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Schwarzfunk

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den üblichen Bedeutungen des Begriffes Schwarzfunk. Für das kommerzielle Mobilfunkangebot siehe schwarzfunk (Mobilfunk).

Schwarzfunk ist eine in politischen Auseinandersetzungen gebrauchte Bezeichnung für öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalten, wenn sie mehrheitlich und über einen längeren Zeitraum rechts von SPD und GRÜNEN geführt werden. Ihnen wird deshalb mit dieser Bezeichnung eine parteiliche und einseitige Berichterstattung unterstellt.

Schwarzfunk ist außerdem ein Ausdruck für nicht lizenzierte Sender und war der Name eines Internetradiosenders.

Inhaltsverzeichnis

Politischer Ausdruck

Ein klassisches Beispiel für einen „Schwarzfunk“ ist z.B der Bayerische Rundfunk (BR) in München, aber auch der Südwestrundfunk (SWR). In beiden Sendern entscheidet die CSU bzw. die CDU mit ihrer Mehrheit seit Jahrzehnten über den Intendanten.

Historisch ist die Bezeichnung als Antwort auf „Rotfunk“ entstanden. Heute wird der Begriff in Deutschland in diesem Sinne nur noch selten benutzt.

Zwei Beispiele für die aktuelle Benutzung des Begriffes in Deutschland:

In Österreich wird der Begriff analog für Rundfunksender verwendet, denen eine einseitige Berichterstattung zu Gunsten der ÖVP vorgeworfen wird.

Ein Beispiel dafür findet sich hier:

Nicht lizenzierter Sender

Neben der Bedeutung im politischem Sinne ist Schwarzfunk ganz allgemein die Aussendung von Funksignalen auf nicht lizenzierten Frequenzen. Das kann ein Piratensender sein, viel häufiger aber eine missbräuchlich benutzte Funkfrequenz z. B. auf Amateurfunkfrequenzen. Funkamateure sprechen dann auch von einem "Schwarzfunker" ohne Funklizenz. Schwarzfunk ist eine Straftat im frequenzrechtlichen Sinne und wird in Deutschland und Österreich von der Frequenzhoheit verfolgt. Standorte von Schwarzfunkstellen werden mittels Dreieckspeilung ermittelt, die illegal benutzten Geräte eingezogen und der Schwarzfunker angezeigt. Es können Bußgelder verhängt werden; die Ermittlungskosten werden dem Schwarzfunker auferlegt.

„Schwarzfunk“ als Radio-Sender und Label

Seit Ende des Jahres 2001 existierte unter dem Namen „Radio Schwarzfunk” auch ein Hörfunksender, über welchem Musik und Nachrichten via Internetradio ausgestrahlt wurden. Als Sender mit dem Schwerpunkt auf der Schwarzen Szene hatte der Name Schwarzfunk gleich mehrere Assoziationen. Seit dem Jahr 2002 war Schwarzfunk außerdem ein Musiklabel („Schwarzfunk Records“), welches einige wenige, zum Teil limitierte, Alben von erfolgreichen Newcomern produzierte und vertrieb. Nach einem Relaunch mit modernerer Technik und einem aufpolierten Portal Mitte 2004 wurde der Sendebetrieb aufgrund der neuen GEMA-Verordnungen für Internetradios eingestellt.