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Mycobacterium avium

Mycobacterium avium
Systematik
Abteilung: Actinobacteria
Klasse: Actinobacteria
Ordnung: Actinomycetales
Familie: Mycobacteriaceae
Gattung: Mycobacterium
Art: Mycobacterium avium
Wissenschaftlicher Name
Mycobacterium avium
Chester, 1901

Mycobacterium avium ist der Erreger der Geflügeltuberkulose.

Die Artbezeichnung Mycobacterium avium wird in der Regel sowohl für M. avium, als auch für M. intracellulare benutzt, da sich beide Arten aufgrund vieler gemeinsamer Merkmale nicht exakt trennen lassen. Nur die Zuordnung der Bakterienstämme zu den einzelnen Serovaren (M. avium = Serovare 1 - 3; M. intracellulare = Serovare 4 - 28) ermöglicht eine Unterscheidung.

M. avium nimmt bei der taxonomischen Zuordnung eine Sonderstellung ein, da es einerseits die Geflügeltuberkulose verursacht, andererseits auch beim Menschen bzw. Säugetieren als Krankheitserreger auftritt.

Das Bakterium zählt zu den atypischen Mykobakterien (alle Erreger, die nicht Tuberkulose, Paratuberkulose oder Lepra hervorrufen, siehe auch MOTT) und wird der Runyon-Gruppe III zugeordnet. In der kulturellen Anzüchtung benötigt es Temperaturen von 44 - 45°C und wächst auf Glycerolmedien in kugeligen, feucht-schmierigen Kolonien. In der Natur kann der Erreger im Erdreich länger als 1 Jahr infektionsfähig bleiben. Die höchste Virulenz für Hühner besitzen die Aviumstämme des Serovars 2.

M. avium löst nur bei Vögeln die Tierseuche Geflügeltuberkulose aus. Die höchste Empfänglichkeit besitzen Hühner, gefolgt von Tauben, Greifvögeln und Wassergeflügel. Infektionen beim Mensch oder bei Säugetieren werden als Mykobakteriosen bezeichnet. Sie treten am ehesten bei Rindern und Schweinen auf und wirken u.a. als Erreger von Mastitiden bei Kühen.