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Diskussion:Bedeutung

Zitat: Die biologische Evolution ist ein Prozeß der Bedeutungsentstehung ohne menschliches Zutun. (aus Bedeutung)

Das halte ich schlicht und einfach für Unfug. Die Zuordnung von Bedeutung zur biologischen Evolution ist eine menschliche Interpretation. Ohne Beobachter keine Bedeutung. Sonst müßtest Du zumindest erklären, ob alle Prozesse Bedeutung entstehen lassen (in diesem Fall ist Bedeutungsentstehung wohl äquivalent zum Fortschreiten der Zeit) und womit das Entstehen der Bedeutung charakterisiert ist. Anders gefragt:

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion

Benutzer:Markus Schaal

Ich denke auch, dass Bedeutung als etwas Subjektives ist. Diese Unklarheit entsteht meiner Ansicht nach, weil der Begriff Information teilweise zur Erläuterung verwendet wird. Letzterer ist jedoch ebenfalls subjektiv.

Meiner Ansicht nach sollte 'Bedeutung' aus einer Interpretation von Daten abgeleitet werden. Beispielsweise haben die Worte Wal und Wahl den gleichen (akustischen) Laut, aber zwei Bedeutungen. Oder die Buchstabenfolge Gift hat im englischen die Bedeutung 'Geschenk'.

-- Schewek 13:14, 9. Sep 2002 (UTC)

Ich will mit dem Begriff Bedeutung Informationssequenzen die nicht zufällig sind, sondern eine wichtige , oft auch wiederkehrende Struktur haben abgrenzen von rein zufälligen Informationssequenzen.

Simples Beispiel: Die Aminosäuresequenz des Insulins hat sich einmal entwickelt, seither bleibt sie ziemlich konstant, wird immer wieder kopiert und ohne diese Sequenz ist höheres Leben nicht denkbar. ==> Für mich ist das eine bedeutsame, nicht zufällige Informationssequenz.

Anderes Simples Beispiel: Der Bodensee hat eine äußere Wassergrenze und eine Tiefenprofil, gewiße Strömungen und Schichtungen. Ansonsten ist die Anordnung der Wassermoleküle völlig unbedeutsam und zufällig. Wird es Winter und die Wassermoleküle gefrieren zu einem Eisberg, gewinnt der Zufall Struktur und Bedeutung. Fährt zb im Sommer ein Schiff über den Bodensee, dann ist das Wasser für das Schiff völlig gleichmäßig und in seiner Struktur zufällig und unbdeutsam. Im Winter fährt das Schiff auf einen Eisberg, das Wasser hat Struktur und Bedeutung bekommen. Benutzer:rho

Ich finde, deine Argumentation trifft nicht den Punkt:

Zusammenfassend: Ich bin der Ansicht, dass in der deutschen Sprache das Wort 'Bedeutung' etwas Subjektives ausdrückt, das nicht von einem objektiven Begriff (wie etwa Struktur oder Zufall) abgeleitet werden kann. Daher plädiere ich dafür, den Artikel entsprechend umzuformulieren. -- Schewek 16:10, 12. Nov 2002 (CET)


Über Bedeutung kann man viel diskutieren und philosophieren, aber das ist nicht der Sinn und Zweck eines Artikels. Brockhaus definiert Bedeutung als

  1. "Inhalt, der etwas bezeichnet, benennt, einen Sinn hat, auch als Anzeichen oder Bezogen auf die Wichtigkeit auf etwas hinweist."
  2. In der Philosophie...
  3. In der Sprachwissenschaft...

