Heim

SpVgg Erkenschwick

Die Spielvereinigung Erkenschwick ist ein Fußballverein aus der Stadt Oer-Erkenschwick in Nordrhein-Westfalen, der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Jahrzehnt lang erstklassig spielte. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Rot. Derzeit spielt der Klub in der Oberliga Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Gegründet wurde der Verein am 9. Juni 1916 als Sportverein Erkenschwick, gehörte allerdings während des Ersten Weltkriegs noch keiner offiziellen Liga an. 1918 in Sportfreunde Erkenschwick umbenannt, spielten die Fußballer nun offiziell im Emscher-Lippe-Spielverband; die erste Begegnung gegen Teutonia Datteln ging 0:8 verloren. 1921 schloss sich die Fußballabteilung dem TV 1909 Erkenschwick, dem Vorgänger der heutigen TuS 09 Erkenschwick, an. Nur ein Jahr später wurden die Fußballer von dem Turn- und Leichtathletikverein wieder ausgegliedert – es war die Zeit der „reinlichen Trennung“ der Turner von den Ballsportlern – und schlossen sich mit Blau-Weiß Oer zusammen; ab diesem Zeitpunkt firmierte diese Fusion unter dem heutigen Vereinsnamen Spielvereinigung 1916 Erkenschwick.

Stadion

Das Stadion des Klubs wurde zwischen 1929 und 1934 auf dem Gelände der Zeche Ewald-Fortsetzung errichtet, hieß während der NS-Zeit Hindenburg-Stadion und seither Stimbergstadion.

Das Stimbergstadion fasste zu früheren Zeiten knapp 22.000 Zuschauer. Heute dürften, auf Grund der Struktur und den Sicherheitsvorschriften, geschätzte 15.000 Zuschauer Platz finden. Die Haupttribüne ist komplett überdacht und bietet Steh- und Sitzplätze. Der Rest des Stadions besteht komplett aus Stehplätzen. Gästefans nehmen je nach Wetter und Sicherheitsvorschriften entweder auf der Gegentribüne oder auf der linken Seite der Haupttribüne platz.

Geschichte: Die „große Zeit“

Weit über das nördliche Ruhrgebiet hinaus bekannt wurde die SpVgg ab 1943, als sie unter dem Schalker Spieler Ernst Kuzorra (Trainer von 1942-1946) den Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Gauliga 9 (Westfalen), schaffte. Bis 1953 blieb sie durchgehend erstklassig (siehe unten, "Ligazugehörigkeit"). 1947 wurde Erkenschwick durch einen 5:0-Sieg bei Alemannia Aachen allererster Tabellenführer der neu gegründeten Oberliga West und gewann am 4. Oktober 1947 auch in der Glückaufkampfbahn mit 2:1 - damit brachten die Schwarz-Roten dem FC Schalke 04, bei denen auch Erkenschwicks ehemaliger Trainer Ernst Kuzorra mitspielte, die erste Heimniederlage nach Kriegsende bei. Am Ende der ersten drei Spielzeiten bis 1950 belegte die Stimberg-Elf, die wie der SV Sodingen, die Sportfreunde Katernberg und einige andere aus lauter Bergleuten bestand, durchweg einstellige Tabellenplätze. Mit dem Abstieg 1953 endete die große Zeit dieses Vereins.

Ligazugehörigkeit

In den 1920er/1930er Jahren war die SpVgg. Erkenschwick dem aufgrund schlechter Verkehrsverbindungen ungeliebten Bezirk Münster zugeordnet, bis es durch "freiwillige Abstiege" gelang, die Verbandsoberen davon zu überzeugen, dass man im Bezirk Gelsenkirchen besser aufgehoben sei - und damit begann der sportliche Aufstieg in die jeweils höchste Spielklasse:

Es folgten knapp 3 Jahrzehnte, in denen der Verein zwischen zweit- und dritthöchster Liga pendelte; die Zweitliga-Jahre waren die folgenden:

1969 stand Erkenschwick im Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft, verlor dies allerdings mit 1:2 gegen den SC Jülich 1910.

Seit 1999 ist der Verein nur noch viert-, von 2000 bis 2004 war er sogar fünftklassig.

Finanzielle Schwierigkeiten 2008

Im Frühjahr 2008 beherrschen kurz- und langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 750.000 Euro den Verein, sodass sogar eine Insolvenz möglich ist.[1]

Im Mai 2008 wurde der ehrenamtlich arbeitende Teammanager und Trainer Holger Flossbach fristlos entlassen. Grund war eine zwei Wochen alte E-Mail, die an die Presse gelangte. Darin hatte sich Flossbach mit der Lage des hoch verschuldeten Traditionsvereins auseinandergesetzt. Das nah­men Klubchef Achim Trautmann und sein Berater, Professor Dr. Rüdiger Knaup, zum Anlass, Flossbach zu entlassen. Jurist Knaup, zehn Jahre Präsident der SG Wattenscheid 09, soll einen Sanierungsplan für den Verein entwerfen. Weil die Spieler seit Wochen nicht mal Spritgeld bekommen, haben sie das Trainingsprogramm auf ein Minimum gekürzt.

Am 10. Juni 2008 hat der Verein Insolvenz angemeldet und der bisherige Vorsitzende ist zurückgetreten. Der Ehrenvorsitzende Anton Stark hat den Vorsitz vorerst kommissarisch übernommen.

Erfolge und Niederlagen

Erfolge:

Niederlagen:

Bekannte Spieler

Einzelnachweise

  1. http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/lokalsport/vest-sport/2008/4/25/news-40863998/detail.html

Literatur