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Collegium Leoninum (Bonn)

Das Collegium Leoninum war das Theologenkonvikt des Bistums Aachen. Priesteramtskandidaten des Bistums lebten während ihrer Studienzeit an der Universität Bonn im Leoninum. Im Jahr 1999 wurde das Collegium Leoninum durch das Bistum Aachen aufgegeben und das Theologenkonvikt in das „Paulushaus“ in der Bonner Südstadt verlegt. Im Collegium Leoninum befinden sich seitdem und nach einem entsprechenden Umbau ein Altenwohnheim und ein Hotel sowie ein nach Papst Leo XIII. benanntes Restaurant Leo's Bistro.

Das Collegium Leoninum liegt gegenüber dem Alten Friedhof in der Nähe des Bonner Stadthauses. Fertiggestellt wurde das Gebäude 1897 und diente dann als Theologenkonvikt für das Erzbistum Köln, dem das Collegium Albertinum zu klein war. Im Leoninum konnten etwa 100 Studenten wohnen. Mit Gründung des Bistums Aachen 1930 ging das Leoninum an das Bistum Aachen über. Bislang hatten vornehmlich Priesterkandidaten im Leoninum gelebt, die aus dem Gebiet des wiedergegründeten Bistums Aachen stammten.

Im Collegium Leoninum wohnten in den 1990er-Jahren etwa 30 Priesteramtskandidaten und in der Folge bis 1999 nur 10. Während der ersten beiden Ausbildungsjahre absolvieren die Priesteramtskandidaten neben dam fachtheoretischen Grundstudium an der Universität auch eine geistliche und pastorale Ausbildung. Sie werden zu den Grundlagen des geistlichen Lebens hingeführt und sollen die nötige menschliche Reife für den pastoralen Dienst erwerben. Gesangsschulung, Stimmbildung und Einführung in die Gesprächsführung gehören ebenfalls zum Ausbildungsprogramm. Daneben ist ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung zu absolvieren. Die fachtheoretische Ausbildung endet nach zwei Jahren mit dem Vordiplom. Im dritten Ausbildungsjahr absolvieren die Priesteramtskandidaten ihr Freisemester. Sie studieren während dieser Zeit an einer anderen Hochschule und wohnen privat, nicht in einem Seminar. Sie sollen die im Konvikt eingeübte geistliche Lebensform selbstständig fortführen und einen angemessenen, einfachen und ordentlichen Lebensstil pflegen lernen. Das vierte und fünfte Ausbildungsjahr wohnen die Priesteramskandidaten dann wieder im Konvikt und setzen ihr Studium an der Universität Bonn fort. In dieser Zeit soll der tägliche Vollzug des Stundengebets und der tägliche Besuch der Heiligen Messe sowie der regelmäßige Empfang des Bußsakraments zum wesentlichen Lebensbestandteil werden und die persönliche Entscheidung zur Christusnachfolge in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam gefestigt werden. Das fachtheoretische Studium endet nach dem zehnten Semester mit dem Diplom.

Danach verbringen die Priesteramtskandidaten eine dreijährige Ausbildungszeit im Priesterseminar.

Koordinaten: 50° 44' 7" n. Br., 7° 5' 34" ö. L.