Ich denke auch, dass man allgemein über Bedeutung nicht viel mehr als 1-2 Sätze sagen kann und den Rest unter "Bedeutung in der Philosophie" und "Bedeutung in der Sprachwissenschaft" erläutern sollte. Was hier der eine oder andere für eine Vorstellung von Bedeutung hat, ist völlig unerheblich. --JakobVoss 22:25, 10. Apr 2003 (CEST)


Inhaltsverzeichnis

=anonymer beitrag, diskutabel, aber nicht so gut, dass man alles alte wegschmeissen muss

Der Begriff der Bedeutung wird in Philosophie, Linguistik und Kommunikationswissenschaft untersucht. Man sagt, Zeichen hätten Bedeutung. Doch was ist damit gemeint? Wie kommt es, dass ein Zeichen überhaupt Bedeutung hat? Worin besteht diese Bedeutung? Wie hängt die Bedeutung von einfachen Zeichen mit der Bedeutung von Sätzen zusammen? Was ermöglicht es Menschen, die Bedeutung von Zeichen zu verstehen? Dies sind Fragen, die von den genannten Wissenschaften untersucht werden.

Der Begriff spielt allerdings auch in anderen Bereichen eine Rolle. Zum Beispiel in Literaturwissenschaft und Psychoanalyse. Hier bedeutet der Begriff so etwas wie Bedeutsamkeit oder Wichtigkeit.

Natürliche und nicht-natürliche Bedeutung

In der Philosophie ist es seit dem Erscheinen 1957 des Aufsatzes "Meaning" (dt. "Intendieren, Meinen, Bedeuten" in Meggle 1993 (siehe unten)) des englischen Philosophen Paul Grice üblich, zwischen natürlicher und nicht-natürlicher Bedeutung zu unterscheiden. Grice veranschaulicht den Unterschied an folgenden Beispielen:

Diese Flecken bedeuten (bedeuteten) Masern.

Dieses dreimalige Läuten der Klingel (im Bus) bedeutet, dass der Bus voll ist.

Im ersten Fall besteht ein kausaler, naturwissenschaftlich erklärbarer Zusammenhang zwischen dem Zeichen und seiner Bedeutung. Im zweiten Fall erhält das Zeichen seine Bedeutung aufgrund von menschlichen Absichten: Der Buschauffeur beabsichtit mit dem Klingeln anzuzeigen, dass der Bus voll ist. Wir können auch sagen: Der Buschauffeur meinte mit dem Klingeln, dass der Bus voll ist. Aber wir können nicht sagen, die Flecken meinten, dass es Masern ist.

Bedeuten als Meinen

Was heisst es, mit einem Zeichen etwas zu meinen? Grice liefert dazu folgende Analyse: "Sprecher S meinte mit dem Äussern von x etwas" heisst, "S äusserte x mit der Absicht, dass (1) der Hörer H eine bestimmte Reaktion r zeigt, dass (2) H erkennt, dass S (1) beabsichtigt, und dass (3) H r aufgrund seiner Erkenntnis von (1) zeigt". Diese Analyse ist heftig kritisiert und deshalb auch erweitert worden, doch die Grundidee ist erhalten geblieben: Etwas meinen, heisst, etwas Bestimmtes zu beabschichtigen.

Meinen und Sagen

Das, was man meint, muss nicht mit dem übereinstimmen, was man sagt. Grice schlägt vor, den Begriff des Sagens mit dem des Meinens zu erklären. Damit wir verstehen können, was es heisst, etwas zu sagen, müssen wir zuerst wissen, was es heisst, etwas zu meinen. Diese Erkenntnis liefert uns die obige Analyse. Wenn genügend Leute mit demselben Typ von Zeichen etwas meinen, dann hat dieser Zeichentyp selbst eine bestimmte Bedeutung, eine konventionale Bedeutung. Etwas zu sagen, heisst dann, ein Zeichentyp mit einer bestimmten konventionalen Bedeutung zu äussern und dieses zu meinen. Wenn man über das hinaus, was man sagt, noch etwas anderes meint, dann impliziert man dies. Grice nennt es "Implikieren", um diese Art des Meinens vom logischen Implizieren abzugrenzen. Die Bedeutung von Implikaturen erklärt Grice nicht mit Konventionen, sondern mit allgemeinen Prinzipien der rationalen Kommunikation.

Grices Bedeutungstheorie, die aus eine Meinens-, Sagens- und Implikierentheorie besteht, hat die Diskussion um den Begriff der Bedeutung der letzten fünfzig Jahre massgeblich geprägt. Sie ist die Grundlage vieler aktueller Theorien in Sprachphilosophie, Linguistik und Kommunikationswissenschaft.

