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Meinerzhagen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 7′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 313–663 m ü. NN
Fläche: 115,18 km²
Einwohner: 21.569 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58540
Vorwahlen: 02354 02358 (Valbert)
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 036
Adresse der Stadtverwaltung: Bahnhofstraße 18
58540 Meinerzhagen
Webpräsenz:
www.meinerzhagen.de
Bürgermeister: Erhard Pierlings (SPD)

Meinerzhagen ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Westen des Sauerlands und gehört zum Märkischen Kreis. Im Landesentwicklungsplan ist Meinerzhagen als Mittelzentrum mit zentralörtlicher Bedeutung ausgewiesen.

In Meinerzhagen, das sich auf 115,18 km² Fläche erstreckt, leben 21.706 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Meinerzhagen liegt im Süden des Märkischen Kreises und im Westteil des Sauerlands. Hier beginnt das in nordwestlicher Richtung verlaufende Volmetal. Nach Osten hin erstreckt sich das Ebbegebirge. Westlich grenzt das Gemeindegebiet an das beginnende Bergische Land. Wichtigste Verkehrswege sind die A 45 („Sauerlandlinie“) mit der Anschluss-Stelle Meinerzhagen und die B 54.

Am Südostrand der Gemeinde auf 480 m ü. NN entspringt die Volme, die 49,8 km weit nach Norden fließt und in Hagen 91 m ü. NN in die Ruhr mündet. Unweit der Volmequelle entspringt auch die Agger, die nach Süden fließt und bei Siegburg in die Sieg mündet. Im Norden des Stadtgebietes entspringt die Verse, ein Zufluss zur Lenne. Weitere Wasserläufe sind die Lister und die Ihne, die in den Biggesee münden. Knapp jenseits der westlichen Stadtgrenze entspringt die Wupper, die hier noch Wipper heißt.

Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist mit 663 m Höhe die Nordhelle, auf der ein WDR-Sendeturm und eine Kachelmann-Wetterstation stehen. Die Nordhelle ist die höchste Erhebung im Märkischen Kreis. Der niedrigste Punkt im Stadtgebiet ist mit 319 m der Listerstausee.

Die vielen Flussläufe und Talsperren in und um Meinerzhagen bilden zahlreiche Wasserschutzgebiete. In ihnen wird Trinkwasser gewonnen, vor allem auch für den Bedarf im Ruhrgebiet. Sie stellen aber auch Anziehungspunkte für Wanderer und - soweit erlaubt - Badegäste dar.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Stadt selbst macht nur einen geringen Teil des Gemeindegebiets aus. Weite Teile diese Gebietes unterliegen land- und forstwirtschaftlicher Nutzung und machen seine ländliche Prägung aus.

Nachbargemeinden

Kierspe Lüdenscheid Herscheid (Plettenberg)
Marienheide Attendorn
Gummersbach (Bergneustadt) Drolshagen (Olpe)

Stadtgliederung

Etwa 4/5 der Einwohner von Meinerzhagen leben in der Kernstadt. Der größere Teil der übrigen Einwohner lebt in Valbert. Der restliche Teil entfällt auf eine große Zahl von Dörfern und Ortschaften. Im folgenden werden die Stadtteile und Ortslagen von Meinerzhagen in alphabethischer Reihenfolge genannt:

  • Am Lingelchen
  • An der Hardt
  • Baberg
  • Badinghagen
  • Beckerhof
  • Berg
  • Berlinghausen
  • Beutringhausen
  • Blomberg
  • Börlinghausen
  • Bomme
  • Borneck
  • Brachtenberg
  • Breddershaus
  • Buntelichte
  • Buschhausen
  • Buschhöh
  • Butmicke
  • Darmche
  • Denndorf
  • Drögenpütt
  • Dürhölten
  • Ebberg
  • Echternhagen
  • Eckertsmühle
  • Eick
  • Elminghausen
  • Eseloh
  • Eulenberg
  • Freisemicke
  • Fumberg
  • Genkel
  • Gerringhausen
  • Gräfingholz
  • Grotewiese
  • Grünenbecke
  • Grünental
  • Grünewald
  • Güntenbecke
  • Häusger Mühle
  • Hahnenbecke
  • Hardenberg
  • Hasendenn
  • Haumche
  • Haumchermühle
  • Haustadt
  • Heed
  • Heerhof
  • Hemcherhagen
  • Herberg
  • Herringhausen
  • Herweg
  • Hesselbecke
  • Hinter der Höh
  • Höh
  • Hösinghausen
  • Hohenhengstenberg
  • Hohlinden
  • Holbecke
  • Hülseberg
  • Hunswinkel
  • Ihne
  • Imhausen
  • Ingemert
  • Ingemerterhammer
  • Ingemertermühle
  • Ingemertstraße
  • Kittmicke
  • Korbecke
  • Kotten
  • Kropplenberg
  • Krummenerl
  • Langenohl
  • Lengelscheid
  • Lesmicke
  • Listerhammer
  • Listringhausen
  • Meinerzhagen
  • Mettgenberg
  • Mittel-Worbscheid
  • Mittelhagen
  • Möllsiepen
  • Mühlhofe
  • Neu-Grünental
  • Neuemühle
  • Neuhohlinden
  • Niederbadinghagen
  • Niederhengstenberg
  • Nocken
  • Nordhellen
  • Ober-Worbscheid
  • Oberingemert
  • Österfeld
  • Ohl
  • Pütthof
  • Redlendorf
  • Reuen
  • Rinkscheid
  • Rollsiepen
  • Rosenburg
  • Schaffeld
  • Schallershaus
  • Scherl
  • Scherlerwieden
  • Schleifkotten
  • Schlenke
  • Schlund
  • Schmittepaul
  • Schnüffel
  • Schoppen
  • Schürfelde
  • Schwenke
  • Sebastopol
  • Sellenrade
  • Siepen
  • Sinderhauf
  • Sinderhof
  • Singerbrink
  • Spädinghausen
  • Steinsgüntenbecke
  • Steinsmark
  • Stoltenberg
  • Sulenbecke
  • Sundfeld
  • Tarrenbrink
  • Unter-Worbscheid
  • Unterm Berge
  • Valbert
  • Vestenberg
  • Volmehof
  • Vorderhagen
  • Voßsiepen
  • Wehe
  • Weißenpferd
  • Werkshagen
  • Werlsiepen
  • Westebbe
  • Wickeschliede
  • Wiebche
  • Wiebelsaat
  • Wieden
  • Wilkenberg
  • Willertshagen
  • Windebruch
  • Winzenberg
  • Wormgermühle

