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Leopoldplatz

Der Leopoldplatz, auch kurz Leo genannt, ist ein etwa 45.000 m² großer langgestreckter Platz im Ortsteil Wedding des Berliner Bezirks Mitte, der seit 1891 diesen Namen trägt.

Inhaltsverzeichnis

Die Lage

Lage des Leopoldplatzes in Berlin-Wedding mit angrenzenden Straßen, genordet

Der Leopoldplatz wird begrenzt durch die Müllerstraße, Nazarethkirchstraße, Maxstraße, Schulstraße und durch die Turiner Straße in zwei etwas ungleich große Flächen, einen nordöstlichen und einen südwestlichen Bereich, getrennt. Auf ihn münden die Malplaquetstraße (benannt nach dem Schlachtenort in Nordfrankreich), die Prinz-Eugen-Straße, die Ruheplatzstraße und die Luxemburger Straße.

Die Entstehung des Platzes

Auf den ersten Bebauungsplänen dieses Gebietes um das Jahr 1862 war ein Platz mit der Bezeichnung JI, Abt. X/1 eingetragen. Seit 1880 bemühte sich die Nazarethkirchgemeinde, die Flächen um die bereits einige Jahrzehnte zuvor fertiggestellte Alte Nazarethkirche gärtnerisch aufzuwerten. Entsprechende Pläne lieferte Hermann Mächtig, der die Gestaltung dieses Platzes in drei Schritten vorsah: ein erster Ausbau erfolgte zwischen 1882 bis 1887. Nachdem der Platz am 2. April 1891 nach Leopold I., Fürst von Anhalt-Dessau, benannt und die Neue Nazarethkirche eingeweiht worden war, erhielt 1893 auch der zweite Abschnitt des Platzes Grünanlagen. 1906–1909 erfolgte schließlich die abschließende dritte Etappe der Platzregulierung: die gestaltete Fläche zwischen den beiden Kirchen beschloss den neuen "Schmuckplatz".

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bereich um die Müllerstraße stark zerstört. Nach der Trümmerbeseitigung gestaltete das Stadtgartenamt den Leopoldplatz mehrmals um, vor allem nach dem Bau des U-Bahnhofes Leopoldplatz. In den vergangenen Jahren wurden seine Grünflächen erneuert. Im nördlichen Teil des Platzes wurden Sport- und Spielecken gebaut mit einem gepflasterten Labyrinth in der Mitte.

Die Bebauung des Platzes und seiner Ränder

Auf dem Platz befindet sich im südwestlichen Teil die von Karl Friedrich Schinkel entworfene und 1835 eingeweihte Alte Nazarethkirche, eine der vier von ihm entworfenen evangelischen Vorstadtkirchen. Im mittleren Teil steht die nach Plänen von August Adolf (Max) Spitta von 1891 bis 1893 errichtete Neue Nazarethkirche.

Bronzeplastik auf dem "Leo"

An der Ecke Müller-/Schulstraße steht auf einem kleinen Muschelkalk-Sockel die Bronze-Skulptur "Adorant" (lateinisch = Anbeter). Diese Plastik ist der Nachguss eines Originals aus dem Jahre 325 vor Christus, das – nachdem es einige Jahrzehnte im Park von Sanssouci stand – heute im Besitz der Museen Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist. - Der nackte Jüngling ist etwa in Lebensgröße dargestellt, die Skulptur findet wenig Aufmerksamkeit.

Bei der Neugestaltung erhielt der Leopoldplatz im Jahr 1985 als zusätzlichen Schmuck eine Brunnenanlage, direkt vor der Alten Nazarethkirche. Der Entwurf der Brunnenanlage stammt von Michael Hennemann, einem Mitarbeiter des Gartenbauamtes Wedding. Ein kleines rundes Becken mit einem Durchmesser von 1,70 Meter aus hellem feinkörnigen Granit (der aus Hauzenberg bei Passau stammt) wird von einem größeren Becken mit einem Durchmesser von 6,10 Meter mit einem 55 Zentimeter hohen gewölbtem Rand umfasst. In der warmen Jahreszeit steigt aus dem inneren Becken eine hohe Mittelfontäne auf, die von achtzehn ringförmig angeordneten Springstrahlern umgeben ist. Deren Wasser fließt bogenförmig in das Außenbecken. Entsprechend früherer Brunnengestaltungen wurde die Einfassung der Anlage als Sitzrand ausgebildet. - Fünf eingebaute Scheinwerfer beleuchten in den Abendstunden das Wasserspiel. [1]

An der nordwestlichen Ecke des Leopoldplatzes steht das 1978 eröffnete Kaufhaus Karstadt, diesem gegenüber in der Müllerstraße ein früheres Kaufhaus von "Quelle", dessen Fassade sich durch die außenliegenden Metallstützen von den übrigen Gebäuden abhebt. Auch ein Woolworth-Kaufhaus in der Müllerstraße bereichert das Angebot in diesem Kiez.

Zwischen 2005 und 2007 konnte das "Gesundheitszentrum Leopoldplatz" – ein Ärztehaus mit 60 Ärzten aus 20 verschiedenen Fachrichtungen - durch den Ausbau eines vorhandenen alten Gebäudes in der Müllerstraße 151 direkt am "Leo" etabliert werden. [2] Unweit der süd-östlichen Platzecke befindet sich das Rathaus Wedding. Und direkt in der Müllerstraße haben sich viele kleine Geschäfte angesiedelt, die die Bewohner des Kiezes mit allem Notwendigen versorgen.

An der nördlichsten Ecke des Leopoldplatzes erwartet ein gemeinnütziges Kinder- und Jugendzentrum Besucher.

Eine Volkshochschule und eine Grundschule bieten die notwendigen Bildungseinrichtungen für die Anwohner. Eine Sparkasse und das evangelische Gemeindezentrum – beide in der Nazarethkirchstraße - komplettieren die nennenswerte Bebauung rund um den Leopoldplatz.

Die Verkehrssituation

Am U-Bahnhof Leopoldplatz kreuzen sich die Linien U6 und U9. Im Jahre 2007 wurde der U-Bahnhof Leopoldplatz umfassend modernisiert und die Gleise wurden leiser. In diesem Jahr soll dieser behindertengerecht ausgebaut werden. - Mehrere Buslinien tangieren den Platz; es gibt eine günstige Verbindung zum Berliner Hauptbahnhof, sowie mehrere Verbindungen in den Bezirk Reinickendorf.

Sonstiges

Im August 2006 organisierte eine private Initiative das erste Weddinger Dorffest (auch als Stadtteilfest Kurort Wedding bezeichnet) auf dem Leopoldplatz, welches gut besucht war. [3]

Im südlichen Teil des Leopoldplatzes finden regelmäßig Markttage statt, auch ein kleiner Ökomarkt hat sich etabliert, in dessen Stände vor allem die kleinen Ökobauern des Berliner Umlandes ihre Waren anbieten. – Jeden Sonnabend zieht außerdem ein öffentlicher Trödelmarkt auf dem Leo Besucher an.

Fußnoten

  1. Brunnendarstellung beim Bezirksamt
  2. Infoblatt zum Gesundheitszentrum Leopoldplatz
  3. "Ringelpietz am Leopoldplatz" – Artikel in der Berliner Morgenpost von 2006

Quellen und Weblinks

 Commons: Leopoldplatz – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 32' 47" N, 13° 21' 33" O