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Siegfried Schneider

Siegfried Schneider (* 7. April 1956 in Oberzell) ist ein deutscher Politiker (CSU). Er ist Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus und Bezirksvorsitzender der CSU Oberbayern.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Nach dem Abitur 1975 am Reuchlin-Gymnasium Ingolstadt leistete Schneider seinen Grundwehrdienst bei den Pionieren in Ingolstadt, anschließend nahm er an der Katholischen Universität Eichstätt ein Studium für das Lehramt an Volksschulen auf (1977-1980). Zwischen 1980 und 1994 arbeitete er als Lehrer an verschiedenen Grund-, Haupt- und Förderschulen. Während seines Studiums wurde Schneider Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Alcimonia Eichstätt im CV.

Seine politische Laufbahn begann 1977 mit dem Eintritt in die CSU. 1985 wurde Schneider in den Kreisvorstand der CSU im Landkreis Eichstätt gewählt, 1987 zum CSU-Ortsvorsitzenden und 1990 in den Gemeinderat seines Wohnortes Wettstetten. Am 25. September 1994 wurde Schneider über die Liste der CSU Oberbayern in den Bayerischen Landtag gewählt. 1998 trat Schneider dann als Direktkandidat für den Bayerischen Landtag im Stimmkreis Eichstätt an und erhielt 56,6 Prozent der abgegebenen Erststimmen. 1996 folgte zudem die Wahl in den Kreisrat des Landkreis Eichstätt. 1997 wurde er Mitglied des Bezirksvorstands der CSU in Oberbayern und ist dort seit 2001 stellvertretender Bezirksvorsitzender.

Am 30. Juni 2007 wurde er als Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Alois Glück in einer Kampfabstimmung gegen Thomas Goppel zum neuen Bezirksvorsitzenden der CSU Oberbayern gewählt.

Landtagsabgeordneter

Als Landtagsabgeordneter machte er bald durch bildungspolitische Vorstöße auf sich aufmerksam, beispielsweise mit seinem Eintreten für eine längere gemeinsame Grundschulzeit. 2002 wurde er Bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion. Von 2002 bis 2003 fungierte er als Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport im Landtag. 2003 übernahm er den Vorsitz dieses Ausschusses. Als Sprecher der oberbayerischen CSU-Abgeordneten konnte er viele Oberbayern in wichtigen Ausschüssen positionieren.

Staatsminister

Am 20. April 2005 trat Siegfried Schneider die Nachfolge der im Zusammenhang mit der Münchner CSU-Affäre am 15. April 2005 zurückgetretenen Monika Hohlmeier als Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus an. Am 21. April 2005 erfolgte seine Vereidigung. Mit Schneider rückte ein weiterer Politiker der 94er-Gruppe, zu denen Fraktionschef Joachim Herrmann und Sozialministerin Christa Stewens zählen, in eine wichtige Position.

Als Kultusminister setzte Schneider schnell deutlich die Akzente seiner Politik. Die Zahl der offenen und gebundenen Ganztagsschulen soll unter ihm erhöht werden. Mit den sogenannten „Modus 21-Maßnahmen“ wurden den Schulen mehr Selbständigkeit in den Bereichen Schulorganisation, Individualförderung, Leistungserhebungen und Personalführung übertragen. Auf dem Fachkongress „Qualitätssicherung an Bayerns Schulen“ am 25. November 2005 in Eichstätt kündigte Schneider an, mit einer Beruflichen Oberschule einen weiteren Weg zur Hochschulreife für Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung einzurichten. Auch eine Reform der Hauptschule, die stärker berufsvorbereitend orientiert werden soll, kündigte Schneider im Herbst 2006 an.

Harte Kritik übt Schneider an dem OECD-Bildungsanalysten Andreas Schleicher, dem er vorwirft, in seinen Analysen des bayerischen und deutschen Schulsystems einseitig und simplifizierend vorzugehen, wenn er von geringer Durchlässigkeit und einem starken Zusammenhang von sozialem Hintergrund und schulischem Erfolg spricht. Bei seiner „gebetsmühlenhaft wiederholten und einseitigen Forderung“ nach mehr Abiturienten und Hochschulabsolventen ignoriere Schleicher vollkommen den Stellenwert der beruflichen Bildung in Deutschland, obwohl in Deutschland im OECD-Vergleich eine weit über dem Durchschnitt liegende Zahl der 25-64-Jährigen über einen Abschluss im Sekundarbereich II verfüge.

Die massive Kritik von UN-Menschenrechtsinspektor Vernor Munoz am deutschen gegliederten Schulsystem im März 2007 wies Schneider mit folgenden Worten zurück. „Das gegliederte Schulsystem bietet sehr gute Voraussetzungen, um Kinder und Jugendliche entsprechend ihren Talenten und Interessen optimal zu fördern.“ Vernor Munoz, UN-Inspektor für das Recht auf Bildung, war im Februar 2007 zehn Tage lang in Deutschland unterwegs, um die Chancengleichheit an deutschen Schulen zu untersuchen.

Familie

Siegfried Schneider ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Ehefrau heißt Elisabeth Schneider. Sein Sohn Wolfgang kandidierte bei den Kommunalwahlen 2008 erfolglos auf der CSU-Liste für den Gemeinderat Wettstetten.

Personendaten
Schneider, Siegfried
deutscher Politiker (CSU)
7. April 1956
Oberzell