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Rochlitzer Berg

Rochlitzer Berg

Friedrich-August-Turm mit neu
errichtetem Bergrestaurant

Höhe 348 m
Lage Freistaat Sachsen
Gebirge Mittelsächsisches Hügelland
Geographische Lage 51° 1′ 35″ N, 12° 46′ 19″ OKoordinaten: 51° 1′ 35″ N, 12° 46′ 19″ O
DEC
Gestein Rhyolith-Tuff
Ein Steinbruch am Rochlitzer Berg

Der Rochlitzer Berg, früher auch als Rochlitzer Collm bezeichnet, liegt bei Rochlitz an der Zwickauer Mulde, einer Stadt in Sachsen. Er ist 348 m über NN hoch und vulkanischen Ursprungs.

In späteren Explosivausbrüchen des Vulkans entstand der warmrote „Rochlitzer Porphyr“ (Rhyolith-Tuff), durch die Marmorierung auch als „Sächsischer Marmor“ bezeichnet. Die Maserung ist von weißlich-gelb bis lila.

Dieses Tuffgestein ist schon seit fast tausend Jahren in der gesamten Region oft verwendet worden, u.a. durch Baumeister wie Arnold von Westfalen oder Hieronymus Lotter; dieser ließ damit das Leipziger Alte Rathaus und die Augustusburg errichten. In jüngster Vergangenheit wurde es bei der Verblendung des Bauernkriegspanoramas bei Bad Frankenhausen verwendet.

Seit 1879 sind die „Vereinigten Porphyrbrüche auf dem Rochlitzer Berge“ für einen wirtschaftlichen Abbau des Gesteins zuständig, seit 1991 im letzten Steinbruch auch mit Sprengungen. Aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes ist die Abbaumenge begrenzt. Auf und um den Rochlitzer Berg wurde ein Porphyrlehrpfad eingerichtet, welcher die Geschichte des Steinabbaues demonstriert und dokumentiert. Der Weg wurde als Rundweg angelegt und bietet auch Einblicke in die ehemaligen, bis zu fünfzig Meter tiefen Steinbrüche. Auch ein Abstecher (ca. 3 km) zum Schloss Rochlitz lohnt sich.

Von einen Aussichtspunkt an der Südseite kann man weit über das Land bis nach Chemnitz und bei guten Wetter auch bis zum Fichtelberg schauen.

Der im Jahre 1815 errichtete Gedenkstein Königshöhe erinnert an die Rückkehr von König Friedrich August I. (Sachsen) aus preußischer Gefangenschaft.

Auf dem Berg befindet sich auch der Friedrich-August-Turm, von dem man eine sehr gute Aussicht hat, und eine im Jahr 2002 neuaufgebaute Gaststätte, das Türmerhaus. Diese ist für Besucher über einen kurzen Aufstieg vom Parkplatz aus zu erreichen.

Jährlich findet die Veranstaltung „Performance zum Stein“, in einem der Steinbrüche statt. Von der Sächsischen Mozart-Gesellschaft werden klassische Melodien und experimentelle Stücke gespielt.

Der Porphyrtuff des Rochlitzer Berges wurde im Mai 2006 von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover als eines der 77 bedeutendsten nationalen Geotope Deutschlands prädikatisiert.