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Diskussion:Mediante

Hallo,
Wie auch bei der Zwischendominante war mir zwar vom Hören her die Verwandschaft der genannten Harmonien geläufig, aber das Wort Mediante unbekannt. Ich habe für mich aber die folgende erweiterte Definition gefunden:

Mit C Dur sind folgende Harmonien näher verwandt:

C, c, Es, es, Fis, fis, A, a

(Großbuchstaben=Dur, Kleinbuchstaben=Moll, zwischen Fis und Ges wird hier nicht unterschieden).

Das heißt, es gelingt mir recht einfach, zwischen diesen Tonarten hin und herzuspringen.

Beispiele:

1.
Ich kann ohne große "Störungen" zwischen gleichnamigen Moll- und Dur-Akkorden wechseln.

2.
Ich kann zwischen Dur- und Moll-Parallelen wechseln.

3.
Es gibt immer einen verminderten Akkord aus lauter kleinen Terzen, der sich nur um einen Halbton vom Dominant-Akkord mit charakteristisch disonanter Septime bzw. vom (Moll-)Subdominant-Akkord mit charakteristisch disonanter Sext unterscheidet. Dieser verminderte Akkord kann gehörmäßig immer als Ersatz für den Dominant bzw. Subdominant-Akkord verwendet werden. Da der verminderte Akkord vollkommen symmetrisch ist, kann ich ihn mit 4 verschiedene Septim und Sext-Akkorden verwechseln und damit prima zwischen den obigen Tonarten modulieren.

konkretes Beispiel:

normale Kadenz: C - F6 - G7 - C
mit verm. Akkord: C - F6 - G7 - verminderter Ak. über F - G7 - C

den verm. Akkord kann ich aber nun genauso durch Ändern eines einzigen Halbtons auf einen anderen Septim-Akkord überführen:

C - F6 - G7 - verminderter Ak. über F - Cis7 - Fis


Wir sehen also, dass die oben genannten Akkorde leicht ineinander übergeführt werden können. Insgesamt kann man sämtliche Dur/Moll-Akkorde in 3 solche Verwandtschaftsgruppen gruppieren:

1. C, c, Es, es, Fis, fis, A, a
2. Cis, cis, E, e, G, g, B, b
3. H, h, D, d, F, f, Gis, gis

Von einer in die andere Gruppe zu wechseln bedeutet damit nichts anderes, als zur Dominanten bzw. zur Subdominanten zu wechseln.

Frage:
Ist diese Gruppenbildung mit Mediante gemeint, oder gibt es da einen eigenen Ausdruck dafür?
GeorgGerber 14:22, 12. Mai 2004 (CEST)

Ich freue mich übrigens, dass Du so großes Interesse für meine Machwerke entwickelst und dermaßen scharfsinnige Fragen stellst. Danke! --Königin der Nacht 15:22, 12. Mai 2004 (CEST)

Hallo, Eure Majestät ;-)
nur eine kurze Anfrage von einem Pfuscher auf musikalischen Gebiet - wenn Wolferl Amadé in der Linzer von C-Dur zum "Gegenklang" e-moll moduliert, dann ist das doch identisch mit der Mollparallele der Dominante G-dur? Oder habe ich da etwas velwechsert? --Idler 10:14, 17. Jun 2004 (CEST)

Ach, komme er mir nicht mit solchem Kleinkram, ja? Nein, hast schon Recht. Der Tonikagegenklang ist tatsächlich identisch mit der Dominantparallele. Insofern befinden wir uns im Seitensatz der Linzer schon im Dunstkreis von G-Dur, nur eben auch wieder in einer Mediante. Ich reibe mich immer ein bisschen am Begriff der Dominantparallele, weil sie eigentlich nichts dominantisches hat. Aber die Beobachtung ist richtig und wichtig um zu verstehen, dass Mozart an dieser Stelle nun doch nicht so weit von der Norm abgewichen ist, wie es zum Beispiel Schubert gern getan hat. Mir ging es darum, die Aussage, Medianten seien erst im 19. Jahrhundert zu ihrem Recht gekommen, zu relativieren. Klor? --Königin der Nacht 12:22, 17. Jun 2004 (CEST)
Jau, danke schön, und sorry wegen des kleinlichen Krams - ich geb's ja zu, ich hab so wenig Ahnung, dass ich kaum den Unterschied zwischen Tonika und Tunika kenne ... und Mozart habe ich eh' immer für einen Frühromantiker gehalten ('tschuldigung, bitte keine harten Gegenstände!). Zu den Begriffen: was an der Dominante so "dominant" ist, weiß ich auch nicht; man sollte das einfach als Definition/Fachchinesisch akzeptieren. Wenn man zu sehr am Ursprung der Worte haften bleibt, kriegt man nur die Depris; als Jurist sehe ich das bei Kontrahent - das ist doch glatt in's Gegenteil umgeschlagen. --Idler 14:43, 17. Jun 2004 (CEST)
Tja, das Problem mit der Dominante - das kann ich Dir leider auch nicht sagen. Ich meinte ja auch "dominantisch" und nicht "dominant". Ersteres als Adjektiv zum Fachchinesisch. Es gibt sicher eine tiefergehende, auf den Ursprung bezogene Bedeutung, die ist mir aber nicht bekannt. Das kommt davon, wenn man sich nie wirklich mit den Warums beschäftigt. Und nochmal tja: Mozart als Frühromantiker, warum nicht? Diese ganze Einteilung geht mir eh am A+++++ vorbei, ich sehe darin keinen Sinn. Tach auch. --Königin der Nacht 15:01, 17. Jun 2004 (CEST)

Tonart vs. Akkord

Leider mangelt es diesem Artikel (wie so manch anderem musiktheoretischen) an einer klaren begrifflichen Unterscheidung von Akkord und Tonart. Außerdem wird hier die Funktionstheorie einfach mir nichts, dir nichts als musiktheoretische Selbstverständlichkeit benutzt. Ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht. Außerdem fehlt jede Quellenangabe. Ich habe versucht, ein bisschen Ordnung ins Chaos zu bringen, weiß aber nicht, ob man da nicht gründlicher ansetzen müsste. Jedenfalls: Die Dominante ist keine Tonart, sondern ein Akkord innerhalb einer Tonart. Genauso ist eine Mediante keine Tonart. Außerdem bewegt sich der Begriff Mediante logisch auf einer ganz anderen Ebene als z. B. Tonika. Aber wie macht man so etwas bloß klar ...? Bms72 20:32, 7. Dez. 2006 (CET)

A Dur ist in C-Dur die Zwischendominante zu d-moll, der Subdominantparallele, nicht zu e-moll

hab das kurz geändert, peace