Geschichte

In das Reich der Sage gehört die Überlieferung über den Einsiedlermönch Meinhardus, von dem die Stadt ihren Namen erhalten haben soll.

1067: In einer wahrscheinlich erst 100 Jahre später entstandenen Urkunde schenkt Erzbischof Anno II. von Köln der Stiftskirche des heiligen Georg jährlich fünf Pfund in kölnischer Währung vom Zehnten in Meinerzhagen.

1174: In einer Urkunde übernimmt Graf Engelbert I. von Berg die Einziehung des Zehnten der Pfarrei zu Meinerzhagen.

1220: Um 1220 entsteht die spätromanische dreischiffige Emporenbasilika in rheinischem Stil. Meinerzhagen ist ein Marienwallfahrtsort.

1311: Graf Engelbert II. von der Mark lässt als symbolischen Akt wegen ständiger Gebietsstreitigkeiten um Meinerzhagen ein von Erzbischof Heinrich II. errichtetes Kreuz umstürzen.

1440: Ab etwa 1440 bis 1460 wechselt der Ort wegen des Bruderzwistes zwischen den Grafen Adolf und Gerhard von der Mark mehrmals den Besitzer.

1567: Einführung der Reformation durch Friedrich Beurhaus, Gottfried Zimmer und Christoph Bech.

1634: Die Pest und der Dreißigjährige Krieg fordern zahlreiche Opfer.

1640: In einem Gefecht mit niederländischen Truppen verliert der Sohn Ulrich Christian von Gyldenlöve des Dänenkönigs Christian IV. in Meinerzhagen sein Leben.

1765: Der Preußenkönig Friedrich II. verleiht Meinerzhagen die Stadtrechte.

1846: Das Amt Meinerzhagen wird zur gemeinsamen Verwaltung von Meinerzhagen und der Nachbargemeinde Valbert errichtet.

1865: Meinerzhagen verzichtet auf die Stadtrechte, da die Verwaltungskosten für eine Stadt deutlich höher sind als für eine Gemeinde.

1913: Nach verheerenden Großbränden in den Jahren 1797 und 1894 zerstört ein weiterer Brand große Teile des Ortes.

1933-1945: Nationalsozialismus in Meinerzhagen

1938 (10. November, "Reichskristallnacht" in Meinerzhagen): Meinerzhagener SS-Männer inszenieren am Vormittag nach den Pogromen vom 9. November 1938 eine öffentliche Verbrennung der im Hause des Vorstehers der Jüdischen Kirchengemeinde Meinerzhagen, Nathan Stern, gelagerten religiösen und profanen Gemeindegegenstände. Das Betlokal der Jüdischen Kirchengemeinde Meinerzhagen befand sich - bis die nationalsozialistische Repression und der Antisemitismus das jüdische Leben in Meinerzhagen unmöglich machten - in dem 2001 abgerissenen Mietshaus der Firma Gustav Knoche, damals eine Metalldreherei, in der Hauptstraße 37b. Zu dieser Zeit war Nathan Stern bereits deportiert. Auch die 1927 als Mieter im Mietvertrag mit der Firma Gustav Knoche genannten Vertreter der Jüdischen Kirchengemeinde, Willi Stern und Julius Stern, wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet.[2]

1945 (29. März, Gründonnerstag): Verhaftungen in Meinerzhagen im Rahmen der Rombergpark- und Bitterfeld-Morde als Teil der Endphaseverbrechen, welche die systematische Eliminierung von Antifaschisten, Sozialisten und Kommunisten noch kurz vor der Befreiung vom Faschismus zum Ziel hatten. In Dortmund werden vier unbekannte russische Zwangsarbeiterinnen aus Meinerzhagen sowie die Meinerzhagener antifaschistischen Arbeiter Ernst Hollweg, Jakob Junglas, Friedrich Wilhelm Kessler und Fritz Müller ermordet. Sie alle waren Arbeiter in den Meinerzhagener Otto-Fuchs-Werken, die damals vom Wehrwirtschaftsführer Hans-Joachim Fuchs geleitet wurden.[3]