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Johann Georg Gödelmann

Johann Georg Gödelmann, (* 12. Mai 1559 in Tuttlingen; † 20. März 1611 in Dresden) war ein deutscher Jurist, Diplomat und Hexentheoretiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Godelmann stammte aus einflussreicher Familie und immatrikulierte sich am 18. September 1572 an der Universität Tübingen, wo er sich am 31. März 1574 den akademischen Grad eines Baccalaurus und am 16. Februar 1576 den des Magisters erwarb. Er wechselt für ein Rechtsstudium im November 1578 an die Universität Wittenberg, wo er Schüler von Joachim von Beust und Matthias Wesenbeck war.

Im Juni 1579 setzt er seine Studien an der Universität Rostock fort und geht im Juli 1580 an die Universität Basel. Hier promovierte er am 1. September 1580 zum Doktor der Rechtswissenschaften und erhält 1583 eine Professur an der Rostocker Akademie, wo er bereits seit 1579 als Dozent tätig gewesen war. Nachdem er in Rostock Vorlesungen zum römischen Recht, Lehn- und Strafrecht gehalten hatte, wurde er 1587 von der Stadt Riga mit der Wahrnehmung ihrer Interessen betraut.

1592 wird er Hofrat beim Kurfürsten Christian II. von Sachsen und war als Gesandter am Hof des Kaisers Rudolf II. tätig. Besonders mit seinem Engagement gegen die durch den Hexenwahn hervorgerufenen Hexenprozesse, hat er sich als Humanist in der Rechtsgeschichte einen Namen gemacht. Er lehnte es ab voreilige Schlüsse aus den Ergebnissen einer Folter zu ziehen und mahnte davor aus dessen Ergebnissen die Schlussfolgerung der übereilten Todesstrafe zu ziehen.

Seine Haltung im Prozess gegen den sächsischen Kanzler Nikolaus Krell wirft jedoch auf sein Wirken ein negatives Licht. In seinen Schriften beschäftigte er sich vorwiegend mit dem römischen Recht und er wurde 1597 zum Hofpfalzgraf ernannt.

Seine Gattin - Catharina Jenizin - portrait from SADELER, Aegidius Ref. Hollstein XXI, 298

Hexentheoretiker

Der mecklenburgische Jurist hielt den Hexenflug zum Hexensabbat für „lauter Teufelsgespinst, Trügerei und Phantasie. Dergleichen Phantasie ist auch, dass etliche glauben, dass die Hexen und Zauberer in Katzen, Hunde und Wölfe können verwandelt werden.“

Zum Wetterzauber schreibt er: „so doch Wettermachen Gottes und keines Menschen Werk ist. - Derentwegen kann kein Richter jemanden auf solche Punkte peinigen, viel weniger töten, weil derselbigen mit keinem Wort in der Peinlichen Halsgerichtsordnung (der Carolina) gedacht wird.“

Er sprach sich gegen Wasserprobe, Folter und Todesstrafe aus. Als Hexentheoretiker war er für eine milde Behandlung der Angeklagten. So gilt er als Gegner der Hexenverfolgung.

Werkauswahl

Literatur

PND: Datensatz zu Johann Georg Gödelmann bei der DNB
Keine Treffer im DNB-OPAC, 28. Februar 2008
Personendaten
Gödelmann, Johann Georg
Johann Georg von Gödelmann, Johann Georg Godelmann, Johann Georg von Godelmann,
deutscher Jurist, Diplomat und Hexentheoretiker
12. Mai 1559
Tuttlingen
20. März 1611
Dresden