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Hunte

Dieser Artikel erläutert den deutschen Fluss Hunte; zu anderen Bedeutungen siehe Hunte (Begriffsklärung).

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Hunte

Die Hunte in der Wildeshauser Geest

Daten
Lage Niedersachsen
Länge 189 kmdep1
Quelle Wiehengebirge
52° 15′ 36″ N, 8° 20′ 33″ O
Quellhöhe 160 m über NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung ElsflethKoordinaten: 53° 15′ 10″ N, 8° 28′ 44″ O
53° 15′ 10″ N, 8° 28′ 44″ O
Mündungshöhe 0 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 160 mdep1
Flusssystem Weser
Großstädte Oldenburg
Mittelstädte Melle
Kleinstädte Diepholz, Wildeshausen, Elsfleth
Rechte Nebenflüsse Wagenfelder Aue, Ollen
Linke Nebenflüsse Haaren, Lethe
Schiffbar zwischen Oldenburg und Elsfleth für Europaschiffe und Küstenmotorschiffe; Bis zum Küstenkanal für Schiffe bis 1000BRT

Die Hunte ist ein 189 km langer, linker bzw. westlicher Nebenfluss der Weser in Niedersachsen (Deutschland). Sie ist nach der Aller der zweitlängste Nebenfluss der Weser.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Der Fluss entspringt im Wiehengebirge südlich von dessen Hauptkamm nördlich von Melle (Landkreis Osnabrück) westlich des Weilers Hustädte beim Stadtteil Buer. Das Gebiet gehört zum Naturpark TERRA.vita.

In einem kurzen Durchbruchstal durchquert die Hunte den Kamm des Wiehengebirges zwischen dem Linner Berg (181 m) im Westen und dem Kleinen Kellenberg (161 m) und erreicht etwa 10 km von der Quelle die Norddeutsche Tiefebene. Bei der Burg Wittlage am Ostrand von Bad Essen wird sie unter dem Mittellandkanal hindurch geleitet. Ein Teil des Wassers wird auch in den Kanal eingespeist.

Im Moorgürtel fließt die Hunte durch Bohmte und dann in den Dümmer. Diesen verlässt sie mit zwei Hauptarmen, die sich in Diepholz wieder vereinen. Der westliche heißt Hunte, der östliche Lohne. Die nächsten Orte an der Hunte sind Drebber und Barnstorf. Dann tritt sie in die Wildeshauser Geest ein, wo sie Goldenstedt und Wildeshausen durchfließt und Dötlingen passiert. In nordwestlicher Richtung durchschneidet sie die landschaftlich reizvolle Niederung westlich der Osenberge – dieser Flussabschnitt gehört zu den schönsten und ökologisch bedeutendsten der Hunte.

Bei Wardenburg verlässt sie den Naturpark Wildeshauser Geest. Von links (Südwesten) mündet die Lethe ein, bevor die Hunte durch Oldenburg verläuft, wo von links (Westen) kommend die Haaren einfließt.

In Oldenburg knickt die Hunte nach Nordosten ab und gelangt ins Marschland. Sie bildet hier die Grenze zwischen dem südöstlich gelegenen Stedingen und dem bis an den Jadebusen reichenden Stadland. Nördlich von Elsfleth mündet sie in die von Südosten kommende Weser. Durch Eindeichungen im Zusammenhang mit dem Bau des Huntesperrwerks ist Elsfleth aus einem Hafen am Weserarm Westergate zu einem Hafen an der Hunte geworden.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Hunte ist relativ schmal (maximale Breite etwa 40 km) und erstreckt sich von Süden nach Norden über die Bundesländer Niedersachsen und zu einem geringen Teil auch Nordrhein-Westfalen (Kreise Minden-Lübbecke und Herford) auf einer Länge von etwa 110 km. Der höchste Punkt des Einzuggebiets ist der Nonnenstein im Wiehengebirge (275 m. ü. NN), die niedrigsten Gebiete des Einzugsgebiet liegen in den Marschen an der unteren Hunte (teilweise unter dem Nullpunkt). Der weitaus größte Teil des Einzugsgebiet liegt in der Norddeutschen Tiefebene, so dass die Hunte hauptsächlich Moore, Geest und Marsch durchfließt. Ein kleiner Teil liegt im Mittelgebirge.

Wasserweg

Die mittlere Hunte als Paddelrevier

Der 41 km lange Abschnitt zwischen Wildeshausen und Oldenburg ist als Paddelrevier für Anfänger und Gelegenheitspaddler geeignet. Der Fluss ist hier zwischen 12 bis 20 Meter breit, die Fließgeschwindigkeit ist mit etwa zwei Kilometer pro Stunde gering (Gerlach und Nejedly 2002, S. 82 ff). Es gibt keine Wehre oder andere Hindernisse, keinen motorisierten Schifffahrtsverkehr. Der Abschnitt oberhalb von Wildeshausen hat 14 Wehre, die ein Umtragen der Boote erfordern. Vom 1. April bis 15. Juni gilt hier aus Naturschutzgründen ein Befahrungsverbot, in der übrigen Zeit gibt es eine Bootsgrößenbeschränkung auf 6 m Länge und 1 m Breite. [1]

Die untere Hunte als Seeschifffahrtsstraße

In Oldenburg schließt sich westlich der Küstenkanal an, zusammen mit der unteren Hunte Schiffahrtsweg zwischen Ems und Unterweser. Während der Kanal nur für Schiffe bis 2 m Tiefgang zugelassen ist, ermöglicht die Ausbaggerung der Hunte auch kleineren Seeschiffen, sog. Küstenmotorschiffen bis zu 4 m Tiefgang die Zufahrt zum Oldenburger Hafen. Trotz Tidenabhängigkeit wird diese Möglichkeit regelmäßig genutzt.

