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Advocatus sancti sepulchri

Advocatus sancti sepulchri (zu deutsch etwa: Verwalter/Verteidiger des heiligen Grabes) war der Titel Gottfried von Bouillons, der in etwa dem Königstitel entspricht.

Nach der Eroberung Jerusalems durch das Heer des ersten Kreuzzugs am 15. Juli 1099 brach ein Streit unter den Führern des Kreuzzugs darüber aus, wer die Herrschaft im neu eroberten heiligen Land übernehmen solle. Zugleich wurde aber von vielen Geistlichen gepredigt, dass in der Stadt in der Christus die Dornenkrone getragen habe, niemand die Königskrone tragen dürfe.

In dieser Situation wurde die Königskrone Raimund von Toulouse angetragen, der sie ablehnte (wohl aber dennoch darauf spekulierend) mit eben der Begründung, dass in der Stadt in der Christus die Dornenkrone getragen habe, niemand die Königskrone tragen dürfe. Vom Volk wurde das mit großer Begeisterung aufgenommen und Raimund konnte sich der Krone fast schon sicher sein, als die Königskrone Gottfried von Bouillon angetragen wurde. Dieser lehnte mit der gleichen Begründung ab, erklärte sich jedoch bereit stattdessen den bescheideneren Titel „advocatus sancti sepulchri“ anzunehmen. Das wurde vom Volk begeistert aufgenommen und Gottfried wurde so quasi doch zum König, nur unter anderem Titel. Raimund, der eigentlich eher berechtigt gewesen wäre, König zu werden ging so leer aus.