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Andreas Grote

Andreas Grote (* 29. August 1929 in Dessau/Anhalt) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Museumsleiter.

Leben

Der Sohn des damaligen Landeskonservators Dr. Ludwig Grote und der Gertrud Maud geb. Schmitt absolvierte sein Abitur am Wilhelmsgymnasium in München 1949. Er studierte Architektur in München und Stuttgart und Kunstgeschichte in München und Würzburg. 1959 verfasste er seine Dissertation an der Universität München, nachdem er längere Aufenthalte in Florenz mit Archivarbeiten, Photographie und Übersetzungen verbracht hatte.

1959/60 absolvierte er ein Volontariat an den Staatlichen Museen in Westberlin, wo er in der Nationalgalerie und der Antikenabteilung mit der Inventarisierung antiker Edelmetallbestände, Feststellung kriegsbedingter Verluste und anderem, wie der Organisation des Deutsche Kunsthistorikertages in Basel betraut war. Bei Andreas Moritz an der Akademie der Künste in Nürnberg machte Grote eine Lehre und arbeitete als Silberschmied. Grote pflegte Freundschaften mit zahlreichen Künstlern, u.a. mit Giorgio Morandi, Bruno Pulga, Fritz Winter und Manfred Bluth.

1963 heiratete Grote Laura Tieri, Tochter des Dirigenten Emidio Tieri. Von 1963-64 war er Assistent am Deutschen Kunsthistorischen Institut in Florenz unter Ulrich Middeldorf. Im April 1965 erhielt er die Berufung nach Berlin als Leiter des Außenamtes. Von 1965-68 war er tätig als Baureferent für die Neue Nationalgalerie (Architekt: Ludwig Mies van der Rohe). Zudem entwickelte er museumspädagogischer Strategien. Grote war Vorstandsmitglied des DMB, Mitglied im ICOM u. ICOMOS und 1979 Gründungsdirektor des Instituts für Museumskunde (heute: Museumsforschung).

Seit dem 1. Januar 1994 befindet sich Grote im Ruhestand. Bis zum Mauerfall 1989/90 hatte Grote unter schwierigen Umständen Kontakte zu den Ostberliner und den Museen in der DDR gepflegt. Nach seiner Pensionierung betrieb er für die UNESCO Planung und Organisation von internationalen Sommerkursen der Staaatlichen Schlösser und Gärten in Potsdam und ist als Berater des Italienischen Kultusministerium, Georgiens, Siziliens und Zyperns bezüglich der Welterbeliste tätig.

Publikationen

Zudem wurden zahlreiche Einzelaufsätze zu Museen als Bildungsstätten, Animation im Museum, Informationsstrategien im Museum veröffentlicht. Seit 1968 ist er an der Entwicklung, Organisation und Redaktion eines Führungsblattsystems in den Staatl. Museen in Westberlin beteiligt. Zur Absicherung des extracurricularen Bildungsangebotes der Museen erfolgte nach seiner Regier die Gründung des Vereins "Jugend im Museum e.V." um 1970.