Literatur

Georg Meggle (Hg.), Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1993. (Umfangreiche Aufsatzsammlung zur philosophischen Diskussion des Bedeutungsbegriffs.)

Siehe auch

Sprachphilosophie -- Grice -- Semantik -- Pragmatik


Kritik

Auch wenn der Artikel besser ist, als ich ihn formulieren könnte (weshalb ich auch nicht versuche, dran rumzufummeln): von einem wirklich guten Eintrag ist er noch ein ganzes Stück entfernt (vgl. "meaning" in der englischsprachigen Wikipedia!!!).

Insgesamt macht der den Eindruck einer Kompilation verschiedener Texte, die der (die) letzte Bearbeiter(in) nicht zu einer Struktur aus "einem Guß" verschmolzen hat.

Das fängt an mit dem Eingangssatz "Unter der Bedeutung einer Information, einer Sache, einer Bewegung, einer Handlung versteht man allgemein ihren Sinn oder ihre Bedeutsamkeit (Relevanz, Wichtigkeit, Wert)", wo "Bedeutung" in der deutschen Bedeutung von englisch "importance" gefasst wird, während der weitere Text das behandelt, worum es hier gehen sollte, nämlich was im Englischen "meaning" heißt.

Allerdings gehen die Bedeutungen von "Bedeutung" in dem Absatz "Bedeutung existiert nicht a priori, sondern wird bestimmten natürlichen Phänomenen oder auch Artefakten vom Menschen beigemessen. Diese Eigenschaft teilt sie mit der pragmatischen Information, mit der sie weitgehend deckungsgleich ist. Bedeutungserzeugende Prozesse können z.B. Selbstorganisationsprozesse sein. Bedeutung wird von manchen Menschen, je nach ihrer subjektiven Sicht, Religion oder Weltanschauung, nur Menschenwerk oder Kreationen angenommener höherer Wesen (Göttern) zugesprochen, während die Resultate "unbewusst" ablaufender Vorgänge als bedeutungslos angesehen werden. Diese Unterscheidung ist willkürlich, da auch die Ergebnisse z.B. des Evolutionsprozesses grundlegende Bedeutung für uns haben" dann wieder durcheinander.

Mir selbst fehlt für eine Änderung die Kompetenz, aber vielleicht erbarmt sich mal ein qualifizierter Linguist und gibt uns eine ähnlich klar gegliederte und schlüssige Darstellung wie in unserer "Mutterenzyklopädie" ;-). --Canabbaia 04:08, 21. Jan 2006 (CET)

Neu

Ich schliesse mich Benutzer JakobVoss (siehe oben) an, dass es hier nicht darum geht, bereits in philosophische Debatten einzusteigen, sondern lediglich die Bedeutungen von "Bedeutung" anzugeben. Gemäss "Duden" (und auch gemäss der vorherigen Version) sind es zwei: das, wofür ein Zeichen steht und Bedeutsamkeit. Das habe ich nun versucht. (Man kann ersteres nicht "Begriffsinhalt" nennen, weil das von einigen Philosophen als die "Intension" im Unterschied zur Extension bezeichnet wird. Gerade dies sollte also offen bleiben. Auch sollte es nicht bereits die Bedeutung nicht-sprachlicher Zeichen ausschliessen, also etwa: Das bedeutet nichts Gutes.") Zu Benutzer Canabbaia: Das, was unter dem englischen "meaning" eingetragen ist, könnte man unter "Bedeutung (Philosophie)" und unter "Bedeutungstheorien" eintragen. aso 11:01, 27. Aug 2006 (CEST)

Verschieben dieser Diskussion zu "Bedeutung (Sprachphilosophie)"

Wie wäre es, wenn jemand die komplette Diskussion auf dieser Seite (per Copy & Paste) auf die Seite "Diskussion:Bedeutung (Sprachphilosophie)" kopiert und anschließend hier löscht? Diese Seite ist ja jetzt eine (kleine) Begriffsklärungsseite (BKL). --Chiananda 19:47, 8. Mär. 2007 (CET)