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Mainz-Layenhof

Layenhof ist der

Hofgut Layenhof

Das Hofgut Layenhof wurde 1783 durch einen Amtmann des Mainzer Domkapitels, Franz Georg Zumbach, auf dem ostrheinhessischen Plateau errichtet. Primärer Zweck waren offenbar Pferdezucht und Viehhaltung. Die letzten bekannten Bauten bestanden aus Gutshaus, Verwalterhaus, Scheune und neuem Pferdestall, sowie diversen Nebengebäuden für Schweine und Kühe, umfasst von einer niedrigen Mauer.

Nach häufigen Besitzerwechsel wurde das Gut 1939 zugunsten der Luftwaffe der Wehrmacht enteignet und als Fliegerhorst Teil der Militärbasis "Schafheide Ober-Olm", die auch den Ober-Olmer Wald miteinbezog. Durch die militärische Nutzung wurde das angrenzende, jahrhundertealte Wegenetz zerschlagen und der Wasserhaushalt der Hochebene stark verändert. Zur Unterhaltung des Flugplatzes wurden Zwangsarbeiter des KZ Hinzert im Hunsrück aus Luxemburg und Russland eingesetzt, die unter Lebensgefahr die Piste räumen mussten. Der von Luftangriffen verwundete Luxemburger Jean-Pierre Jungles erlag hier seinen Verletzungen. Am nördlichen Waldrand lagen getarnte Baracken für die Wachen und die Häftlinge.

Ab 1947 wurde das Gelände drei Jahre landwirtschaftlich genutzt, dann rein militärischen Zwecken gewidmet. Mündlichen Berichten zufolge fielen die Gebäude des Gutes Artillerieübungen zum Opfer und die Ruinen wurden, da gefahrdrohend, 1968 abgerissen. Die militärische Nutzung wurde 1991 bis auf 40 ha aufgelassen. Die Soldatenbaracken des Fliegerhorst wurden erst Ende der 80er-Jahre von der US-Armee unter H. Norman Schwarzkopf junior abgerissen. Die KZ-Baracke war noch in den letzten Kriegsjahren von den Wachsoldaten abgerissen worden.

Als am 16. und 17. November 1980 Papst Johannes Paul II. im Rahmen seines ersten großen Pastoralbesuchs in Deutschland im Bistum Mainz weilte wurde das militärische Gelände erstmals wieder in großem Umfang für einen friedlichen Zweck genutzt.

Im Zuge des Kriegs gegen Libyen wurde das Gelände 1986/87 eingezäunt und militärisch abgeriegelt.

Heute liegt das Gut teilweise im militärischen Sperrgebiet, teilweise wird es von der United States Army als Übungsgelände beansprucht. Die Grundmauern der ehemaligen KZ-Baracke, kenntlich an einem sehr alten Buchsbaum, sind seit 2005 nicht mehr zugänglich. Die Freiflächen sind als privat betriebener Flugplatz erhalten.

Bemerkenswert: Alter Baumbestand, seltene Vogelarten, Naturdenkmal, Grabungschutzgebiet, Naherholung, Zweigstelle des KZ Hinzert