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Dalberger Hof

Dieser Artikel beschreibt die Dalberger Höfe in Mainz. Für den gleichnamigen Hof in Bensheim; siehe Dalberger Hof (Bensheim).

Als Dalberger Hof werden in Mainz drei Adelshäuser bezeichnet, die von den Freiherren von Dalberg bewohnt und zum Teil auch erbaut wurden.

Inhaltsverzeichnis

Älterer Dalberger Hof

Der Ältere Dalberger Hof war der Mainzer Sitz der Freiherren von Dalberg bis zu deren Umzug in den Jüngeren Dalberger Hof im Jahr 1718 und befindet sich am Ballplatz.

Der Vorgänger des heutigen Gebäudes war der Hof „Zum Roten Haus“. Dieser befand sich seit 1463 im Besitz der Grafen von Eppstein-Königstein und trägt seitdem auch die Bezeichnung Königsteiner Hof. Bis heute hat sich der spätgotische Wohnturm erhalten, in dem sich die ehemalige Kapelle befindet.

Seit 1597 war das Anwesen im Besitz der Freiherren von Dalberg und trägt seitdem auch deren Namen. Zwischen 1609 und 1614 wurde der heutige Renaissancebau errichtet, dessen Eckerker typisch für viele Mainzer Bauten dieser Zeit ist. 1710 wurde das barocke Hauptportal eingefügt, der Einbau des Treppenhauses und die Anlage des rückwärtigen Terassengartens erfolgten kurze Zeit später. Die Englischen Fräulein übernahmen den Besitz 1846 zusammen mit dem benachbarten Fechenbacher Hof und gründeten dort die einzige heute noch bestehende Mädchenschule in Mainz.

Jüngerer Dalberger Hof

Da der alte Dalberger Hof dem gewachsenen Selbstverständnis der Familie nicht länger entsprach, beauftragte man den Architekten Johann Kaspar Herwarthel mit der Planung des größten noch erhaltenen Adelshofes in Mainz. In den Jahren 1715 bis 1718 entstand der sogenannte Jüngere Dalberger Hof anstelle des Hauses der Familie Brendel von Homburg gegenüber dem einige Jahre zuvor entstandenen Ingelheimer Hof.

Der Hof der Freiherren zu Dalberg wurde von vier Brüdern des Adelsgeschlechts in Auftrag gegeben. Hierauf weist die Inschrift Concordia fratrum erexit hin. Die dreigeschossige Anlage gruppiert sich um einen Innenhof. Die Hauptfassade des Palais wird zur Klarastraße hin durch den gewaltigen Mittelrisalit beherrscht. Die einst reiche Ausstattung und die Deckengemälde von Giovanni Francesco Marchini gingen bereits während der Belagerung der Stadt Mainz im Jahr 1793 verloren.

Zu der Zeit als in Mainz noch keine Straßennamen und Hausnummern existierten, wurde das Gebäude Zu den drei Sauköpfen benannt, weil auf den Schlußsteinen der drei Eingänge von der Klarastraße aus Wildschweinköpfe ausgehauen waren. Die Wildschweinköpfe wurden beim Umbau des Hôtel de Dalberg zum Justizpalast im Jahr 1828 abgehauen. Im Jahr 1832 wurde zum Flachsmarkt hin ein Arresthaus angefügt. Der Flügel zur Emmeranstraße wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. [1]

Der Dalberger Hof diente der Exekutive bis Ende des 20. Jahrhunderts als Polizeipräsidium und war später eine Zeit lang Sitz des Peter Cornelius-Konservatoriums. Heute sind in diesem Gebäude Ämter der Stadt Mainz untergebracht: Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen, Amt für Steuerung und Personal, Frauenbüro, Kultur- und Schulverwaltungsamt. Der Hof ist eine Station der Straße der Demokratie. Er war Schauplatz eines Hochverratsprozesses vom 23. Mai bis zum 8. Juni 1850 gegen 77 Demokraten. Auf dem Hauptfriedhof erinnert das so genannte Preußen-Denkmal an die im Straßenkampf am 21. Mai gefallenen preußischen Soldaten.


Im Mai 2007 wurde ein Investorenwettbewerb um den Jüngeren Dalberger Hof durchgeführt. Ein Konsortium plant den Bau von ca. 80 Eigentumswohnungen in dem Objekt.

Dalberg-Hammelburger Hof

Der dritte Hof der Freiherren von Dalberg ist der ehemalige Dalberg-Hammelburger Hof in der Mittleren Bleiche. Der schlichte Bau wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts für den Freiherren Franz Philipp Caspar von Wamboldt errichtet und ging 1743 in den Besitz von Freiherr Hugo Philipp von Dalberg, dem Oberamtmann der Abtei Fulda in Hammelburg, über. Bereits 1774 übernahmen die Grafen von Eltz das Anwesen und fassten es mit dem benachbarten Eltzer Hof zusammen. Die sogenannten Eltzer Höfe dienen heute als Veranstaltungsstätte des Congress-Centrum Mainz.

Quelle

  1. Karl Georg Bockenheimer: Mainz und Umgebung. J. Diemer, 1880.