps die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen, als er neben der erfolgreichen Titelverteidigung über 200 m Schmetterling, darüber hinaus auch noch Gold über beide Lagendistanzen holte. In allen drei Rennen stellte Phelps neue Weltrekorde auf, über 200 m Lagen gelang ihm dies sowohl im Vorlauf als auch im Finale. Über 100 m Schmetterling galt er ebenfalls als erster Anwärter auf den Weltmeisterthron, da er im Vorlauf auch diese Weltbestmarke in seinen Besitz gebracht hatte. Jedoch musste sich Phelps trotz Leistungssteigerung im Finale seinem Teamkollegen Ian Crocker geschlagen geben, welcher den am Vortag aufgestellten Weltrekord von Phelps nochmals um fast eine halbe Sekunde verbesserte und als erster Schwimmer überhaupt unter 51 Sekunden blieb. Für den Startplatz in der Lagenstaffel bekam Crocker konsequenterweise den Vorzug gegenüber Phelps, und gewann dadurch sein zweites WM-Gold. Phelps bekam aber ebenfalls eine Goldmedaille verliehen, da er im Vorlauf dieses Wettbewerbes angetreten war. Mit der 4×200 m Freistilstaffel konnte Phelps seinen 5 Medaillen schließlich noch eine weitere Silbermedaille hinzufügen.

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen war Phelps für 8 Wettbewerbe gemeldet. Theoretisch bestand daher die Möglichkeit, den Rekord seines Landsmannes Mark Spitz von den Olympischen Spielen 1972 in München zu brechen, als dieser bei sieben Starts siebenmal Gold gewann. Phelps Sponsor Speedo kündigte bei einer neuen Rekordmarke die Auszahlung einer Prämie von einer Million US-Dollar an. War Phelps über die 200 m Schmetterling und den Lagendistanzen nahezu unschlagbar, so hatte er über 100 m Schmetterling mit Ian Crocker als Weltrekordler stärkste Konkurrenz aus dem eigenen Lager, was außerdem einen Start in der Lagenstaffel fraglich machte. Über 200 m Freistil, wo Phelps ebenfalls starten wollte, war er zwar in Besitz des nationalen Rekords, jedoch war er hier nur Außenseiter, da diese Strecke seit Jahren von den beiden Ausnahmeschwimmern Pieter van den Hoogenband und Ian Thorpe beherrscht wurde. Letztendlich blieb für Michael Phelps der Traum von acht Olympiasiegen vorerst unerfüllt. Er hielt sich auf seinen Paradestrecken schadlos und konnte darüber hinaus auch über Crocker triumphieren, allerdings konnte er über 200 m Freistil trotz persönlicher Bestleitung van den Hoogenband und Thorpe erwartungsgemäß nicht das Wasser reichen. Mit der 4×200 m Freistilstaffel sowie der Lagenstaffel gewann Phelps seine Goldmedaillen 5 und 6. Bei letzterer schwamm Phelps nur im Vorlauf mit, da er seinem im Einzelfinale unterlegenden Konkurrenten Ian Crocker den Platz auf der Schmetterlingsdistanz überließ, um ihm doch noch zur olympischen Goldmedaille zu verhelfen. Mit der 4×100 m Freistilstaffel gewann Phelps eine weitere Bronzemedaille. Mit insgesamt 8 gewonnenen Medaillen war Michael Phelps der erfolgreichste Teilnehmer der Spiele und stellte damit die Bestmarke des russischen Kunstturners Alexander Ditjatin von Moskau 1980 ein.

Bei den anschließenden Weltmeisterschaften 2005 in Montreal verzichtete Michael Phelps auf zwei vermeintlich sichere Goldmedaillen, als er nicht auf seinen Paradestrecken über 200 m Schmetterling und 400 m Lagen antrat. Trotzdem konnte Phelps seinen Triumph von Barcelona übertreffen und holte sich fünf WM-Titel. Dabei gewann er erstmals auch die Entscheidung über 200 m Freistil, was aber aufgrund der Abwesenheit von Olympiasieger und Weltrekordler Thorpe sowie van den Hoogenband keine große Überraschung war. Allerdings verbesserte Phelps in diesem Rennen den Landesrekord auf 1:45,20 Minuten und war nun, was die Bestzeiten betraf, zumindest mit dem Niederländer fast gleichauf. Über 100 m Schmetterling verlor Michael Phelps den Kampf um den Startplatz für die Lagenstaffel und gleichzeitige Olympiarevanche gegen Ian Crocker deutlich, welcher dabei einen neuen Weltrekord markierte und Phelps um unglaubliche 1,25 Sekunden distanzierte. Trotzdem durfte sich Phelps nach dem Finalsieg der US-Boys ebenfalls die Goldmedaille umhängen, da er wie schon 2003 in Barcelona in der Qualifikation an den Start gegangen war und somit einen großen Anteil am Erfolg hatte.

Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Melbourne (Australien) unterstrich Michael Phelps eindrucksvoll seine Vormachtstellung im Schwimmsport, als er alle seine 5 Einzelstarts gewann und dabei, bis auf die 100 m Schmetterling, jedes Mal einen neuen Fabelweltrekord markierte. Über 200 m und 400 m Lagen gab es Steigerungen um 0,86 bzw. 2,04 Sekunden, über 200 m Schmetterling verbesserte er seinen eigenen Rekord um unglaubliche 1,62 Sekunden. Weiterhin blieb Phelps über 200 m Freistil als erster Mensch unter 1:44 Minuten und trat mit seinem ersten Weltrekord auf dieser Strecke endgültig aus dem Schatten von Ian Thorpe und van den Hoogenband heraus. Einzig über 100 m Schmetterling hatte der US-Amerikaner trotz persönlicher Bestleistung Probleme. Mit 50,77 Sekunden blieb er zwar erst als zweiter Mensch unter der 51 Sekundenmarke, jedoch konnte er seinen Teamkollegen und langjährigen Rivalen Ian Crocker nur besiegen, weil dieser das Anschlagen am Schluss verpatzte. Einen weiteren Weltrekord gab es beim Sieg mit der 4×200 m Freistilstaffel. Mit dem Gold in der 4×100 m Freistilstaffel, welches den Auftakt seiner einzigartigen Siegesserie darstellte, gewann Michael Phelps schließlich 7 Goldmedaillen und überbot damit den Rekord von Ian Thorpe, welcher bei den Weltmeisterschaften 2001 in Fukuoka sechsmal erfolgreich war. Eine mögliche 8. Goldmedaille blieb Phelps verwehrt, da die Lagenstaffel bereits im Vorlauf durch einen von Ian Crocker verursachten Wechselfehler disqualifiziert wurde.

Michael Phelps gilt als der kompletteste Schwimmer der Gegenwart. Bei den US-Meisterschaften im August 2007 in Indianapolis untermauerte er dies in eindrucksvoller Manier. Er verzichtete mit den 200 m Schmetterling sowie 400 m Lagen auf zwei seiner „Hausstrecken“ und versuchte sich dafür in den für ihn eher ungewohnten Brust- und Rückendisziplinen. Schaffte Phelps am ersten Wettkampftag nicht die Qualifikation für das Finale über 200 m Brust, so sorgte er über 100 m und 200 m Rücken für zwei Paukenschläge. Über der langen Rückendistanz schob sich Phelps mit 1:54,65 Minuten auf die dritte Position der ewigen Weltrangliste vor und blieb nur 33 Hundertstel Sekunden über dem Weltrekord seines Landsmannes Ryan Lochte. Über 100 m Rücken verpasste Phelps den Weltrekord sogar nur um eine Winzigkeit von 3 Hundertstel Sekunden. Nur Aaron Peirsol war auf dieser Strecke bei seinem WM-Sieg in Melbourne ein einziges Mal schneller.

Sonstiges

Die Biografie von Michael Phelps erschien 2005 auf Deutsch unter dem Titel „Unter der Oberfläche“.

Erfolge

Olympische Spiele

WM Disziplin Medaille
Athen 2004 100 m Schmetterling Gold
Athen 2004 200 m Schmetterling Gold
Athen 2004 200 m Lagen Gold
Athen 2004 400 m Lagen Gold
Athen 2004 4x200 m Freistilstaffel Gold
Athen 2004 4x100 m Lagenstaffel Gold
Athen 2004 200 m Freistil Bronze
Athen 2004 4x100 m Freistilstaffel Bronze

Weltmeisterschaften

WM Disziplin Medaille
Fukuoka 2001 200 m Schmetterling Gold
Barcelona 2003 200 m Schmetterling Gold
Barcelona 2003 200 m Lagen Gold
Barcelona 2003 400 m Lagen Gold
Barcelona 2003 4x100 m Lagenstaffel Gold
Barcelona 2003 100 m Schmetterling Silber
Barcelona 2003 4x200 m Freistilstaffel Silber
Montreal 2005 200 m Freistil Gold
Montreal 2005 200 m Lagen Gold
Montreal 2005 4x100 m Freistilstaffel Gold
Montreal 2005 4x200 m Freistilstaffel Gold
Montreal 2005 4x100 m Lagenlstaffel Gold
Montreal 2005 100 m Schmetterling Silber
Melbourne 2007 200 m Freistil Gold
Melbourne 2007 100 m Schmetterling Gold
Melbourne 2007 200 m Schmetterling Gold
Melbourne 2007 200 m Lagen Gold
Melbourne 2007 400 m Lagen Gold
Melbourne 2007 4x100 m Freistilstaffel Gold
Melbourne 2007 4x200 m Freistilstaffel Gold

Bestleistungen

Langbahn
100 m Freistil 48,93 s 27. Juli 2005 Montreal
200 m Freistil 1:43,86*min 27. März 2007 Melbourne
100 m Rücken 53,01 s 04. August 2007 Indianapolis
200 m Rücken 1:54,65 min 01. August 2007 Indianapolis
100 m Schmetterling 50,77 s 31. März 2007 Melbourne
200 m Schmetterling 1:52,09*min 28. März 2007 Melbourne
200 m Lagen 1:54,98*min 29. März 2007 Melbourne
400 m Lagen 4:06,22*min 01. April 2007 Melbourne
Kurzbahn
200 m Freistil 1:43,78 min 04. Februar 2006 East Meadow
200 m Schmetterling 1:52,27 min 28. November 2003 Melbourne
200 m Lagen 1:54,85 min 29. November 2003 Melbourne
400 m Lagen 4:03,99 min 03. Februar 2006 East Meadow


*aktueller Weltrekord (Stand 08/2007)

Auszeichnungen

Literatur

 Commons: Michael Phelps – Bilder, Videos und Audiodateien
Personendaten
Phelps, Michael
US-amerikanischer Schwimmer und Weltrekordhalter
30. Juni 1985
Baltimore, Maryland