Bauwerke

Schleuse Oldenburg

In Oldenburg trennt eine Schleuse den Küstenkanal von der Hunte. Die Schleuse wurde mit dem Bau des Küstenkanals von 1922 bis 1928 gebaut. Sie verfügt über eine Kammer, die 105 m lang und 12 m breit ist. Mit der Schleuse wird ein Höhenunterschied von bis zu 5,40 m überwunden.

Siehe auch ausführlichen Artikel über die Schleuse Oldenburg.

Straßenbrücken in Oldenburg

Die Hunte wird im Stadtgebiet von Oldenburg von insgesamt fünf Straßenbrücken überquert.

Flussabwärts gesehen sind dies

Die Cäcilienbrücke quert die Hunte seit 1832. Die Brücke wurde mit dem Bau des Küstenkanals durch eine Hubbrücke ersetzt. Die 1927 fertiggestellte Brücke quert seitdem die Hunte an dieser Stelle.
Siehe auch den ausführlichen Artikel über die Cäcilienbrücke.
Die Amalienbrücke quert die Hunte seit 1893. Zunächst befand sich hier eine Zugbrücke, die jedoch mit dem Bau des Küstenkanals durch eine Hubbrücke ersetzt wurde. Von 1978 bis 1981 wurde die Hubbrücke durch eine feste Brücke etwas unterhalb der alten Hubbrücke ersetzt.
Siehe auch den ausführlichen Artikel über die Amalienbrücke.

Eisenbahnbrücke in Oldenburg

In Oldenburg überspannt die Brücke der Bahnstrecken Oldenburg–Bremen und Oldenburg–Osnabrück die Hunte. Die Brücke ist als Rollklappbrücke ausgelegt, die über zwei Durchfahrten für Schiffe verfügt. Beide Klappen können unabhängig voneinander geöffnet werden. Die Öffnung erfolgt hydraulisch, nachdem die ursprüngliche mechanische Steuerung um den Jahrtausendwechsel gegen eine hydraulische Steuerung ausgetauscht worden war.

Die Klappbrücke an dieser Stelle wurde von 1946 bis 1954 gebaut. Die Klappe über die südliche Durchfahrt konnte bereits 1952 in Betrieb genommen werden, die Klappe über die nördliche Durchfahrt dann 1954. Die Brücke ersetzt eine feste Querung über die Hunte, nachdem eine seit Juli 1866 an gleicher Stelle vorhandene Drehbrücke im April 1945 zerstört worden war. Die zerstörte Drehbrücke wurde zunächst durch eine feste Querung ersetzt, die jedoch den Schiffsverkehr auf der Hunte zu stark behinderte.

Neben dem Bahnverkehr, der über zwei Gleise die Brücke überqueren kann, kann die Brücke auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Die Brücke, die der Deutschen Bahn gehört, wird von einem auf der Nordseite direkt an der Brücke stehendem Stellwerk gesteuert.

Hubbrücke Huntebrück

Das niedersächsische Baudenkmal Hubbrücke Huntebrück wurde 1951 bis 1953 für die B212 von Huntebrück (zu Berne) erbaut und ist die älteste und größte in Betrieb befindliche Hubbrücke in Deutschland. Die Fahrbahn der Straße verläuft in einem Stahlgittertrog, der mit einem Elektromotor in Brückenmitte von 42 kW (57 PS) Leistung bewegt wird. Die Gegengewichte in den Hubtürmen wiegen je 155 t. Bei mittlerem Tidehochwasser beträgt die Durchfahrtshöhe in den beiden Hubstufen 8,23 m bzw. 24,53 m. Der Hubvorgang benötigt 2 Minuten, bei Nutzung der Schnellstufe 30 Sekunden.

Drehbrücke der Bahn Hude–Nordenham

Etwa einen Kilometer abwärts der Hubbrücke steht eine Stahlgitter-Drehbrücke der Bahnstrecke Hude–Nordenham.

Huntesperrwerk

Hauptartikel: Huntesperrwerk

An der Mündung der Hunte in die Weser bei Elsfleth befindet sich zur Hochwasserabsperrung das Huntesperrwerk. Zwei mächtige, konvex gebogene Sperrtore und zwei zweiteilige Stemmtore können bei Sturmflut geschlossen werden und schützen so das Hinterland vor Überflutung. Damit die Schifffahrt ungehindert das Sperrwerk passieren kann, ist es mit einer Klappbrücke überbaut, die tagsüber zu jeder vollen Stunde geschlossen wird und für fünf Minuten die Überquerung der Hunte für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht.

Literatur

Quellen

  1. Kanurevier Hunte