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Unterfrequenz

Als Unterfrequenz bezeichnet man im Allgemeinen eine Frequenz, die geringer ist als die Soll-Frequenz.

Eine Unterfrequenz in einem Stromnetz entsteht insbesondere bei sprunghafter Lastzunahme oder dem plötzlichem Ausfall von Kraftwerksleistung, da die Lastdifferenz aus der kinetischen Energie aller rotierenden Massen in den Generatoren gedeckt wird und dadurch die Frequenz sinkt. Die Abweichung der tatsächlichen von der Soll-Netzfrequenz ist dabei gravierender als der gleichzeitig auftretende Spannungseinbruch.

Im Rahmen der Regelung der Stromversorgung werden Frequenzabweichungen normalerweise ausgeglichen. Im Notfall kann auch durch gezielte Abschaltungen einzelner Großabnehmer oder regionale Abschaltungen die Netzfrequenz stabilisiert werden.

Zur Vermeidung eines Netzzusammenbruchs durch Unterfrequenz gibt es den 5-Stufen-Plan für den Lastabwurf. Dieser ist in den „Netz- und Systemregeln der deutschen Übertragungsnetzbetreiber“ im Kapitel 6.3.4.2 beschrieben.

Stufe 1: 49,8 Hz Alarmierung des Personals, Einsatz der noch nicht mobilisierten Kraftwerksleistung.
Stufe 2: 49,0 Hz Unverzögerter Lastabwurf von 10 - 15 % der Netzlast.
Stufe 3: 48,7 Hz Unverzögerter Lastabwurf von weiteren 10 - 15 % der Netzlast.
Stufe 4: 48,4 Hz Unverzögerter Lastabwurf von weiteren 15 - 20 % der Netzlast.
Stufe 5: 47,5 Hz Abtrennen aller Kraftwerke vom Netz.

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